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Boden- und Trinkwasserqualität profitieren vom zertifizierten ökologischen Landbau unterstützt von TÜV NORD/ CCPB

21.07.2022 | Nachhaltigkeit in der Nahrungsmittelproduktion: Weltweit haben wir unter anderem bereits rund 75 Prozent unserer Böden so stark beschädigt und ausgelaugt, dass auf ihnen nichts mehr wachsen kann. Um globale Hungersnöte zu vermeiden, müssen wir die Praktiken unserer Landwirtschaft ändern. Der folgende Beitrag zeigt auf wie es gelingen kann.
Bodenqualität

Überschwemmungen, Dürreperioden, Tier- und Pflanzenarten, die vom Aussterben bedroht sind - die neuesten Forschungsergebnisse [1] zur menschengemachten Erderhitzung sind alarmierend. Bereits jetzt ist eine unserer wichtigsten Lebensgrundlagen existenziell bedroht: Weltweit haben wir unter anderem bereits rund 75 Prozent unserer Böden so stark beschädigt und ausgelaugt, dass auf ihnen nichts mehr wachsen kann [2]. Expert*innen warnen: Um globale Hungersnöte zu vermeiden, müssen wir die Praktiken unserer Landwirtschaft ändern. Der folgende Beitrag zeigt auf wie es gelingen kann. 

Eine Autostunde hinter Berlin, kurz vor der Grenze zu Polen. Hier liegt, versteckt zwischen üppigen Wäldern und einer verschlungenen Fluss- und Seenlandschaft das Dorf Alt Madlitz. Scheint der Dorfkern auf den ersten Blick eher unspektakulär zu sein, so liegt doch am Stadtrand, umgeben vom ersten englischen Landschaftspark Brandenburgs ein malerisches Schlossgut, das seit dem 18.Jahrhundert Kunstschaffenden und Vordenkenden als Rückzugsort dient: Wilhelm von Humboldt, Clemens Brentano und Ludwig Tieck - sie alle debattierten hier über wichtige Fragen der Zukunft, gefördert durch den damaligen Besitzer Friedrich Ludwig Karl Finck von Finckenstein. Der Geist des Aufbruchs ist bis heute zu spüren: Benedikt Bösel, aktueller Erbe und Besitzer des adligen Herrschaftssitzes, ist Landwirt und verpachtet einen Teil seiner ökologisch zertifizierten Ackerfelder an innovative Startups, wissenschaftliche Einrichtungen und experimentierfreudige Landwirt*innen, die sich ein gemeinsames Ziel gesetzt haben: Mithilfe regenerativer Landwirtschaft das natürliche Potenzial der Äckerböden zu fördern [3].

Teil dieses ambitionierten Projekts sind auch die beiden Biolog*innen Anne Kaulfuß und Deacon Dunlop, die auf ihrem Hof Ackerpulco seit rund drei Jahren nicht nur Gemüse ohne künstlichen oder tierischen Zusätze anbauen, sondern auf ihrem bio-zertifiziertem Acker auch eine sogenannte solidarische Landwirtschaft (Solawi) betreiben. Die Solawi ist eine Organisationsform, bei der Produzent*innen und Konsument*innen direkt und ohne Umweg über den Supermarkt miteinander kooperieren: Einmal wöchentlichen fahren Kaulfuß und Dunlop ihr Gemüse in die nächstgelegenen Städte zu den teilnehmenden Haushalten. Die Städter*innen erhalten auf diese Weise regional angebautes, saisonales Gemüse direkt vom Feld, können Ackerpulco jederzeit besuchen oder dort bei der Ernte helfen. Im Gegenzug dazu verpflichten sie sich, pro Jahr einen kontinuierlichen finanziellen Beitrag zu leisten, der Kaulfuß und Dunlop Planungssicherheit und Gestaltungsspielraum verschafft: „Wir müssen uns keine Sorgen mehr um die Vermarktung unserer Produkte machen und können jährlich sicher kalkulieren,“ erklärt Kaulfuß, die in dem Konzept der Solawi nur Vorteile sieht. Dunlop ergänzt: „Konsumenten und Konsumentinnen wie Produzierende bauen Beziehungen und Vertrauen zueinander auf. Statt sich fragen zu müssen, aus welcher Plastikwüste mein Salatkopf stammt, wie viele Kilometer er transportiert wurde und ob darin wirklich keine Pestizide enthalten sind, können bei der Solawi alle Beteiligten jeden Schritt kontrollieren - vom Kauf des Saatguts bis zum Waschen des Salatkopfs“.

Den Preis für pestizidbelastetes Gemüse zahlt das Gesundheitssystem

Wie wichtig Vertrauen und eine gute Beziehung zwischen Landwirt*innen und Konsument*innen für die Lebensmittelbranche ist, das weiß auch Gábor Figeczky, Senior Manager of Global Policy bei IFOAM - Organics International, der internationalen Vereinigung ökologischer Landbaubewegungen. IFOAM setzt sich weltweit für die Einführung der Prinzipien ökologischer Landwirtschaft ein. Im Verband ist jeder Betrieb willkommen, der die Praktiken der ökologischen Landwirtschaft übernimmt. Eine Zertifizierung des Betriebs ist für die Mitgliedschaft keine Voraussetzung.

Auch Figeczky ist angesichts der zunehmenden Degradation der Böden alarmiert: „Die Bodenerosion in vielen Teilen der Welt bringt vor allem in Regionen, die von Desertifikation bedroht sind, zahlreich komplexe und soziale Probleme mit sich. Verschmutztes Trink- und Grundwasser, steigende Lebensmittelpreise, Hungersnöte und Migration sind nur ein Teil davon“, erklärt der Experte.

Dass sich die Länder der EU darauf geeinigt haben, bis zum Jahr 2030 mindestens 25 Prozent der Ackerfläche für ökologischen Anbau zu nutzen, reicht für ihn als Gegenmaßnahme bei weitem nicht aus. Er setzt sich dafür ein, dass auch konventionelle Landwirtschaftsbetriebe Praktiken aus dem ökologischen Landbau übernehmen: „Ökologischer Landbau ist die Antwort auf viele globale Probleme: Es ist ein holistisches System, von dem nicht nur unsere Böden oder die Biodiversität von Pflanzen und Tieren an Land und unter Wasser profitieren. Ökologischer Landbau hilft auch, den Klimawandel einzudämmen, sich an ihn anzupassen und Kontaminationen sowie Umweltverschmutzungen zu reduzieren. Einige Praktiken, wie zum Beispiel beim Anbau von Gemüse spezifischen Rotationsprinzipien zu folgen, sind leicht umzusetzen und können auch von konventionellen Großbetrieben adaptiert werden.“

Pestizide können auch für Menschen gefährlich sein

In Produktions- und Organisationsweisen, wie Ackerpulco sie betreibt, sieht Gábor Figeczky die Chance, das Thema Landwirtschaft zurück in das gesellschaftliche Bewusstsein zu rücken: „Wir sollten eines nicht vergessen: Der Preis, den wir im Supermarkt für konventionell angebautes Gemüse zahlen, deckt aufseiten der Landwirt*innen oft grade einmal die Kosten des Saatguts. Konventionell produzierende Landwirt*innen erhalten hier zahlreiche Subventionen, damit der Preis der Nahrungsmittel für die Verbraucher*innen billig bleibt. Die Umweltauflagen für Landwirt*innen sind sehr niedrig und so zahlen wir den vollen Preis für konventionelle Landwirtschaft an anderen Stellen: Im Gesundheitssystem, wenn uns Rückstände von Pestiziden im Essen krankmachen und bei der Beseitigung von Umweltschäden, wenn die Düngemittel Pestizide in Flüsse, Seen, Ozeane und ins Grundwasser gelangen.“ Die gefährliche Wirkung von Pestiziden wie zum Beispiel Glyphosat ist inzwischen hinreichend erforscht und bewiesen: Pestizide sind beispielsweise als häufigste Ursache für Krebserkrankungen in der westlichen Welt identifiziert [4]. Bauern und Bäuerinnen, die Pestizide einsetzen, erkranken häufig an Parkinson. Parkinson ist daher in Frankreich bereits als Berufskrankheit von Landwirt*innen anerkannt [5].

Italiens Grund- und Trinkwasser ist teilweise verseucht

Mit den Problemen, die Pestizide verursachen, ist auch Davide Pierleoni bestens vertraut. Pierleoni ist Marketingmanager von CCPB, einer TÜV NORD Group-Gesellschaft, die Zertifizierungen für ökologische Lebensmittel und Produkte anbietet. Darüber hinaus lebt er in der italienischen Stadt Bologna, die in einer Region liegt, in der Forscher*innen in den Jahren 2015 und 2016 die Gewässer auf Pestizide [6] untersuchten. Ihr Ergebnis: 7 Prozent der Wasserproben wurden aufgrund der hohen Pestizidbelastung als nicht mehr trinkbar eingestuft.

