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Lebenslanges Lernen – die Digitalisierung und ältere Mitarbeiter

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Lebenslanges Lernen ist zu einem festen Bestandteil der Arbeitswelt geworden. Doch viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stehen der Digitalisierung mit gemischten Gefühlen gegenüber. Das verdeutlicht eine Arbeitsmarktstudie, die das unabhängige Marktforschungsinstitut Lünendonk für das Personalunternehmen Orizon durchführte. Weniger als 40 Prozent der befragten Personen in der Altersgruppe 50 bis 59 gaben an, dass die Vorteile neuer digitaler Technologien für sie überwiegen – im Gegensatz zu 60 Prozent in der Altersgruppe 18 bis 29.

Auch im Arbeitsalltag zeigt sich häufig, dass ältere Mitarbeiter Schwierigkeiten haben, sich auf den digitalen Wandel einzulassen und die damit einhergehenden Herausforderungen zu meistern. Dies erschwert es Unternehmen wiederum, notwendige Veränderungsprozesse durchzuführen. Deshalb stellt sich für sie die Frage, was sie tun können, um die Sache zu erleichtern.

Plötzlich ist alles anders – für ältere Mitarbeiter stellt die Digitalisierung eine drastische Veränderung dar

Alle, die nach 1980 geboren sind, sind mit der Digitalisierung aufgewachsen. Das Internet, E-Mails und soziale Netzwerke sind seit Langem ein fester Bestandteil des Lebens. Auch das Konzept lebenslanges Lernen ist vielen jüngeren Beschäftigten vertraut. Nicht umsonst bezeichnet man sie als „Digital Natives“.

Anders geht es ihren älteren Kolleginnen und Kollegen. Diese erleben den immer schnelleren Wandel der Arbeitswelt als einen drastischen Umbruch, der vertraute Strukturen und Prozesse in Frage stellt. Für den Coach und Führungskräftetrainer Roland Klingbeil spielen dabei Ängste wie die Sorge um den eigenen Arbeitsplatz eine wichtige Rolle. Schließlich verändern sich mit digitalen Prozessen auch Jobprofile. Da ist es kein Wunder, dass sich bei manchen Mitarbeitern eine Haltung nach dem Motto „Das war schon immer so. Warum sollte man das ändern?“ herausbildet. Diese Abwehrhaltung erschwert es, Weiterbildungsmaßnahmen und notwendige Veränderungen durchzuführen.

Lebenslanges Lernen gewinnt an Bedeutung

Einer Studie der Manpower Group nach glaubt ein großer Teil der Arbeitgeber weltweit, dass viele Jobs, die in naher Zukunft die Arbeitswelt mitbestimmen, heute noch gar nicht existieren.

Und auch, wer mehr oder weniger an seiner Stelle bleibt, muss sich immer wieder neu orientieren, neue Fähigkeiten und neues Wissen hinzulernen und alte Prozesse anpassen. Lebenslanges Lernen wird zu einer Kerndisziplin. Dabei nehmen digitale Kompetenzen und der sichere Umgang mit moderner Technik eine zentrale Stellung ein.

Ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer trifft das genauso wie jüngere. Nur sind sie darauf oftmals weniger gut vorbereitet. Hinzu kommt, dass es mit fortschreitendem Alter schwerer fällt, sich auf Veränderungen einzustellen. Beides sollten Unternehmen in Hinblick auf die Digitalisierung und die Erwachsenenbildung beachten.

Weiterbildung und Digitalisierung – eine offene Kommunikation baut Hürden ab

Wer ältere Mitarbeiter für die Digitalisierung fit machen will, muss damit beginnen, Hürden im Denken abzubauen. Dazu gehört es laut Roland Klingbeil, die Notwendigkeit des Wandels aufzuzeigen, aber auch seine Vorteile und seinen Nutzen für den Einzelnen. Schließlich kann die Digitalisierung das Arbeitsleben auch für ältere Personen erleichtern. Außerdem schützen digitale Kompetenzen vor dem, wovor viele ältere Beschäftigte am meisten Angst haben: dass sie ihren Job verlieren. Indem Unternehmen diese Vorteile deutlich machen, schaffen sie die Bereitschaft für Veränderungen. Ausreichende Weiterbildungsangebote für die Erwachsenenbildung sind die perfekte Ergänzung dazu.

Wichtig sei, so Klingbeil auch, frühzeitig Transparenz über die eigenen Ziele und Visionen zu schaffen. Wer weiß, wohin das eigene Unternehmen will, lässt sich leichter mitnehmen.

Geduld haben und Raum zum Ausprobieren schaffen

Veränderungen brauchen Zeit. Die sollten Arbeitgeber vor allem älteren Beschäftigten zugestehen. Außerdem rät Roland Klingbeil dazu, zusätzlich zur Weiterbildung für ältere Mitarbeiter einen Rahmen zum geschützten Ausprobieren zu schaffen. So können diese den Umgang mit neuer Software erlernen, ohne die Befürchtung zu haben, dass sie dabei etwas kaputt machen.

Eine wertvolle Hilfe sind auch Tandems zwischen älteren und jüngeren Mitarbeitern. Diese funktionieren in zwei Richtungen. Denn während jüngere Arbeitnehmer oftmals versierter und angstfrei im Umgang mit neuer Technik sind, haben ihre älteren Kolleginnen und Kollegen einen Erfahrungsvorsprung – und der zählt auch im digitalen Zeitalter.

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Oliver Wolter

Oliver Wolter

TÜV NORD Akademie GmbH & Co. KG
Produktmanager Unternehmensführung
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