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Interview mit Martin Saalmann

Martin Saalmann arbeitet seit 13 Jahren bei TÜV NORD CERT und leitet aktuell die Abteilung "International Projects". Neben dem Projektmanagement für internationale Großkunden fallen Zertifizierungen nach verschiedenen Sozialstandards in seinen Bereich. Damit ist er aktuell auch federführend für die Zertifizierung nach dem Grünen Knopf verantwortlich.

Herr Saalmann, wie kam es zu der Zusammenarbeit mit dem Bundesentwicklungsministerium?

Das Bundesministerium für internationale Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) haben uns im März kontaktiert. Weil es um soziale Standards geht, bin ich relativ schnell ins Spiel gekommen. Unsere Aufgabe war es, die entworfenen Kriterien daraufhin zu überprüfen, ob sie nachweisbar und im Audit praktikabel nachprüfbar sind.

Welche Dienstleistungen bietet TÜV NORD darüber hinaus bei der Zertifizierung von Sozialstandards an?

Federführend ist der Standard SA 8000. Er ist international anerkannt und basiert auf der UN-Menschenrechtserklärung, den Normen der International Labor Organization und weiteren internationalen Arbeits- und Menschenrechtsnormen sowie dem jeweils geltenden nationalen Arbeitsrecht. Die soziale Leistung wird in acht Bereichen gemessen, die für die soziale Verantwortung am Arbeitsplatz von Bedeutung sind. Dabei werden Kriterien abgefragt wie Kinderarbeit, Zwangs- oder Pflichtarbeit, Gesundheit und Sicherheit, Diskriminierung, disziplinarische Praktiken, Arbeitszeit und Vergütung. Weitere Grundlagen können Lieferantenaudits nach amfori-BSCI bieten sowie die übergeordneten Zertifizierungen nach SMETA und WRAP (Worldwide Responsible Accredited Production). Bei diesen Zertifizierungen finden die Audits überwiegend in den Produktionsländern wie China, Indien, Bangladesch und Vietnam statt.

Stand: 30.10.2019