Wie Gábor Figeczky sieht auch Pierleoni die Lösung für das Trinkwasserproblem im ökologischen Landbau: „Der Gehalt von Pestiziden im Boden wird beispielsweise bei unseren Zertifizierungen als ein Indikator für ökologischen Landbau gemessen. Wir entnehmen dazu Bodenproben und untersuchen diese im Labor.“ Je nach Resultat wird der Betrieb zertifiziert - oder eben auch nicht: „Unsere Zertifizierungen zielen auf eine Verbesserung der Umwelt und den Schutz der Gesundheit von Verbraucher*innen ab“, erklärt er. Nicht anders als bei Ackerpulco und IFOAM spielt auch für CCPB das Vertrauen zwischen Produzent*innen und Konsument*innen die ausschlaggebende Rolle. Die Zertifizierung ist der strukturierte Rahmen, um dieses Vertrauen herzustellen und langfristig zu stabilisieren: „Mit unseren Zertifizierungen garantieren wir Unternehmen und Verbrauchenden, dass die Produkte, die sie kaufen, wirklich so sind, wie der Hersteller sie auf dem Etikett deklariert hat.“

Auf diese Weise stärkten die Zertifizierungen das Vertrauen der Endverbraucher und förderten die Nachfrage nach ökologischen Produkten, die laut Pierleonis Beobachtungen vor allem bei jungen Konsumentinnen und Konsumenten gefragt seien: „Die Popularität eines Firmenlogos oder einer Marke allein reicht nicht aus, um auf dem Markt und bei den Verbrauchern zu bestehen. Es bedarf Garantien. Diese können durch die Zertifizierung durch eine akkreditierte dritte Partei gewährleistet werden“, so lautet die Bilanz des Experten.

 

Redaktion: Iris Maaß,

Iris Maaß ist International Marketing Manager  TÜV NORD GROUP im Bereich Food & Agriculture, Gründerin einer Community für Frauenempowerment und Hochschuldozentin für die Bereiche digitales Marketing und CRM.

 

Autorin: Nina Schmulius

Nina Schmulius ist Head of Content bei DMT GROUP, Gründerin und Hochschuldozentin. Sie forscht an der Frage, wie uns der sozial-ökonomische Wandel gelingen kann und welche Rolle hierbei die Hochschulbildung spielt. Ihre Forschungsergebnisse verarbeitet sie derzeit in einer Dissertation zum Thema narrative Epistemologie in den Wirtschaftswissenschaften. Weitere Informationen gibt es unter www.ninaschmulius.com


[1] u.a. IPCC Sonderbericht über Klimawandel und Landsysteme (SRCCL), 2019

[2] World Atlas of Desertification, Joint Research Centre der Europäischen Union

[4] u.a. It’s raining pesticides in New Scientist vom 2. April 1999

[5] Agrarheute vom 16.05.2012

[6] Rapporto nazionale pesticidi nelle aque 2018 der italienischen Umweltbehörde ISPRA (Istituto Superiore per la Protezione e la Ricerca Ambientale) 

Unser Know-how für Ihren Erfolg

TÜV NORD CERT ist ein international anerkannter und zuverlässiger Partner für Prüf- und Zertifizierungsdienstleistungen. Unsere Sachverständigen und Auditoren verfügen über fundiertes Wissen und haben grundsätzlich eine Festanstellung bei TÜV NORD. Hierdurch sind Unabhängigkeit und Neutralität sowie Kontinuität bei der Betreuung unserer Kunden gewährleistet.

Iris Maaß

Iris Maaß

TÜV NORD Food & Agriculture
International Marketing Manager
Am TÜV 1, 30519 Hannover

foodcert@tuev-nord.de

linkedin irismaass


Iris Maaß ist International Marketing Manager der TÜV NORD Food & Agriculture, Gründerin und Hochschuldozentin für die Bereiche digitales Marketing und CRM.

Boden- und Trinkwasserqualität profitieren vom zertifizierten ökologischen Landbau unterstützt von TÜV NORD/ CCPB

21.07.2022 | Nachhaltigkeit in der Nahrungsmittelproduktion: Weltweit haben wir unter anderem bereits rund 75 Prozent unserer Böden so stark beschädigt und ausgelaugt, dass auf ihnen nichts mehr wachsen kann. Um globale Hungersnöte zu vermeiden, müssen wir die Praktiken unserer Landwirtschaft ändern. Der folgende Beitrag zeigt auf wie es gelingen kann.
Bodenqualität

Überschwemmungen, Dürreperioden, Tier- und Pflanzenarten, die vom Aussterben bedroht sind - die neuesten Forschungsergebnisse [1] zur menschengemachten Erderhitzung sind alarmierend. Bereits jetzt ist eine unserer wichtigsten Lebensgrundlagen existenziell bedroht: Weltweit haben wir unter anderem bereits rund 75 Prozent unserer Böden so stark beschädigt und ausgelaugt, dass auf ihnen nichts mehr wachsen kann [2]. Expert*innen warnen: Um globale Hungersnöte zu vermeiden, müssen wir die Praktiken unserer Landwirtschaft ändern. Der folgende Beitrag zeigt auf wie es gelingen kann. 

Eine Autostunde hinter Berlin, kurz vor der Grenze zu Polen. Hier liegt, versteckt zwischen üppigen Wäldern und einer verschlungenen Fluss- und Seenlandschaft das Dorf Alt Madlitz. Scheint der Dorfkern auf den ersten Blick eher unspektakulär zu sein, so liegt doch am Stadtrand, umgeben vom ersten englischen Landschaftspark Brandenburgs ein malerisches Schlossgut, das seit dem 18.Jahrhundert Kunstschaffenden und Vordenkenden als Rückzugsort dient: Wilhelm von Humboldt, Clemens Brentano und Ludwig Tieck - sie alle debattierten hier über wichtige Fragen der Zukunft, gefördert durch den damaligen Besitzer Friedrich Ludwig Karl Finck von Finckenstein. Der Geist des Aufbruchs ist bis heute zu spüren: Benedikt Bösel, aktueller Erbe und Besitzer des adligen Herrschaftssitzes, ist Landwirt und verpachtet einen Teil seiner ökologisch zertifizierten Ackerfelder an innovative Startups, wissenschaftliche Einrichtungen und experimentierfreudige Landwirt*innen, die sich ein gemeinsames Ziel gesetzt haben: Mithilfe regenerativer Landwirtschaft das natürliche Potenzial der Äckerböden zu fördern [3].

Teil dieses ambitionierten Projekts sind auch die beiden Biolog*innen Anne Kaulfuß und Deacon Dunlop, die auf ihrem Hof Ackerpulco seit rund drei Jahren nicht nur Gemüse ohne künstlichen oder tierischen Zusätze anbauen, sondern auf ihrem bio-zertifiziertem Acker auch eine sogenannte solidarische Landwirtschaft (Solawi) betreiben. Die Solawi ist eine Organisationsform, bei der Produzent*innen und Konsument*innen direkt und ohne Umweg über den Supermarkt miteinander kooperieren: Einmal wöchentlichen fahren Kaulfuß und Dunlop ihr Gemüse in die nächstgelegenen Städte zu den teilnehmenden Haushalten. Die Städter*innen erhalten auf diese Weise regional angebautes, saisonales Gemüse direkt vom Feld, können Ackerpulco jederzeit besuchen oder dort bei der Ernte helfen. Im Gegenzug dazu verpflichten sie sich, pro Jahr einen kontinuierlichen finanziellen Beitrag zu leisten, der Kaulfuß und Dunlop Planungssicherheit und Gestaltungsspielraum verschafft: „Wir müssen uns keine Sorgen mehr um die Vermarktung unserer Produkte machen und können jährlich sicher kalkulieren,“ erklärt Kaulfuß, die in dem Konzept der Solawi nur Vorteile sieht. Dunlop ergänzt: „Konsumenten und Konsumentinnen wie Produzierende bauen Beziehungen und Vertrauen zueinander auf. Statt sich fragen zu müssen, aus welcher Plastikwüste mein Salatkopf stammt, wie viele Kilometer er transportiert wurde und ob darin wirklich keine Pestizide enthalten sind, können bei der Solawi alle Beteiligten jeden Schritt kontrollieren - vom Kauf des Saatguts bis zum Waschen des Salatkopfs“.

Den Preis für pestizidbelastetes Gemüse zahlt das Gesundheitssystem

Wie wichtig Vertrauen und eine gute Beziehung zwischen Landwirt*innen und Konsument*innen für die Lebensmittelbranche ist, das weiß auch Gábor Figeczky, Senior Manager of Global Policy bei IFOAM - Organics International, der internationalen Vereinigung ökologischer Landbaubewegungen. IFOAM setzt sich weltweit für die Einführung der Prinzipien ökologischer Landwirtschaft ein. Im Verband ist jeder Betrieb willkommen, der die Praktiken der ökologischen Landwirtschaft übernimmt. Eine Zertifizierung des Betriebs ist für die Mitgliedschaft keine Voraussetzung.

Auch Figeczky ist angesichts der zunehmenden Degradation der Böden alarmiert: „Die Bodenerosion in vielen Teilen der Welt bringt vor allem in Regionen, die von Desertifikation bedroht sind, zahlreich komplexe und soziale Probleme mit sich. Verschmutztes Trink- und Grundwasser, steigende Lebensmittelpreise, Hungersnöte und Migration sind nur ein Teil davon“, erklärt der Experte.

Dass sich die Länder der EU darauf geeinigt haben, bis zum Jahr 2030 mindestens 25 Prozent der Ackerfläche für ökologischen Anbau zu nutzen, reicht für ihn als Gegenmaßnahme bei weitem nicht aus. Er setzt sich dafür ein, dass auch konventionelle Landwirtschaftsbetriebe Praktiken aus dem ökologischen Landbau übernehmen: „Ökologischer Landbau ist die Antwort auf viele globale Probleme: Es ist ein holistisches System, von dem nicht nur unsere Böden oder die Biodiversität von Pflanzen und Tieren an Land und unter Wasser profitieren. Ökologischer Landbau hilft auch, den Klimawandel einzudämmen, sich an ihn anzupassen und Kontaminationen sowie Umweltverschmutzungen zu reduzieren. Einige Praktiken, wie zum Beispiel beim Anbau von Gemüse spezifischen Rotationsprinzipien zu folgen, sind leicht umzusetzen und können auch von konventionellen Großbetrieben adaptiert werden.“

Pestizide können auch für Menschen gefährlich sein

In Produktions- und Organisationsweisen, wie Ackerpulco sie betreibt, sieht Gábor Figeczky die Chance, das Thema Landwirtschaft zurück in das gesellschaftliche Bewusstsein zu rücken: „Wir sollten eines nicht vergessen: Der Preis, den wir im Supermarkt für konventionell angebautes Gemüse zahlen, deckt aufseiten der Landwirt*innen oft grade einmal die Kosten des Saatguts. Konventionell produzierende Landwirt*innen erhalten hier zahlreiche Subventionen, damit der Preis der Nahrungsmittel für die Verbraucher*innen billig bleibt. Die Umweltauflagen für Landwirt*innen sind sehr niedrig und so zahlen wir den vollen Preis für konventionelle Landwirtschaft an anderen Stellen: Im Gesundheitssystem, wenn uns Rückstände von Pestiziden im Essen krankmachen und bei der Beseitigung von Umweltschäden, wenn die Düngemittel Pestizide in Flüsse, Seen, Ozeane und ins Grundwasser gelangen.“ Die gefährliche Wirkung von Pestiziden wie zum Beispiel Glyphosat ist inzwischen hinreichend erforscht und bewiesen: Pestizide sind beispielsweise als häufigste Ursache für Krebserkrankungen in der westlichen Welt identifiziert [4]. Bauern und Bäuerinnen, die Pestizide einsetzen, erkranken häufig an Parkinson. Parkinson ist daher in Frankreich bereits als Berufskrankheit von Landwirt*innen anerkannt [5].

Italiens Grund- und Trinkwasser ist teilweise verseucht

Mit den Problemen, die Pestizide verursachen, ist auch Davide Pierleoni bestens vertraut. Pierleoni ist Marketingmanager von CCPB, einer TÜV NORD Group-Gesellschaft, die Zertifizierungen für ökologische Lebensmittel und Produkte anbietet. Darüber hinaus lebt er in der italienischen Stadt Bologna, die in einer Region liegt, in der Forscher*innen in den Jahren 2015 und 2016 die Gewässer auf Pestizide [6] untersuchten. Ihr Ergebnis: 7 Prozent der Wasserproben wurden aufgrund der hohen Pestizidbelastung als nicht mehr trinkbar eingestuft.

Wie Gábor Figeczky sieht auch Pierleoni die Lösung für das Trinkwasserproblem im ökologischen Landbau: „Der Gehalt von Pestiziden im Boden wird beispielsweise bei unseren Zertifizierungen als ein Indikator für ökologischen Landbau gemessen. Wir entnehmen dazu Bodenproben und untersuchen diese im Labor.“ Je nach Resultat wird der Betrieb zertifiziert - oder eben auch nicht: „Unsere Zertifizierungen zielen auf eine Verbesserung der Umwelt und den Schutz der Gesundheit von Verbraucher*innen ab“, erklärt er. Nicht anders als bei Ackerpulco und IFOAM spielt auch für CCPB das Vertrauen zwischen Produzent*innen und Konsument*innen die ausschlaggebende Rolle. Die Zertifizierung ist der strukturierte Rahmen, um dieses Vertrauen herzustellen und langfristig zu stabilisieren: „Mit unseren Zertifizierungen garantieren wir Unternehmen und Verbrauchenden, dass die Produkte, die sie kaufen, wirklich so sind, wie der Hersteller sie auf dem Etikett deklariert hat.“

Auf diese Weise stärkten die Zertifizierungen das Vertrauen der Endverbraucher und förderten die Nachfrage nach ökologischen Produkten, die laut Pierleonis Beobachtungen vor allem bei jungen Konsumentinnen und Konsumenten gefragt seien: „Die Popularität eines Firmenlogos oder einer Marke allein reicht nicht aus, um auf dem Markt und bei den Verbrauchern zu bestehen. Es bedarf Garantien. Diese können durch die Zertifizierung durch eine akkreditierte dritte Partei gewährleistet werden“, so lautet die Bilanz des Experten.

 

Redaktion: Iris Maaß,

Iris Maaß ist International Marketing Manager  TÜV NORD GROUP im Bereich Food & Agriculture, Gründerin einer Community für Frauenempowerment und Hochschuldozentin für die Bereiche digitales Marketing und CRM.

 

Autorin: Nina Schmulius

Nina Schmulius ist Head of Content bei DMT GROUP, Gründerin und Hochschuldozentin. Sie forscht an der Frage, wie uns der sozial-ökonomische Wandel gelingen kann und welche Rolle hierbei die Hochschulbildung spielt. Ihre Forschungsergebnisse verarbeitet sie derzeit in einer Dissertation zum Thema narrative Epistemologie in den Wirtschaftswissenschaften. Weitere Informationen gibt es unter www.ninaschmulius.com


[1] u.a. IPCC Sonderbericht über Klimawandel und Landsysteme (SRCCL), 2019

[2] World Atlas of Desertification, Joint Research Centre der Europäischen Union

[4] u.a. It’s raining pesticides in New Scientist vom 2. April 1999

[5] Agrarheute vom 16.05.2012

[6] Rapporto nazionale pesticidi nelle aque 2018 der italienischen Umweltbehörde ISPRA (Istituto Superiore per la Protezione e la Ricerca Ambientale) 

Unser Know-how für Ihren Erfolg

TÜV NORD CERT ist ein international anerkannter und zuverlässiger Partner für Prüf- und Zertifizierungsdienstleistungen. Unsere Sachverständigen und Auditoren verfügen über fundiertes Wissen und haben grundsätzlich eine Festanstellung bei TÜV NORD. Hierdurch sind Unabhängigkeit und Neutralität sowie Kontinuität bei der Betreuung unserer Kunden gewährleistet.

Iris Maaß

Iris Maaß

TÜV NORD Food & Agriculture
International Marketing Manager
Am TÜV 1, 30519 Hannover

foodcert@tuev-nord.de

linkedin irismaass


Iris Maaß ist International Marketing Manager der TÜV NORD Food & Agriculture, Gründerin und Hochschuldozentin für die Bereiche digitales Marketing und CRM.

Boden- und Trinkwasserqualität profitieren vom zertifizierten ökologischen Landbau unterstützt von TÜV NORD/ CCPB

21.07.2022 | Nachhaltigkeit in der Nahrungsmittelproduktion: Weltweit haben wir unter anderem bereits rund 75 Prozent unserer Böden so stark beschädigt und ausgelaugt, dass auf ihnen nichts mehr wachsen kann. Um globale Hungersnöte zu vermeiden, müssen wir die Praktiken unserer Landwirtschaft ändern. Der folgende Beitrag zeigt auf wie es gelingen kann.
Bodenqualität

Überschwemmungen, Dürreperioden, Tier- und Pflanzenarten, die vom Aussterben bedroht sind - die neuesten Forschungsergebnisse [1] zur menschengemachten Erderhitzung sind alarmierend. Bereits jetzt ist eine unserer wichtigsten Lebensgrundlagen existenziell bedroht: Weltweit haben wir unter anderem bereits rund 75 Prozent unserer Böden so stark beschädigt und ausgelaugt, dass auf ihnen nichts mehr wachsen kann [2]. Expert*innen warnen: Um globale Hungersnöte zu vermeiden, müssen wir die Praktiken unserer Landwirtschaft ändern. Der folgende Beitrag zeigt auf wie es gelingen kann. 

Eine Autostunde hinter Berlin, kurz vor der Grenze zu Polen. Hier liegt, versteckt zwischen üppigen Wäldern und einer verschlungenen Fluss- und Seenlandschaft das Dorf Alt Madlitz. Scheint der Dorfkern auf den ersten Blick eher unspektakulär zu sein, so liegt doch am Stadtrand, umgeben vom ersten englischen Landschaftspark Brandenburgs ein malerisches Schlossgut, das seit dem 18.Jahrhundert Kunstschaffenden und Vordenkenden als Rückzugsort dient: Wilhelm von Humboldt, Clemens Brentano und Ludwig Tieck - sie alle debattierten hier über wichtige Fragen der Zukunft, gefördert durch den damaligen Besitzer Friedrich Ludwig Karl Finck von Finckenstein. Der Geist des Aufbruchs ist bis heute zu spüren: Benedikt Bösel, aktueller Erbe und Besitzer des adligen Herrschaftssitzes, ist Landwirt und verpachtet einen Teil seiner ökologisch zertifizierten Ackerfelder an innovative Startups, wissenschaftliche Einrichtungen und experimentierfreudige Landwirt*innen, die sich ein gemeinsames Ziel gesetzt haben: Mithilfe regenerativer Landwirtschaft das natürliche Potenzial der Äckerböden zu fördern [3].

