MENU
  • Kostenlose Service-Hotline 0800 245 7457
  • Mo. - Fr. 8:00 - 18:00 Uhr

ISO 50003: Energieeffizienz im Fokus

Am 14. Oktober 2017 wurde die Akkreditierung für die Zertifizierung von Managementsystemen gemäß ISO 50001 auf die Akkreditierungsnorm ISO 50003 umgestellt. Das hat auch Auswirkungen auf Unternehmen, die bereits nach ISO 50001 zertifiziert sind oder eine entsprechende Zertifizierung anstreben.

Seit der Umstellung der Akkreditierungsnorm wird von Unternehmen eine höhere Methodenkompetenz hinsichtlich Messung und Analyse verlangt und ein stärkerer Nachweis zur Verbesserung der energiebezogenen Leistung gefordert. Die quantifizierte Nachweisführung geschieht dabei auf Basis messbarer Ergebnisse im Vergleich zur energetischen Ausgangsbasis bzw. dem vorhergehenden Betrachtungszeitraum.

Themen wie Messen, Bildung von aussagekräftigen Energiekennzahlen (EnPI) und Nachweisführung der Energieeffizienzsteigerung gewinnen damit stärker an Bedeutung und erfordern eine hohe Methodenkompetenz des Energieteams. Das Ziel ist insgesamt, die Transparenz und die Wirksamkeit des Energiemanagementsystems zu erhöhen.

Vorteile für Ihr Unternehmen

  • Systematischer Ansatz zur Steigerung der Energieeffizienz und der energiebezogenen Leistung insgesamt
  • Kosteneinsparung und Ressourcenschonung durch das Erkennen von Energieeinsparpotenzialen
  • Steuererleichterungen für Unternehmen des produzierenden Gewerbes im Rahmen des Spitzenausgleichs (§ 55 Energie- und § 10 Stromsteuergesetz)
  • Begrenzung der EEG-Umlage für stromkostenintensive Unternehmen (§ 64 EEG)
  • Positive Außenwirkung durch ein gültiges ISO 50001 Zertifikat, welches das Engagement des Unternehmens für Energieeffizienz verdeutlicht
  • Erfüllung der gesetzlichen Anforderung gemäß § 8 Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) für sog. „Nicht-KMU“

Was hat sich durch die ISO 50003 geändert?

Verbesserung der energiebezogenen Leistung

Mit der Umsetzung der ISO 50003 wurde der Nachweis der „fortlaufenden Verbesserung der energiebezogenen Leistung“ verpflichtend, d.h. mindestens in jedem Zertifizierungs- bzw. Re-Zertifizierungsaudit muss dieser Nachweis vom Unternehmen erbracht werden.

Mit der Einführung der ISO 50001:2018 kommt hinzu, dass Energiekennzahlen bzw. Ausgangsbasen einer sog. „Normalisierung“ unterzogen werden müssen, wenn Einflussfaktoren wie z.B. Außentemperatur, Rohstoffqualität oder Produktmix die Kennzahlen wesentlich beeinflussen. Das setzt ein hohes Maß an Methodenkompetenz voraus (vgl. ISO 50006, ISO 50047).

Für Unternehmen bedeutet dies eine stärkere Fokussierung auf das Thema Messung (insb. Messkonzept) und die Nachweisführung der Verbesserung der energiebezogenen Leistung (inkl. Normalisierung):

  • Ermittlung der geeigneten/relevanten Energieleistungskennzahlen (EnPIs)
  • Prüfung der Aussagefähigkeit der energetischen Ausgangsbasen (EnBs)
  • Art, Ort und Zeitpunkt der Messungen
  • Art der Dokumentation von Messungen sowie ihrer Ergebnisse

Neue Berechnungsgrundlage für den Auditaufwand

Mit der ISO 50003 wurde auch eine neue Berechnungsgrundlage zur Festlegung des Auditwaufwands (Auditzeiten) eingeführt. Die Berechnung des Auditaufwands erfolgt nun unter Berücksichtigung der Anzahl an Energiequellen, der Höhe des Energieverbrauchs, der Anzahl wesentlicher Energieeinsätze und der Anzahl des EnMS-wirksamen Personals.

Branchenspezifische Bewertung der Auditorenkompetenz

Mit der ISO 50003 werden die bisherigen zwei Sektoren A und B durch acht "Technische Bereiche" ersetzt. Unternehmen werden dazu einem der acht Technischen Bereiche zugeordnet. Sämtliche Auditorinnen und Auditoren müssen über die Kompetenz für den jeweiligen Technischen Bereich verfügen.

Hilfestellungen und praktische Tipps

Folgende Normen bieten Ihnen Hilfestellung zur Messung der energiebezogenen Leistung bzw. der Erfassung und Bewertung der energetischen Ausgangsbasis und der Energieleistungskennzahlen:

  • ISO 50004: EnMS ‒ Anleitung für die Umsetzung, Aufrechterhaltung und Verbesserung eines Energiemanagementsystems
  • ISO 50006: EnMS ‒ Allgemeine Grundsätze und Leitlinien zur Messung der energiebezogenen Leistung unter Nutzung von energetischen Ausgangsbasen (EnB) und Energieleistungskennzahlen (EnPI)
  • ISO 50015: EnMS ‒ Allgemeine Grundsätze und Anleitung zur Messung und Verifizierung der energiebezogenen Leistung von Organisationen
  • ISO 50047: Energieeinsparungen ‒ Bestimmung von Energieeinsparungen in Organisationen

Häufig gestellte Fragen

Welche Regel wurde genau umgestellt?

