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Was ist B5?

 B5 ist eine Gemeinschaftsinitiative des nordrhein-westfälischen Strafvollzuges und der Regional-direktion NRW der Bundesagentur für Arbeit. Angestrebt wird ein landesweites Übergangs-management zur beruflichen Wiedereingliederung von (jungen) Gefangenen und Haftentlassenen. Dabei steht das Kürzel B5 für fünf Basismodule mit folgenden Einzelzielen:

  • B1: Berufsorientierung insbesondere bei jungen Gefangenen verbessern Mit diesem Modul soll vor allem die berufliche Orientierung von Gefangenen unter 25 Jahren gefördert werden. Die Teilnehmenden sollen einen vertieften Einblick in die Berufs- und Arbeitswelt erhalten und eine realistische Berufswahl treffen können. Beispielhafte Angebote sind: Umfassende Informationen zu Berufsfeldern, Interessenerkundung, Eignungsfest-stellung, Beratung zur Berufswahl und Entscheidungsfindung, Verknüpfung zu sozialen Trainingskursen mit Arbeitsweltbezug in den Vollzugsanstalten.
  • B2: Berufsqualifizierung im Vollzug arbeitsmarktnah weiterentwickeln Mit diesem Modul soll die Beschäftigungsfähigkeit der Gefangenen gefördert und das Qualifizierungsangebot des Strafvollzuges noch arbeitsmarktnäher gestaltet werden. Die Vermittelbarkeit der Teilnehmenden wird durch zahlreiche Maßnahmen gesteigert. Beispielhafte Angebote sind: niederschwellige Förderung der Ausbildungsfähigkeit, berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen, Lernbörse, modulare Einstiegs-, Teil-, Nach- und Zusatzqualifizierungen, Vollausbildungen.
  • B3: Beschäftigungsvermittlung im Übergang aus der Haft in die Freiheit intensivieren Mit diesem Modul soll die Vermittlung der (ehemaligen) Gefangenen in Arbeit oder (Folge-) Ausbildung intensiviert werden. Den Teilnehmenden wird eine beschäftigungsorientierte Entlassungsvorbereitung angeboten, die bei Bedarf durch nachsorgende Leistungen im Übergang aus der Haft in Beschäftigung ergänzt wird. Beispielhafte Angebote sind:
  • Bewerbungstraining, Profiling nach dem 4-Phasen-Modell der Bundesagentur für Arbeit, gezielte Arbeits- und Ausbildungsplatzvermittlung, auch mit Stellensuchläufen in der Jobbörse,   Kooperation mit dem Arbeitgeberservice, zielgruppenorientierte Akquise von Stellen. In den JVAen Attendorn, Bochum-Langendreer, Bochum-Krümmede, Castrop-Rauxel, Dortmund, Hamm, Duisburg-Hamborn, Essen, Gelsenkirchen, Iserlohn, Werl, Kleve, Schwerte.
  • B4: Beschäftigungsstabilisierung durch flankierende Hilfen für Haftentlassene sichern Mit diesem Modul sollen Beschäftigungsabbrüche durch stabilisierende Hilfen für Haftentlassene vermieden werden. Die Teilnehmenden erhalten in den ersten sechs Monaten nach der Haft neben ggf. weiter erforderlichen Vermittlungsleistungen spezifische Unterstützungsleistungen. Beispielhafte Angebote sind: Abstimmung von Wieder-eingliederungsplänen der Vollzugsanstalten und Eingliederungsvereinbarungen mit Arbeitsmarktakteuren, Erbringung oder Vermittlung von (beratenden) Hilfen mit einem Fokus auf den Problemlagen Sucht, materielle Sicherung/Schulden und Wohnen.
  • B5: Beschäftigungsanalysen zur Erfolgskontrolle und Programmsteuerung durchführen Mit diesem Modul sollen empirische Bedarfsanalysen und Erfolgskontrollen für die Steuerung der Gemeinschaftsinitiative B5 genutzt werden. Dies ermöglicht eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung der Verfahrensstandards, die nachhaltige Sicherung der Angebotsqualität und – falls erforderlich – eine evidenzbasierte Steigerung der Leistungseffektivität. Beispielhafte Angebote sind: fallbezogenes Vermittlungsmonitoring, fallübergreifende Wirkungsanalyse und formative Programmevaluation sowie regionale Arbeitsmarktsurveys.