Teil dieses ambitionierten Projekts sind auch die beiden Biolog*innen Anne Kaulfuß und Deacon Dunlop, die auf ihrem Hof Ackerpulco seit rund drei Jahren nicht nur Gemüse ohne künstlichen oder tierischen Zusätze anbauen, sondern auf ihrem bio-zertifiziertem Acker auch eine sogenannte solidarische Landwirtschaft (Solawi) betreiben. Die Solawi ist eine Organisationsform, bei der Produzent*innen und Konsument*innen direkt und ohne Umweg über den Supermarkt miteinander kooperieren: Einmal wöchentlichen fahren Kaulfuß und Dunlop ihr Gemüse in die nächstgelegenen Städte zu den teilnehmenden Haushalten. Die Städter*innen erhalten auf diese Weise regional angebautes, saisonales Gemüse direkt vom Feld, können Ackerpulco jederzeit besuchen oder dort bei der Ernte helfen. Im Gegenzug dazu verpflichten sie sich, pro Jahr einen kontinuierlichen finanziellen Beitrag zu leisten, der Kaulfuß und Dunlop Planungssicherheit und Gestaltungsspielraum verschafft: „Wir müssen uns keine Sorgen mehr um die Vermarktung unserer Produkte machen und können jährlich sicher kalkulieren,“ erklärt Kaulfuß, die in dem Konzept der Solawi nur Vorteile sieht. Dunlop ergänzt: „Konsumenten und Konsumentinnen wie Produzierende bauen Beziehungen und Vertrauen zueinander auf. Statt sich fragen zu müssen, aus welcher Plastikwüste mein Salatkopf stammt, wie viele Kilometer er transportiert wurde und ob darin wirklich keine Pestizide enthalten sind, können bei der Solawi alle Beteiligten jeden Schritt kontrollieren - vom Kauf des Saatguts bis zum Waschen des Salatkopfs“.

Den Preis für pestizidbelastetes Gemüse zahlt das Gesundheitssystem

Wie wichtig Vertrauen und eine gute Beziehung zwischen Landwirt*innen und Konsument*innen für die Lebensmittelbranche ist, das weiß auch Gábor Figeczky, Senior Manager of Global Policy bei IFOAM - Organics International, der internationalen Vereinigung ökologischer Landbaubewegungen. IFOAM setzt sich weltweit für die Einführung der Prinzipien ökologischer Landwirtschaft ein. Im Verband ist jeder Betrieb willkommen, der die Praktiken der ökologischen Landwirtschaft übernimmt. Eine Zertifizierung des Betriebs ist für die Mitgliedschaft keine Voraussetzung.

Auch Figeczky ist angesichts der zunehmenden Degradation der Böden alarmiert: „Die Bodenerosion in vielen Teilen der Welt bringt vor allem in Regionen, die von Desertifikation bedroht sind, zahlreich komplexe und soziale Probleme mit sich. Verschmutztes Trink- und Grundwasser, steigende Lebensmittelpreise, Hungersnöte und Migration sind nur ein Teil davon“, erklärt der Experte.

Dass sich die Länder der EU darauf geeinigt haben, bis zum Jahr 2030 mindestens 25 Prozent der Ackerfläche für ökologischen Anbau zu nutzen, reicht für ihn als Gegenmaßnahme bei weitem nicht aus. Er setzt sich dafür ein, dass auch konventionelle Landwirtschaftsbetriebe Praktiken aus dem ökologischen Landbau übernehmen: „Ökologischer Landbau ist die Antwort auf viele globale Probleme: Es ist ein holistisches System, von dem nicht nur unsere Böden oder die Biodiversität von Pflanzen und Tieren an Land und unter Wasser profitieren. Ökologischer Landbau hilft auch, den Klimawandel einzudämmen, sich an ihn anzupassen und Kontaminationen sowie Umweltverschmutzungen zu reduzieren. Einige Praktiken, wie zum Beispiel beim Anbau von Gemüse spezifischen Rotationsprinzipien zu folgen, sind leicht umzusetzen und können auch von konventionellen Großbetrieben adaptiert werden.“

Pestizide können auch für Menschen gefährlich sein

In Produktions- und Organisationsweisen, wie Ackerpulco sie betreibt, sieht Gábor Figeczky die Chance, das Thema Landwirtschaft zurück in das gesellschaftliche Bewusstsein zu rücken: „Wir sollten eines nicht vergessen: Der Preis, den wir im Supermarkt für konventionell angebautes Gemüse zahlen, deckt aufseiten der Landwirt*innen oft grade einmal die Kosten des Saatguts. Konventionell produzierende Landwirt*innen erhalten hier zahlreiche Subventionen, damit der Preis der Nahrungsmittel für die Verbraucher*innen billig bleibt. Die Umweltauflagen für Landwirt*innen sind sehr niedrig und so zahlen wir den vollen Preis für konventionelle Landwirtschaft an anderen Stellen: Im Gesundheitssystem, wenn uns Rückstände von Pestiziden im Essen krankmachen und bei der Beseitigung von Umweltschäden, wenn die Düngemittel Pestizide in Flüsse, Seen, Ozeane und ins Grundwasser gelangen.“ Die gefährliche Wirkung von Pestiziden wie zum Beispiel Glyphosat ist inzwischen hinreichend erforscht und bewiesen: Pestizide sind beispielsweise als häufigste Ursache für Krebserkrankungen in der westlichen Welt identifiziert [4]. Bauern und Bäuerinnen, die Pestizide einsetzen, erkranken häufig an Parkinson. Parkinson ist daher in Frankreich bereits als Berufskrankheit von Landwirt*innen anerkannt [5].

Italiens Grund- und Trinkwasser ist teilweise verseucht

Mit den Problemen, die Pestizide verursachen, ist auch Davide Pierleoni bestens vertraut. Pierleoni ist Marketingmanager von CCPB, einer TÜV NORD Group-Gesellschaft, die Zertifizierungen für ökologische Lebensmittel und Produkte anbietet. Darüber hinaus lebt er in der italienischen Stadt Bologna, die in einer Region liegt, in der Forscher*innen in den Jahren 2015 und 2016 die Gewässer auf Pestizide [6] untersuchten. Ihr Ergebnis: 7 Prozent der Wasserproben wurden aufgrund der hohen Pestizidbelastung als nicht mehr trinkbar eingestuft.

Wie Gábor Figeczky sieht auch Pierleoni die Lösung für das Trinkwasserproblem im ökologischen Landbau: „Der Gehalt von Pestiziden im Boden wird beispielsweise bei unseren Zertifizierungen als ein Indikator für ökologischen Landbau gemessen. Wir entnehmen dazu Bodenproben und untersuchen diese im Labor.“ Je nach Resultat wird der Betrieb zertifiziert - oder eben auch nicht: „Unsere Zertifizierungen zielen auf eine Verbesserung der Umwelt und den Schutz der Gesundheit von Verbraucher*innen ab“, erklärt er. Nicht anders als bei Ackerpulco und IFOAM spielt auch für CCPB das Vertrauen zwischen Produzent*innen und Konsument*innen die ausschlaggebende Rolle. Die Zertifizierung ist der strukturierte Rahmen, um dieses Vertrauen herzustellen und langfristig zu stabilisieren: „Mit unseren Zertifizierungen garantieren wir Unternehmen und Verbrauchenden, dass die Produkte, die sie kaufen, wirklich so sind, wie der Hersteller sie auf dem Etikett deklariert hat.“

Auf diese Weise stärkten die Zertifizierungen das Vertrauen der Endverbraucher und förderten die Nachfrage nach ökologischen Produkten, die laut Pierleonis Beobachtungen vor allem bei jungen Konsumentinnen und Konsumenten gefragt seien: „Die Popularität eines Firmenlogos oder einer Marke allein reicht nicht aus, um auf dem Markt und bei den Verbrauchern zu bestehen. Es bedarf Garantien. Diese können durch die Zertifizierung durch eine akkreditierte dritte Partei gewährleistet werden“, so lautet die Bilanz des Experten.

 

Redaktion: Iris Maaß,

Iris Maaß ist International Marketing Manager  TÜV NORD GROUP im Bereich Food & Agriculture, Gründerin einer Community für Frauenempowerment und Hochschuldozentin für die Bereiche digitales Marketing und CRM.

 

Autorin: Nina Schmulius

Nina Schmulius ist Head of Content bei DMT GROUP, Gründerin und Hochschuldozentin. Sie forscht an der Frage, wie uns der sozial-ökonomische Wandel gelingen kann und welche Rolle hierbei die Hochschulbildung spielt. Ihre Forschungsergebnisse verarbeitet sie derzeit in einer Dissertation zum Thema narrative Epistemologie in den Wirtschaftswissenschaften. Weitere Informationen gibt es unter www.ninaschmulius.com


[1] u.a. IPCC Sonderbericht über Klimawandel und Landsysteme (SRCCL), 2019

[2] World Atlas of Desertification, Joint Research Centre der Europäischen Union

[4] u.a. It’s raining pesticides in New Scientist vom 2. April 1999

[5] Agrarheute vom 16.05.2012

[6] Rapporto nazionale pesticidi nelle aque 2018 der italienischen Umweltbehörde ISPRA (Istituto Superiore per la Protezione e la Ricerca Ambientale) 

Unser Know-how für Ihren Erfolg

TÜV NORD CERT ist ein international anerkannter und zuverlässiger Partner für Prüf- und Zertifizierungsdienstleistungen. Unsere Sachverständigen und Auditoren verfügen über fundiertes Wissen und haben grundsätzlich eine Festanstellung bei TÜV NORD. Hierdurch sind Unabhängigkeit und Neutralität sowie Kontinuität bei der Betreuung unserer Kunden gewährleistet.

