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Trinkwasseruntersuchungen

Die am 14.12.2012 in Kraft getretene Trinkwasserverordnung (TrinkwV) schreibt für Betreiber einer Großanlage eine Untersuchungspflicht auf Legionellen vor. Als Großanlagen gelten Speicher-Trinkwasser-Erwärmer oder zentrale Durchfluss-Trinkwasser-Erwärmer mit einem Inhalt von mehr als 400 Litern oder 3 Litern in jeder Rohrleitung zwischen Trinkwasser-Erwärmer und der Entnahmestelle. Damit sind fast alle Mehrfamilienhäuser und Gewerbe/ Industrie mit zentraler Wassererwärmung von der Neuregelung betroffen. Generell nicht betroffen sind Eigenheime sowie alle Ein- und Zweifamilienhäuser. Bei Verstößen gegen die Trinkwasserverordnung drohen empfindliche Strafen. Zudem können auf den für die Trinkwasserinstallation Verantwortlichen zivilrechtliche Schadensersatzansprüche zukommen, wenn Bewohner oder Arbeitnehmer durch verunreinigtes Trinkwasser gesundheitlichen Schaden erleiden.

Problem: Rohrleitungen

Trinkwasser muss der gesamten Bevölkerung in gleichbleibender Qualität zur Verfügung gestellt werden. In Wasserwerken wird ein hoher Aufwand betrieben, um Wasser in der gesetzlich geforderten Qualität bereit zu stellen. Doch in den Rohrleitungen, die das Trinkwasser zu den Verbrauchern führen, kann es z.B. durch Installationsmängel zu ungewollten Veränderungen kommen. Diese Veränderungen begünstigen auch die Vermehrung von Krankheitserregern. Sie bestehen üblicherweise aus Bakterien wie beispielsweise Legionellen und Pseudonomas aeruginosa.

Staatlich akkreditierte Sachverständige führen Gefährdungsanalysen durch

Unsere staatlich akkreditierten Sachverständigen führen für Sie Untersuchungen der kompletten Trinkwasserinstallation durch und entnehmen Proben. Die Analyse von Wasserproben und deren Bewertung erfolgt durch ein erfahrenes Team aus Mikrobiologen, Chemikern, Ingenieuren und Technikern. Eine Gefährdungsanalyse soll dem Unternehmer oder sonstigen Inhaber (UsI) eine konkrete Feststellung der planerischen, bau- oder betriebstechnischen Mängel einer Anlage liefern. Darüber hinaus soll sie darin unterstützen, notwendige Abhilfemaßnahmen zu identifizieren. Die Gefährdungsanalyse dient zur Weiterleitung an die zuständige Gesundheitsbehörde, die über die Überschreitung des technischen Maßnahmenwertes und den entsprechenden Maßnahmen vom Unternehmer oder sonstigen Inhaber zu informieren ist.

Trinkwasser muss so beschaffen sein, dass durch seinen Genuss oder Gebrauch eine Schädigung der menschlichen Gesundheit insbesondere durch Krankheitserreger nicht zu besorgen ist. Es muss rein und genusstauglich sein.

TrinkwV Abs.2 §4

Fachwissen: Was genau sind eigentlich Legionellen?

  • Legionellen gelangen über die Atemwege in die Lunge. Sie können zum einen eine schwere, atypische Lungenentzündung mit oft tödlichem Ausgang und zum anderen das Pontiac-Fieber mit grippeähnlichem Verlauf verursachen. In schweren Fällen kann es zudem zu der Legionärskrankheit kommen, welche eine Todesrate von 10-15% aufweist. Laut Experten ist die Dunkelziffer der erkrankten allerdings wesentlich höher.
  • Sie sind häufig Auslöser von Infektionen, die durch unsachgemäßen Betrieb von Trinkwasserinstallationen in Gebäuden hervorgerufen werden können. Klarheit bringt eine Trinkwasseruntersuchung auf Legionellen.
  • Legionellen treten überwiegend in Gebäuden mit niedrigem Wasserverbrauch und geringen Durchlauftemperaturen auf. Findet eine regelmäßige Wassernutzung mit hohem Verbrauch und ausreichend hohen Temperaturen statt, ist die Gefahr eines Legionellenbefalls geringer, da die Bakterien weniger Zeit zum Wachsen haben.
  • Sie vermehren sich sehr stark in erwärmtem, stehendem Wasser im Temperaturbereich zwischen 30°C und 45°C.

Legionellen werden in der Einheit KBE/ 100ml (Kolonien bildende Einheit pro 100ml) angegeben. Ab ≥ 100 KBE/ 100ml ist das zuständige Gesundheitsamt zu informieren. Die Bewertung bei einer orientierenden Probenahme erfolgt folgendermaßen:

< 100 KBE/ 100ml → keine/geringe Kontamination

≥ 100 KBE/ 100ml → mittlere Kontamination → weitergehende Untersuchung innerhalb 4 Wochen → Gefährdungsanalyse

> 1.000 KBE/ 100ml → hohe Kontamination → umgehende weitergehende Untersuchung → Gefährdungsanalyse

>10.000 KBE/ 100ml → extrem hohe Kontamination→ unverzügliche weitergehende Untersuchung → Direkte Gefahrenabwehr erforderlich → Gefährdungsanalyse

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Unsere Leistungen im Überblick

Die Erstellung eines optimierten Probenahmeplanes gemäß den Anforderungen der neuen TrinkwV für chemische und mikrobiologische Analysen entsprechend Ihrem Überwachungsbedarf.

  • Eine qualifizierte Probenahme und chemische/mikrobiologische Analysen (z. B. auf Legionellen) in einem akkreditierten Labor
  • Bewertung von Wasserinhaltsstoffen und Ermittlung von Risikofaktoren
  • Unterstützung bei der Ortsbesichtigung und Gefährdungsanalyse von Trinkwasserinstallationen (Legionellenproblematik) 
  • Sanierungsüberprüfung zur Sicherstellung der Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik