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15 Minuten mit Holger Hoffmann

Holger Hoffmann hat bereits viele berufliche Stationen erfolgreich durchlaufen. Und auch neben der Arbeit ist der gebürtige Gelsenkirchener gern aktiv: Reisen, Radfahren und Wandern gehören ebenso zu seinen Hobbys wie das Handwerken rund um Haus und Garten. Im Gespräch stellt er sich, seinen Werdegang und seine Zukunftspläne vor.

Herr Hoffmann, Sie leiten nun das Cluster Mitteleuropa-Süd. Würden Sie uns kurz Ihren bisherigen Werdegang schildern?

Ursprünglich habe ich Allgemeinen Maschinenbau in Siegen studiert und dann einige Semester Wirtschaftswissenschaften an der Fern-Uni Hagen. Meine erste Festanstellung bekam ich dann bei Mannesmann Demag, heute Siemens Power Generation in Duisburg. Hier merkte ich schnell, dass Marketing und Vertrieb genau meine Themen sind und übernahm in den folgenden Jahren die Marketingleitung in drei weiteren Unternehmen. 2003 kam ich dann zur RWTÜV Systems, als Leiter Marketing und Vertrieb. Die Funktion hatte ich dann nach der Fusion auch einige Jahre bei der TÜV NORD Systems inne.

Holger Hoffmann

Zwischenzeitlich hatte ich mich ein paar Jahre um die Geschäftsentwicklung der Erneuerbaren Energien gekümmert, was etliche Bekanntschaften zu unsern Auslandsgeschäftsführern mit sich gebracht hat. 2011 bin ich in die TÜV NORD CERT gewechselt und habe die Verantwortung für den Fachbereich Umwelt- und Klimaschutz übernommen. Vier Jahre später dann für den Fachbereich Managementsysteme samt dem Vertrieb. Obwohl die operativen Verantwortlichkeiten und Aufgaben deutlich überwiegen– allen Voran die Suche und Einstellung von Personal – stehe ich mit einem halben Bein immer noch im Vertrieb, den ich in den letzten Jahren neu ausgerichtet habe. Persönlich habe mich recht erfolgreich um den Key-Account thyssenkrupp gekümmert, von dem wir jedes Jahr zusätzliche Einheiten gewinnen konnten.

Mit der Umstrukturierung BOLD MOVE kam ich dann Anfang des Jahres zu meiner aktuellen Position und bin nun Senior Vice President des Clusters Mitteleuropa Süd.

Welche Bereiche umfasst Ihr Cluster?

Beim Cluster „Mitteleuropa Süd“ geht es um die klassischen Managementsysteme für Qualität, Umwelt, Energie, Arbeitsschutz/-sicherheit und Informationssicherheit für den gesamten DACH-Markt (Deutschland, Österreich, Schweiz). Wie Sie der Grafik entnehmen können, sind meine rund 130 Mitarbeiter auf acht regionale Profit-Center verteilt:

Seit der Umstellung durch BOLD MOVE sind nun einige Monate vergangen. Was waren aus Ihrer Sicht die größten bisherigen Veränderungen und welche Pläne haben Sie für die Zukunft?

Mein Verantwortungsbereich hat sich von den Mitarbeitern, vom Umsatz und räumlich kontinuierlich vergrößert, da im Januar Österreich und die Schweiz hinzugekommen sind. TÜV NORD Austria als gut funktionierende eigene Gesellschaft wurde recht schnell strategisch angebunden, weil es dort aus der Perspektive des Clusters gleiche Themen gibt. Zur Marktbearbeitung in der Schweiz und Liechtenstein, das wir zur Schweiz zählen, haben wir uns erst einmal eine Kooperation gesucht, was die Risiken begrenzt. Mit SV-Certification SAGL haben wir einen Kooperationsvertrag geschlossen, über den wir nun einen besseren Zugang zu Kunden und Auditoren haben als bisher.

Für die Managementsysteme in Deutschland wird die Wachstumsstrategie aus 2015 fortgesetzt. Auch die Regionalstruktur bleibt grundsätzlich bestehen und wird verfeinert. Wegen der relativ hohen Mitarbeiterzahl am Standort Essen haben wir die ehemalige Region Ruhr allerdings kürzlich in Ruhr-West und Ruhr-Ost aufgeteilt.

Eine weitere Änderung ist für Anfang 2018 in Vorbereitung: Wie Sie ja wissen, erlebt das Thema Informationssicherheitsmanagementsysteme (ISMS) aktuell aufgrund des IT-Sicherheitsgesetzes und der BNetzA-Verordnung einen großen Aufschwung. Um hier schnell unsere Marktchancen im Zusammenhang mit der Digitalisierung zu nutzen, richten wir aktuell eine eigene Fachabteilung Informationssicherheit bei Netzen und Systemen ein, um dieses Geschäft ab Januar 2018 fokussiert entwickeln zu können. Wenn es dann groß und flächendeckend ist, können wir es in die regionale Struktur mit den anderen Managementsystemen integrieren. So gewinnen wir jetzt die notwendige Flexibilität und Schnelligkeit und erhalten uns Optionen für spätere Synergien. Die anderen regionalen Profit-Center sowie die Vertriebsregionen werden Anfang 2018 in der Folge etwas angepasst und weiter optimiert.

Gerne möchte ich mit dem Cluster Mitteleuropa Süd bis 2020 auf 33 + Millionen Euro wachsen, doch ist das kein Selbstläufer. Wir werden versuchen, jede Normumstellung und die damit verbundene Awareness zu nutzen, doch sind diese Potenziale endlich. Wir rechnen auch damit, dass etliche Kunden die Normumstellungen nicht mehr mitmachen und aussteigen. Deshalb setzen auch wir auf den Wachstumstreiber „Digitalisierung“ und suchen dort aktuell Mitarbeiter und Freiberufler.

Darüber hinaus verfolge ich intensiv Ansätze, um den Mehrwert unserer Dienstleistungen zu steigern. Das fängt bei der Optimierung von Zertifizierungsprogrammen an, umfasst die Verbesserung des Projektmanagements und geht bis zur Erweiterung der Kompetenzen unserer Auditoren, um auf Management-Ebene bei den Kunden zu überzeugen. Denn wir müssen unseren Kunden mehr dabei helfen, die zunehmende Komplexität zu beherrschen.

Die dargestellten Entwicklungen werden den Umfang und die Komplexität des Geschäftes erhöhen. Deshalb brauchen meine Mitarbeiter und ich dringend bessere IT-Lösungen für die Vertriebsunterstützung und Auditdurchführung, wie beispielsweise CRM und digitale Audit-Tools, um auch die geforderte Rendite aufrecht erhalten zu können. Denn nur mit mehr Manpower ist das dauerhaft nicht effizient zu schaffen.

Vielen Dank für das Gespräch.