Iris Maaß

Iris Maaß

TÜV NORD Food & Agriculture
International Marketing Manager
Am TÜV 1, 30519 Hannover

foodcert@tuev-nord.de

linkedin irismaass


Iris Maaß ist International Marketing Manager der TÜV NORD Food & Agriculture, Gründerin und Hochschuldozentin für die Bereiche digitales Marketing und CRM.

Boden- und Trinkwasserqualität profitieren vom zertifizierten ökologischen Landbau unterstützt von TÜV NORD/ CCPB

21.07.2022 | Nachhaltigkeit in der Nahrungsmittelproduktion: Weltweit haben wir unter anderem bereits rund 75 Prozent unserer Böden so stark beschädigt und ausgelaugt, dass auf ihnen nichts mehr wachsen kann. Um globale Hungersnöte zu vermeiden, müssen wir die Praktiken unserer Landwirtschaft ändern. Der folgende Beitrag zeigt auf wie es gelingen kann.
Bodenqualität

Überschwemmungen, Dürreperioden, Tier- und Pflanzenarten, die vom Aussterben bedroht sind - die neuesten Forschungsergebnisse [1] zur menschengemachten Erderhitzung sind alarmierend. Bereits jetzt ist eine unserer wichtigsten Lebensgrundlagen existenziell bedroht: Weltweit haben wir unter anderem bereits rund 75 Prozent unserer Böden so stark beschädigt und ausgelaugt, dass auf ihnen nichts mehr wachsen kann [2]. Expert*innen warnen: Um globale Hungersnöte zu vermeiden, müssen wir die Praktiken unserer Landwirtschaft ändern. Der folgende Beitrag zeigt auf wie es gelingen kann. 

Eine Autostunde hinter Berlin, kurz vor der Grenze zu Polen. Hier liegt, versteckt zwischen üppigen Wäldern und einer verschlungenen Fluss- und Seenlandschaft das Dorf Alt Madlitz. Scheint der Dorfkern auf den ersten Blick eher unspektakulär zu sein, so liegt doch am Stadtrand, umgeben vom ersten englischen Landschaftspark Brandenburgs ein malerisches Schlossgut, das seit dem 18.Jahrhundert Kunstschaffenden und Vordenkenden als Rückzugsort dient: Wilhelm von Humboldt, Clemens Brentano und Ludwig Tieck - sie alle debattierten hier über wichtige Fragen der Zukunft, gefördert durch den damaligen Besitzer Friedrich Ludwig Karl Finck von Finckenstein. Der Geist des Aufbruchs ist bis heute zu spüren: Benedikt Bösel, aktueller Erbe und Besitzer des adligen Herrschaftssitzes, ist Landwirt und verpachtet einen Teil seiner ökologisch zertifizierten Ackerfelder an innovative Startups, wissenschaftliche Einrichtungen und experimentierfreudige Landwirt*innen, die sich ein gemeinsames Ziel gesetzt haben: Mithilfe regenerativer Landwirtschaft das natürliche Potenzial der Äckerböden zu fördern [3].

Teil dieses ambitionierten Projekts sind auch die beiden Biolog*innen Anne Kaulfuß und Deacon Dunlop, die auf ihrem Hof Ackerpulco seit rund drei Jahren nicht nur Gemüse ohne künstlichen oder tierischen Zusätze anbauen, sondern auf ihrem bio-zertifiziertem Acker auch eine sogenannte solidarische Landwirtschaft (Solawi) betreiben. Die Solawi ist eine Organisationsform, bei der Produzent*innen und Konsument*innen direkt und ohne Umweg über den Supermarkt miteinander kooperieren: Einmal wöchentlichen fahren Kaulfuß und Dunlop ihr Gemüse in die nächstgelegenen Städte zu den teilnehmenden Haushalten. Die Städter*innen erhalten auf diese Weise regional angebautes, saisonales Gemüse direkt vom Feld, können Ackerpulco jederzeit besuchen oder dort bei der Ernte helfen. Im Gegenzug dazu verpflichten sie sich, pro Jahr einen kontinuierlichen finanziellen Beitrag zu leisten, der Kaulfuß und Dunlop Planungssicherheit und Gestaltungsspielraum verschafft: „Wir müssen uns keine Sorgen mehr um die Vermarktung unserer Produkte machen und können jährlich sicher kalkulieren,“ erklärt Kaulfuß, die in dem Konzept der Solawi nur Vorteile sieht. Dunlop ergänzt: „Konsumenten und Konsumentinnen wie Produzierende bauen Beziehungen und Vertrauen zueinander auf. Statt sich fragen zu müssen, aus welcher Plastikwüste mein Salatkopf stammt, wie viele Kilometer er transportiert wurde und ob darin wirklich keine Pestizide enthalten sind, können bei der Solawi alle Beteiligten jeden Schritt kontrollieren - vom Kauf des Saatguts bis zum Waschen des Salatkopfs“.

Den Preis für pestizidbelastetes Gemüse zahlt das Gesundheitssystem

Wie wichtig Vertrauen und eine gute Beziehung zwischen Landwirt*innen und Konsument*innen für die Lebensmittelbranche ist, das weiß auch Gábor Figeczky, Senior Manager of Global Policy bei IFOAM - Organics International, der internationalen Vereinigung ökologischer Landbaubewegungen. IFOAM setzt sich weltweit für die Einführung der Prinzipien ökologischer Landwirtschaft ein. Im Verband ist jeder Betrieb willkommen, der die Praktiken der ökologischen Landwirtschaft übernimmt. Eine Zertifizierung des Betriebs ist für die Mitgliedschaft keine Voraussetzung.

Auch Figeczky ist angesichts der zunehmenden Degradation der Böden alarmiert: „Die Bodenerosion in vielen Teilen der Welt bringt vor allem in Regionen, die von Desertifikation bedroht sind, zahlreich komplexe und soziale Probleme mit sich. Verschmutztes Trink- und Grundwasser, steigende Lebensmittelpreise, Hungersnöte und Migration sind nur ein Teil davon“, erklärt der Experte.

Dass sich die Länder der EU darauf geeinigt haben, bis zum Jahr 2030 mindestens 25 Prozent der Ackerfläche für ökologischen Anbau zu nutzen, reicht für ihn als Gegenmaßnahme bei weitem nicht aus. Er setzt sich dafür ein, dass auch konventionelle Landwirtschaftsbetriebe Praktiken aus dem ökologischen Landbau übernehmen: „Ökologischer Landbau ist die Antwort auf viele globale Probleme: Es ist ein holistisches System, von dem nicht nur unsere Böden oder die Biodiversität von Pflanzen und Tieren an Land und unter Wasser profitieren. Ökologischer Landbau hilft auch, den Klimawandel einzudämmen, sich an ihn anzupassen und Kontaminationen sowie Umweltverschmutzungen zu reduzieren. Einige Praktiken, wie zum Beispiel beim Anbau von Gemüse spezifischen Rotationsprinzipien zu folgen, sind leicht umzusetzen und können auch von konventionellen Großbetrieben adaptiert werden.“

Pestizide können auch für Menschen gefährlich sein

In Produktions- und Organisationsweisen, wie Ackerpulco sie betreibt, sieht Gábor Figeczky die Chance, das Thema Landwirtschaft zurück in das gesellschaftliche Bewusstsein zu rücken: „Wir sollten eines nicht vergessen: Der Preis, den wir im Supermarkt für konventionell angebautes Gemüse zahlen, deckt aufseiten der Landwirt*innen oft grade einmal die Kosten des Saatguts. Konventionell produzierende Landwirt*innen erhalten hier zahlreiche Subventionen, damit der Preis der Nahrungsmittel für die Verbraucher*innen billig bleibt. Die Umweltauflagen für Landwirt*innen sind sehr niedrig und so zahlen wir den vollen Preis für konventionelle Landwirtschaft an anderen Stellen: Im Gesundheitssystem, wenn uns Rückstände von Pestiziden im Essen krankmachen und bei der Beseitigung von Umweltschäden, wenn die Düngemittel Pestizide in Flüsse, Seen, Ozeane und ins Grundwasser gelangen.“ Die gefährliche Wirkung von Pestiziden wie zum Beispiel Glyphosat ist inzwischen hinreichend erforscht und bewiesen: Pestizide sind beispielsweise als häufigste Ursache für Krebserkrankungen in der westlichen Welt identifiziert [4]. Bauern und Bäuerinnen, die Pestizide einsetzen, erkranken häufig an Parkinson. Parkinson ist daher in Frankreich bereits als Berufskrankheit von Landwirt*innen anerkannt [5].

Italiens Grund- und Trinkwasser ist teilweise verseucht

Mit den Problemen, die Pestizide verursachen, ist auch Davide Pierleoni bestens vertraut. Pierleoni ist Marketingmanager von CCPB, einer TÜV NORD Group-Gesellschaft, die Zertifizierungen für ökologische Lebensmittel und Produkte anbietet. Darüber hinaus lebt er in der italienischen Stadt Bologna, die in einer Region liegt, in der Forscher*innen in den Jahren 2015 und 2016 die Gewässer auf Pestizide [6] untersuchten. Ihr Ergebnis: 7 Prozent der Wasserproben wurden aufgrund der hohen Pestizidbelastung als nicht mehr trinkbar eingestuft.