Die Akkreditierungsnorm ISO 50003:2014 löste am 14. Oktober 2017 die bisherige DAkkS-Regel 71 SD 6 022 ab. Mit ihrer Umsetzung erfolgte die Umstellung der bestehenden Akkreditierung auf die Akkreditierungsnorm ISO 50003:2014. Die ISO 50003:2014 beinhaltet spezifische Anforderungen, die ergänzend zur ISO 17021:2015 hinzugekommen und zu berücksichtigen sind.

Wie ist der Begriff Energieverbrauch definiert?

Energieverbrauch ist die Menge der eingesetzten Energie eines oder mehrerer Energieträger. Unter Energie bzw. Energieträger sind Elektrizität, Brennstoffe, Dampf, Wärme, Druckluft oder vergleichbare Medien zu verstehen. Es sind alle Energieträger zu berücksichtigen, die von außen über die Bilanzgrenze des EnMS des Standortes bezogen werden. Bezugszeitraum ist in der Regel das letzte Kalender- oder Geschäftsjahr.

Was muss ich im Rahmen der nachweislichen Verbesserung der energiebezogenen Leistung berücksichtigen?

Der „Nachweis der Verbesserung der energiebezogenen Leistung“ ist Voraussetzung für die positive Zertifizierungsentscheidung in jedem Zertifizierungs- bzw. Re-Zertifizierungsaudit. Die quantifizierte Nachweisführung erfolgt auf der Basis messbarer Ergebnisse im Vergleich zur energetischen Ausgangsbasis bzw. zum vorhergehenden Betrachtungszeitraum.

Was ist das Besondere an der ISO 50003?

Bei der ISO 50003 handelt es sich um eine Akkreditierungsnorm für Zertifizierungsstellen, die Managementsysteme gemäß ISO 50001 zertifizieren. Sie enthält ergänzende Anforderungen zur ISO 17021 und musste von den Zertifizierungsstellen bis zum 14. Oktober 2017 umgesetzt werden. Sie betrifft aber auch Unternehmen, die ein zertifiziertes Energiemanagementsystem bereits implementiert haben oder eine künftige Zertifizierung anstreben (Stichwort „Nachweis der Verbesserung der energiebezogenen Leistung“).

Wie wird das EnMS-wirksame Personal definiert bzw. ermittelt?

Die ISO 50003 definiert das EnMS-wirksame Personal über die Anzahl jener Mitarbeitenden, die einen wesentlichen Einfluss auf das EnMS und/oder auf die Verbesserung der energiebezogenen Leistungen haben sowie aktiv durch ihre Tätigkeit dazu beitragen, die Anforderungen des EnMS umzusetzen. Das können folgende Funktionen im Unternehmen sein: oberste Leitung, Werksleitung, EnM-Team, EnM-Beauftragte, Bereichs- oder Abteilungsleitung, Maschinenführer etc. Die Ermittlung des EnMS-wirksamen Personals erfolgt durch das Unternehmen mit Hilfe des detaillierten Kundenfragebogens von TÜV NORD, der auch Beispiele enthält. Auf dieser Basis wird schließlich der Auditaufwand ermittelt und das Angebot erstellt.

Was sind wesentliche Energieeinsätze / Energieverbraucher?

Energieeinsätze können Lüftung, Beleuchtung, Heizung, Kühlung, Transport, Prozesse, Produktionslinien etc. sein. Für die sogenannte Wesentlichkeitseinstufung sind vom Unternehmen gemäß der ISO 50001 Kriterien festzulegen. Im Allgemeinen gilt ein Energieeinsatz bzw. Energieverbraucher als wesentlich, wenn er mindestens fünf Prozent des Gesamtenergieverbrauchs ausmacht.

Mehrere gleichartige Produktionsanlagen können zu einer Produktionslinie zusammengefasst und als ein wesentlicher Energieeinsatz gezählt werden. Ebenso können integrierte Systeme, wie z.B. raumlufttechnische Anlagen (RLT-Anlagen), zu einem wesentlichen Energieeinsatz zusammengefasst werden. Die Anzahl der wesentlichen Energieeinsätze ist zu dokumentieren und wird fortwährend in den Audits überprüft.

Zertifizierung mit TÜV NORD

TÜV NORD ist ein international anerkannter Prüf- und Zertifizierungsdienstleister, der weltweit die Erfüllung gesetzlicher Vorgaben und freiwilliger Standards bewertet und bescheinigt. Wir beschäftigen nur erfahrene Fachleute unterschiedlichster Branchen. Unsere Auditorinnen und Auditoren verfügen dabei grundsätzlich über einen hohen Ausbildungsstand und agieren mit einheitlicher Methodik. Hierdurch gewährleisten wir Ihnen Neutralität sowie Kontinuität in der Begleitung.

Wir freuen uns auf Ihre Anfrage

Zertifizierung

Anrufe aus Österreich und der Schweiz: +49 511 998-61222
Anrufe aus Deutschland (kostenlos):

0800 245-7457

info.tncert@tuev-nord.de