Wie Gábor Figeczky sieht auch Pierleoni die Lösung für das Trinkwasserproblem im ökologischen Landbau: „Der Gehalt von Pestiziden im Boden wird beispielsweise bei unseren Zertifizierungen als ein Indikator für ökologischen Landbau gemessen. Wir entnehmen dazu Bodenproben und untersuchen diese im Labor.“ Je nach Resultat wird der Betrieb zertifiziert - oder eben auch nicht: „Unsere Zertifizierungen zielen auf eine Verbesserung der Umwelt und den Schutz der Gesundheit von Verbraucher*innen ab“, erklärt er. Nicht anders als bei Ackerpulco und IFOAM spielt auch für CCPB das Vertrauen zwischen Produzent*innen und Konsument*innen die ausschlaggebende Rolle. Die Zertifizierung ist der strukturierte Rahmen, um dieses Vertrauen herzustellen und langfristig zu stabilisieren: „Mit unseren Zertifizierungen garantieren wir Unternehmen und Verbrauchenden, dass die Produkte, die sie kaufen, wirklich so sind, wie der Hersteller sie auf dem Etikett deklariert hat.“

Auf diese Weise stärkten die Zertifizierungen das Vertrauen der Endverbraucher und förderten die Nachfrage nach ökologischen Produkten, die laut Pierleonis Beobachtungen vor allem bei jungen Konsumentinnen und Konsumenten gefragt seien: „Die Popularität eines Firmenlogos oder einer Marke allein reicht nicht aus, um auf dem Markt und bei den Verbrauchern zu bestehen. Es bedarf Garantien. Diese können durch die Zertifizierung durch eine akkreditierte dritte Partei gewährleistet werden“, so lautet die Bilanz des Experten.

 

Redaktion: Iris Maaß,

Iris Maaß ist International Marketing Manager  TÜV NORD GROUP im Bereich Food & Agriculture, Gründerin einer Community für Frauenempowerment und Hochschuldozentin für die Bereiche digitales Marketing und CRM.

 

Autorin: Nina Schmulius

Nina Schmulius ist Head of Content bei DMT GROUP, Gründerin und Hochschuldozentin. Sie forscht an der Frage, wie uns der sozial-ökonomische Wandel gelingen kann und welche Rolle hierbei die Hochschulbildung spielt. Ihre Forschungsergebnisse verarbeitet sie derzeit in einer Dissertation zum Thema narrative Epistemologie in den Wirtschaftswissenschaften. Weitere Informationen gibt es unter www.ninaschmulius.com


[1] u.a. IPCC Sonderbericht über Klimawandel und Landsysteme (SRCCL), 2019

[2] World Atlas of Desertification, Joint Research Centre der Europäischen Union

[4] u.a. It’s raining pesticides in New Scientist vom 2. April 1999

[5] Agrarheute vom 16.05.2012

[6] Rapporto nazionale pesticidi nelle aque 2018 der italienischen Umweltbehörde ISPRA (Istituto Superiore per la Protezione e la Ricerca Ambientale) 

Unser Know-how für Ihren Erfolg

TÜV NORD CERT ist ein international anerkannter und zuverlässiger Partner für Prüf- und Zertifizierungsdienstleistungen. Unsere Sachverständigen und Auditoren verfügen über fundiertes Wissen und haben grundsätzlich eine Festanstellung bei TÜV NORD. Hierdurch sind Unabhängigkeit und Neutralität sowie Kontinuität bei der Betreuung unserer Kunden gewährleistet.

Iris Maaß

Iris Maaß

TÜV NORD Food & Agriculture
International Marketing Manager
Am TÜV 1, 30519 Hannover

foodcert@tuev-nord.de

linkedin irismaass


Iris Maaß ist International Marketing Manager der TÜV NORD Food & Agriculture, Gründerin und Hochschuldozentin für die Bereiche digitales Marketing und CRM.

Boden- und Trinkwasserqualität profitieren vom zertifizierten ökologischen Landbau unterstützt von TÜV NORD/ CCPB

21.07.2022 | Nachhaltigkeit in der Nahrungsmittelproduktion: Weltweit haben wir unter anderem bereits rund 75 Prozent unserer Böden so stark beschädigt und ausgelaugt, dass auf ihnen nichts mehr wachsen kann. Um globale Hungersnöte zu vermeiden, müssen wir die Praktiken unserer Landwirtschaft ändern. Der folgende Beitrag zeigt auf wie es gelingen kann.
Bodenqualität

Überschwemmungen, Dürreperioden, Tier- und Pflanzenarten, die vom Aussterben bedroht sind - die neuesten Forschungsergebnisse [1] zur menschengemachten Erderhitzung sind alarmierend. Bereits jetzt ist eine unserer wichtigsten Lebensgrundlagen existenziell bedroht: Weltweit haben wir unter anderem bereits rund 75 Prozent unserer Böden so stark beschädigt und ausgelaugt, dass auf ihnen nichts mehr wachsen kann [2]. Expert*innen warnen: Um globale Hungersnöte zu vermeiden, müssen wir die Praktiken unserer Landwirtschaft ändern. Der folgende Beitrag zeigt auf wie es gelingen kann. 

Eine Autostunde hinter Berlin, kurz vor der Grenze zu Polen. Hier liegt, versteckt zwischen üppigen Wäldern und einer verschlungenen Fluss- und Seenlandschaft das Dorf Alt Madlitz. Scheint der Dorfkern auf den ersten Blick eher unspektakulär zu sein, so liegt doch am Stadtrand, umgeben vom ersten englischen Landschaftspark Brandenburgs ein malerisches Schlossgut, das seit dem 18.Jahrhundert Kunstschaffenden und Vordenkenden als Rückzugsort dient: Wilhelm von Humboldt, Clemens Brentano und Ludwig Tieck - sie alle debattierten hier über wichtige Fragen der Zukunft, gefördert durch den damaligen Besitzer Friedrich Ludwig Karl Finck von Finckenstein. Der Geist des Aufbruchs ist bis heute zu spüren: Benedikt Bösel, aktueller Erbe und Besitzer des adligen Herrschaftssitzes, ist Landwirt und verpachtet einen Teil seiner ökologisch zertifizierten Ackerfelder an innovative Startups, wissenschaftliche Einrichtungen und experimentierfreudige Landwirt*innen, die sich ein gemeinsames Ziel gesetzt haben: Mithilfe regenerativer Landwirtschaft das natürliche Potenzial der Äckerböden zu fördern [3].

Teil dieses ambitionierten Projekts sind auch die beiden Biolog*innen Anne Kaulfuß und Deacon Dunlop, die auf ihrem Hof Ackerpulco seit rund drei Jahren nicht nur Gemüse ohne künstlichen oder tierischen Zusätze anbauen, sondern auf ihrem bio-zertifiziertem Acker auch eine sogenannte solidarische Landwirtschaft (Solawi) betreiben. Die Solawi ist eine Organisationsform, bei der Produzent*innen und Konsument*innen direkt und ohne Umweg über den Supermarkt miteinander kooperieren: Einmal wöchentlichen fahren Kaulfuß und Dunlop ihr Gemüse in die nächstgelegenen Städte zu den teilnehmenden Haushalten. Die Städter*innen erhalten auf diese Weise regional angebautes, saisonales Gemüse direkt vom Feld, können Ackerpulco jederzeit besuchen oder dort bei der Ernte helfen. Im Gegenzug dazu verpflichten sie sich, pro Jahr einen kontinuierlichen finanziellen Beitrag zu leisten, der Kaulfuß und Dunlop Planungssicherheit und Gestaltungsspielraum verschafft: „Wir müssen uns keine Sorgen mehr um die Vermarktung unserer Produkte machen und können jährlich sicher kalkulieren,“ erklärt Kaulfuß, die in dem Konzept der Solawi nur Vorteile sieht. Dunlop ergänzt: „Konsumenten und Konsumentinnen wie Produzierende bauen Beziehungen und Vertrauen zueinander auf. Statt sich fragen zu müssen, aus welcher Plastikwüste mein Salatkopf stammt, wie viele Kilometer er transportiert wurde und ob darin wirklich keine Pestizide enthalten sind, können bei der Solawi alle Beteiligten jeden Schritt kontrollieren - vom Kauf des Saatguts bis zum Waschen des Salatkopfs“.

Den Preis für pestizidbelastetes Gemüse zahlt das Gesundheitssystem

Wie wichtig Vertrauen und eine gute Beziehung zwischen Landwirt*innen und Konsument*innen für die Lebensmittelbranche ist, das weiß auch Gábor Figeczky, Senior Manager of Global Policy bei IFOAM - Organics International, der internationalen Vereinigung ökologischer Landbaubewegungen. IFOAM setzt sich weltweit für die Einführung der Prinzipien ökologischer Landwirtschaft ein. Im Verband ist jeder Betrieb willkommen, der die Praktiken der ökologischen Landwirtschaft übernimmt. Eine Zertifizierung des Betriebs ist für die Mitgliedschaft keine Voraussetzung.

Auch Figeczky ist angesichts der zunehmenden Degradation der Böden alarmiert: „Die Bodenerosion in vielen Teilen der Welt bringt vor allem in Regionen, die von Desertifikation bedroht sind, zahlreich komplexe und soziale Probleme mit sich. Verschmutztes Trink- und Grundwasser, steigende Lebensmittelpreise, Hungersnöte und Migration sind nur ein Teil davon“, erklärt der Experte.

Dass sich die Länder der EU darauf geeinigt haben, bis zum Jahr 2030 mindestens 25 Prozent der Ackerfläche für ökologischen Anbau zu nutzen, reicht für ihn als Gegenmaßnahme bei weitem nicht aus. Er setzt sich dafür ein, dass auch konventionelle Landwirtschaftsbetriebe Praktiken aus dem ökologischen Landbau übernehmen: „Ökologischer Landbau ist die Antwort auf viele globale Probleme: Es ist ein holistisches System, von dem nicht nur unsere Böden oder die Biodiversität von Pflanzen und Tieren an Land und unter Wasser profitieren. Ökologischer Landbau hilft auch, den Klimawandel einzudämmen, sich an ihn anzupassen und Kontaminationen sowie Umweltverschmutzungen zu reduzieren. Einige Praktiken, wie zum Beispiel beim Anbau von Gemüse spezifischen Rotationsprinzipien zu folgen, sind leicht umzusetzen und können auch von konventionellen Großbetrieben adaptiert werden.“

Pestizide können auch für Menschen gefährlich sein

In Produktions- und Organisationsweisen, wie Ackerpulco sie betreibt, sieht Gábor Figeczky die Chance, das Thema Landwirtschaft zurück in das gesellschaftliche Bewusstsein zu rücken: „Wir sollten eines nicht vergessen: Der Preis, den wir im Supermarkt für konventionell angebautes Gemüse zahlen, deckt aufseiten der Landwirt*innen oft grade einmal die Kosten des Saatguts. Konventionell produzierende Landwirt*innen erhalten hier zahlreiche Subventionen, damit der Preis der Nahrungsmittel für die Verbraucher*innen billig bleibt. Die Umweltauflagen für Landwirt*innen sind sehr niedrig und so zahlen wir den vollen Preis für konventionelle Landwirtschaft an anderen Stellen: Im Gesundheitssystem, wenn uns Rückstände von Pestiziden im Essen krankmachen und bei der Beseitigung von Umweltschäden, wenn die Düngemittel Pestizide in Flüsse, Seen, Ozeane und ins Grundwasser gelangen.“ Die gefährliche Wirkung von Pestiziden wie zum Beispiel Glyphosat ist inzwischen hinreichend erforscht und bewiesen: Pestizide sind beispielsweise als häufigste Ursache für Krebserkrankungen in der westlichen Welt identifiziert [4]. Bauern und Bäuerinnen, die Pestizide einsetzen, erkranken häufig an Parkinson. Parkinson ist daher in Frankreich bereits als Berufskrankheit von Landwirt*innen anerkannt [5].

Italiens Grund- und Trinkwasser ist teilweise verseucht

Mit den Problemen, die Pestizide verursachen, ist auch Davide Pierleoni bestens vertraut. Pierleoni ist Marketingmanager von CCPB, einer TÜV NORD Group-Gesellschaft, die Zertifizierungen für ökologische Lebensmittel und Produkte anbietet. Darüber hinaus lebt er in der italienischen Stadt Bologna, die in einer Region liegt, in der Forscher*innen in den Jahren 2015 und 2016 die Gewässer auf Pestizide [6] untersuchten. Ihr Ergebnis: 7 Prozent der Wasserproben wurden aufgrund der hohen Pestizidbelastung als nicht mehr trinkbar eingestuft.

Wie Gábor Figeczky sieht auch Pierleoni die Lösung für das Trinkwasserproblem im ökologischen Landbau: „Der Gehalt von Pestiziden im Boden wird beispielsweise bei unseren Zertifizierungen als ein Indikator für ökologischen Landbau gemessen. Wir entnehmen dazu Bodenproben und untersuchen diese im Labor.“ Je nach Resultat wird der Betrieb zertifiziert - oder eben auch nicht: „Unsere Zertifizierungen zielen auf eine Verbesserung der Umwelt und den Schutz der Gesundheit von Verbraucher*innen ab“, erklärt er. Nicht anders als bei Ackerpulco und IFOAM spielt auch für CCPB das Vertrauen zwischen Produzent*innen und Konsument*innen die ausschlaggebende Rolle. Die Zertifizierung ist der strukturierte Rahmen, um dieses Vertrauen herzustellen und langfristig zu stabilisieren: „Mit unseren Zertifizierungen garantieren wir Unternehmen und Verbrauchenden, dass die Produkte, die sie kaufen, wirklich so sind, wie der Hersteller sie auf dem Etikett deklariert hat.“

Auf diese Weise stärkten die Zertifizierungen das Vertrauen der Endverbraucher und förderten die Nachfrage nach ökologischen Produkten, die laut Pierleonis Beobachtungen vor allem bei jungen Konsumentinnen und Konsumenten gefragt seien: „Die Popularität eines Firmenlogos oder einer Marke allein reicht nicht aus, um auf dem Markt und bei den Verbrauchern zu bestehen. Es bedarf Garantien. Diese können durch die Zertifizierung durch eine akkreditierte dritte Partei gewährleistet werden“, so lautet die Bilanz des Experten.

 

Redaktion: Iris Maaß,

Iris Maaß ist International Marketing Manager  TÜV NORD GROUP im Bereich Food & Agriculture, Gründerin einer Community für Frauenempowerment und Hochschuldozentin für die Bereiche digitales Marketing und CRM.

 

Autorin: Nina Schmulius

Nina Schmulius ist Head of Content bei DMT GROUP, Gründerin und Hochschuldozentin. Sie forscht an der Frage, wie uns der sozial-ökonomische Wandel gelingen kann und welche Rolle hierbei die Hochschulbildung spielt. Ihre Forschungsergebnisse verarbeitet sie derzeit in einer Dissertation zum Thema narrative Epistemologie in den Wirtschaftswissenschaften. Weitere Informationen gibt es unter www.ninaschmulius.com


[1] u.a. IPCC Sonderbericht über Klimawandel und Landsysteme (SRCCL), 2019

[2] World Atlas of Desertification, Joint Research Centre der Europäischen Union

[4] u.a. It’s raining pesticides in New Scientist vom 2. April 1999

[5] Agrarheute vom 16.05.2012

[6] Rapporto nazionale pesticidi nelle aque 2018 der italienischen Umweltbehörde ISPRA (Istituto Superiore per la Protezione e la Ricerca Ambientale) 

Unser Know-how für Ihren Erfolg

TÜV NORD CERT ist ein international anerkannter und zuverlässiger Partner für Prüf- und Zertifizierungsdienstleistungen. Unsere Sachverständigen und Auditoren verfügen über fundiertes Wissen und haben grundsätzlich eine Festanstellung bei TÜV NORD. Hierdurch sind Unabhängigkeit und Neutralität sowie Kontinuität bei der Betreuung unserer Kunden gewährleistet.

Iris Maaß

Iris Maaß

TÜV NORD Food & Agriculture
International Marketing Manager
Am TÜV 1, 30519 Hannover

foodcert@tuev-nord.de

linkedin irismaass


Iris Maaß ist International Marketing Manager der TÜV NORD Food & Agriculture, Gründerin und Hochschuldozentin für die Bereiche digitales Marketing und CRM.

Boden- und Trinkwasserqualität profitieren vom zertifizierten ökologischen Landbau unterstützt von TÜV NORD/ CCPB

21.07.2022 | Nachhaltigkeit in der Nahrungsmittelproduktion: Weltweit haben wir unter anderem bereits rund 75 Prozent unserer Böden so stark beschädigt und ausgelaugt, dass auf ihnen nichts mehr wachsen kann. Um globale Hungersnöte zu vermeiden, müssen wir die Praktiken unserer Landwirtschaft ändern. Der folgende Beitrag zeigt auf wie es gelingen kann.
Bodenqualität

Überschwemmungen, Dürreperioden, Tier- und Pflanzenarten, die vom Aussterben bedroht sind - die neuesten Forschungsergebnisse [1] zur menschengemachten Erderhitzung sind alarmierend. Bereits jetzt ist eine unserer wichtigsten Lebensgrundlagen existenziell bedroht: Weltweit haben wir unter anderem bereits rund 75 Prozent unserer Böden so stark beschädigt und ausgelaugt, dass auf ihnen nichts mehr wachsen kann [2]. Expert*innen warnen: Um globale Hungersnöte zu vermeiden, müssen wir die Praktiken unserer Landwirtschaft ändern. Der folgende Beitrag zeigt auf wie es gelingen kann. 

Eine Autostunde hinter Berlin, kurz vor der Grenze zu Polen. Hier liegt, versteckt zwischen üppigen Wäldern und einer verschlungenen Fluss- und Seenlandschaft das Dorf Alt Madlitz. Scheint der Dorfkern auf den ersten Blick eher unspektakulär zu sein, so liegt doch am Stadtrand, umgeben vom ersten englischen Landschaftspark Brandenburgs ein malerisches Schlossgut, das seit dem 18.Jahrhundert Kunstschaffenden und Vordenkenden als Rückzugsort dient: Wilhelm von Humboldt, Clemens Brentano und Ludwig Tieck - sie alle debattierten hier über wichtige Fragen der Zukunft, gefördert durch den damaligen Besitzer Friedrich Ludwig Karl Finck von Finckenstein. Der Geist des Aufbruchs ist bis heute zu spüren: Benedikt Bösel, aktueller Erbe und Besitzer des adligen Herrschaftssitzes, ist Landwirt und verpachtet einen Teil seiner ökologisch zertifizierten Ackerfelder an innovative Startups, wissenschaftliche Einrichtungen und experimentierfreudige Landwirt*innen, die sich ein gemeinsames Ziel gesetzt haben: Mithilfe regenerativer Landwirtschaft das natürliche Potenzial der Äckerböden zu fördern [3].

Teil dieses ambitionierten Projekts sind auch die beiden Biolog*innen Anne Kaulfuß und Deacon Dunlop, die auf ihrem Hof Ackerpulco seit rund drei Jahren nicht nur Gemüse ohne künstlichen oder tierischen Zusätze anbauen, sondern auf ihrem bio-zertifiziertem Acker auch eine sogenannte solidarische Landwirtschaft (Solawi) betreiben. Die Solawi ist eine Organisationsform, bei der Produzent*innen und Konsument*innen direkt und ohne Umweg über den Supermarkt miteinander kooperieren: Einmal wöchentlichen fahren Kaulfuß und Dunlop ihr Gemüse in die nächstgelegenen Städte zu den teilnehmenden Haushalten. Die Städter*innen erhalten auf diese Weise regional angebautes, saisonales Gemüse direkt vom Feld, können Ackerpulco jederzeit besuchen oder dort bei der Ernte helfen. Im Gegenzug dazu verpflichten sie sich, pro Jahr einen kontinuierlichen finanziellen Beitrag zu leisten, der Kaulfuß und Dunlop Planungssicherheit und Gestaltungsspielraum verschafft: „Wir müssen uns keine Sorgen mehr um die Vermarktung unserer Produkte machen und können jährlich sicher kalkulieren,“ erklärt Kaulfuß, die in dem Konzept der Solawi nur Vorteile sieht. Dunlop ergänzt: „Konsumenten und Konsumentinnen wie Produzierende bauen Beziehungen und Vertrauen zueinander auf. Statt sich fragen zu müssen, aus welcher Plastikwüste mein Salatkopf stammt, wie viele Kilometer er transportiert wurde und ob darin wirklich keine Pestizide enthalten sind, können bei der Solawi alle Beteiligten jeden Schritt kontrollieren - vom Kauf des Saatguts bis zum Waschen des Salatkopfs“.

Den Preis für pestizidbelastetes Gemüse zahlt das Gesundheitssystem

Wie wichtig Vertrauen und eine gute Beziehung zwischen Landwirt*innen und Konsument*innen für die Lebensmittelbranche ist, das weiß auch Gábor Figeczky, Senior Manager of Global Policy bei IFOAM - Organics International, der internationalen Vereinigung ökologischer Landbaubewegungen. IFOAM setzt sich weltweit für die Einführung der Prinzipien ökologischer Landwirtschaft ein. Im Verband ist jeder Betrieb willkommen, der die Praktiken der ökologischen Landwirtschaft übernimmt. Eine Zertifizierung des Betriebs ist für die Mitgliedschaft keine Voraussetzung.

Auch Figeczky ist angesichts der zunehmenden Degradation der Böden alarmiert: „Die Bodenerosion in vielen Teilen der Welt bringt vor allem in Regionen, die von Desertifikation bedroht sind, zahlreich komplexe und soziale Probleme mit sich. Verschmutztes Trink- und Grundwasser, steigende Lebensmittelpreise, Hungersnöte und Migration sind nur ein Teil davon“, erklärt der Experte.

Dass sich die Länder der EU darauf geeinigt haben, bis zum Jahr 2030 mindestens 25 Prozent der Ackerfläche für ökologischen Anbau zu nutzen, reicht für ihn als Gegenmaßnahme bei weitem nicht aus. Er setzt sich dafür ein, dass auch konventionelle Landwirtschaftsbetriebe Praktiken aus dem ökologischen Landbau übernehmen: „Ökologischer Landbau ist die Antwort auf viele globale Probleme: Es ist ein holistisches System, von dem nicht nur unsere Böden oder die Biodiversität von Pflanzen und Tieren an Land und unter Wasser profitieren. Ökologischer Landbau hilft auch, den Klimawandel einzudämmen, sich an ihn anzupassen und Kontaminationen sowie Umweltverschmutzungen zu reduzieren. Einige Praktiken, wie zum Beispiel beim Anbau von Gemüse spezifischen Rotationsprinzipien zu folgen, sind leicht umzusetzen und können auch von konventionellen Großbetrieben adaptiert werden.“

Pestizide können auch für Menschen gefährlich sein

In Produktions- und Organisationsweisen, wie Ackerpulco sie betreibt, sieht Gábor Figeczky die Chance, das Thema Landwirtschaft zurück in das gesellschaftliche Bewusstsein zu rücken: „Wir sollten eines nicht vergessen: Der Preis, den wir im Supermarkt für konventionell angebautes Gemüse zahlen, deckt aufseiten der Landwirt*innen oft grade einmal die Kosten des Saatguts. Konventionell produzierende Landwirt*innen erhalten hier zahlreiche Subventionen, damit der Preis der Nahrungsmittel für die Verbraucher*innen billig bleibt. Die Umweltauflagen für Landwirt*innen sind sehr niedrig und so zahlen wir den vollen Preis für konventionelle Landwirtschaft an anderen Stellen: Im Gesundheitssystem, wenn uns Rückstände von Pestiziden im Essen krankmachen und bei der Beseitigung von Umweltschäden, wenn die Düngemittel Pestizide in Flüsse, Seen, Ozeane und ins Grundwasser gelangen.“ Die gefährliche Wirkung von Pestiziden wie zum Beispiel Glyphosat ist inzwischen hinreichend erforscht und bewiesen: Pestizide sind beispielsweise als häufigste Ursache für Krebserkrankungen in der westlichen Welt identifiziert [4]. Bauern und Bäuerinnen, die Pestizide einsetzen, erkranken häufig an Parkinson. Parkinson ist daher in Frankreich bereits als Berufskrankheit von Landwirt*innen anerkannt [5].

Italiens Grund- und Trinkwasser ist teilweise verseucht

Mit den Problemen, die Pestizide verursachen, ist auch Davide Pierleoni bestens vertraut. Pierleoni ist Marketingmanager von CCPB, einer TÜV NORD Group-Gesellschaft, die Zertifizierungen für ökologische Lebensmittel und Produkte anbietet. Darüber hinaus lebt er in der italienischen Stadt Bologna, die in einer Region liegt, in der Forscher*innen in den Jahren 2015 und 2016 die Gewässer auf Pestizide [6] untersuchten. Ihr Ergebnis: 7 Prozent der Wasserproben wurden aufgrund der hohen Pestizidbelastung als nicht mehr trinkbar eingestuft.

Wie Gábor Figeczky sieht auch Pierleoni die Lösung für das Trinkwasserproblem im ökologischen Landbau: „Der Gehalt von Pestiziden im Boden wird beispielsweise bei unseren Zertifizierungen als ein Indikator für ökologischen Landbau gemessen. Wir entnehmen dazu Bodenproben und untersuchen diese im Labor.“ Je nach Resultat wird der Betrieb zertifiziert - oder eben auch nicht: „Unsere Zertifizierungen zielen auf eine Verbesserung der Umwelt und den Schutz der Gesundheit von Verbraucher*innen ab“, erklärt er. Nicht anders als bei Ackerpulco und IFOAM spielt auch für CCPB das Vertrauen zwischen Produzent*innen und Konsument*innen die ausschlaggebende Rolle. Die Zertifizierung ist der strukturierte Rahmen, um dieses Vertrauen herzustellen und langfristig zu stabilisieren: „Mit unseren Zertifizierungen garantieren wir Unternehmen und Verbrauchenden, dass die Produkte, die sie kaufen, wirklich so sind, wie der Hersteller sie auf dem Etikett deklariert hat.“

Auf diese Weise stärkten die Zertifizierungen das Vertrauen der Endverbraucher und förderten die Nachfrage nach ökologischen Produkten, die laut Pierleonis Beobachtungen vor allem bei jungen Konsumentinnen und Konsumenten gefragt seien: „Die Popularität eines Firmenlogos oder einer Marke allein reicht nicht aus, um auf dem Markt und bei den Verbrauchern zu bestehen. Es bedarf Garantien. Diese können durch die Zertifizierung durch eine akkreditierte dritte Partei gewährleistet werden“, so lautet die Bilanz des Experten.

 

Redaktion: Iris Maaß,

Iris Maaß ist International Marketing Manager  TÜV NORD GROUP im Bereich Food & Agriculture, Gründerin einer Community für Frauenempowerment und Hochschuldozentin für die Bereiche digitales Marketing und CRM.

 

Autorin: Nina Schmulius

Nina Schmulius ist Head of Content bei DMT GROUP, Gründerin und Hochschuldozentin. Sie forscht an der Frage, wie uns der sozial-ökonomische Wandel gelingen kann und welche Rolle hierbei die Hochschulbildung spielt. Ihre Forschungsergebnisse verarbeitet sie derzeit in einer Dissertation zum Thema narrative Epistemologie in den Wirtschaftswissenschaften. Weitere Informationen gibt es unter www.ninaschmulius.com


[1] u.a. IPCC Sonderbericht über Klimawandel und Landsysteme (SRCCL), 2019

[2] World Atlas of Desertification, Joint Research Centre der Europäischen Union

[4] u.a. It’s raining pesticides in New Scientist vom 2. April 1999

[5] Agrarheute vom 16.05.2012

[6] Rapporto nazionale pesticidi nelle aque 2018 der italienischen Umweltbehörde ISPRA (Istituto Superiore per la Protezione e la Ricerca Ambientale) 

Unser Know-how für Ihren Erfolg

TÜV NORD CERT ist ein international anerkannter und zuverlässiger Partner für Prüf- und Zertifizierungsdienstleistungen. Unsere Sachverständigen und Auditoren verfügen über fundiertes Wissen und haben grundsätzlich eine Festanstellung bei TÜV NORD. Hierdurch sind Unabhängigkeit und Neutralität sowie Kontinuität bei der Betreuung unserer Kunden gewährleistet.

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