MENU

Jetzt vorbereiten: 2024 kommt die erweiterte CSR-Berichtspflicht

21.07.2022 | Nachhaltigkeit: Am 22.06.2022 hat sich die Europäische Kommission auf eine grundlegende Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) geeinigt. Nun setzen die einzelnen Staaten diese Direktive bis Ende des Jahres in nationales Recht um. Ein wichtiger Punkt: Die unabhängige Prüfung ist ab 2024 verpflichtend.

Wie erwartet ist die Non-Financial Reporting Directive (NFRD) mit dem Beschluss der Europäischen Kommission vom 22.06.2022 zu einer finanziellen Berichtspflicht erweitert worden. Egal, ob börsennotiert oder nicht: Alle Unternehmen müssen der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) nachkommen, sofern sie mindestens zwei der drei folgenden Kriterien erfüllen:

  • mehr als 250 Mitarbeitende
  • Bilanzsumme größer als 20 Millionen Euro
  • Nettoumsatz größer als 40 Millionen Euro
     

Der Zeitplan für die Unternehmen

Unternehmen, die bereits heute einen Nachhaltigkeitsbericht erstellen, sind ab dem 01.01.2024 in der Pflicht. Sie müssen sich in 2025 nach dem neuen CSRD für 2024 prüfen lassen. Anfang 2026 sind dann auch börsennotierte Mittelständler sowie kleine und nicht komplexe Kreditinstitute sowie firmeneigene Versicherungen ebenfalls in der Verantwortung. Für KMU sieht der Zeitplan noch eine Übergangsfrist bis 2028 vor.
 

Höhere inhaltliche Anforderungen

Mit der CSRD geht es der Europäischen Kommission vor allem darum, den Zugang zu Informationen zu verbessern. Inhaltlich bestehen Änderungen vor allem in der Präzision der Informationen, die von Unternehmen verlangt werden. So braucht es jetzt z.B.:

Zu Umweltfaktoren einschließlich Informationen über

i) Klimaschutz

ii) Anpassung an den Klimawandel

iii) Wasser- und Meeresressourcen

iv) Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft

v) Verschmutzung

vi) Biodiversität und Ökosysteme

Zu Sozialfaktoren einschließlich der Informationen über

i) Chancengleichheit für alle, einschließlich Geschlechtergerechtigkeit und Lohngleichheit, Ausbildung und Kompetenzentwicklung sowie Beschäftigung und Inklusion von Menschen mit Behinderungen

ii) Arbeitsbedingungen, einschließlich sicherer und anpassungsfähiger Beschäftigung, Löhne, sozialer Dialog, Tarifverhandlungen und Einbeziehung der Arbeitnehmer, Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben sowie ein gesundes, sicheres und geeignetes Arbeitsumfeld

iii) die Achtung der Menschenrechte, Grundfreiheiten, demokratischen Grundsätze und Standards, die in der Internationalen Charta der Menschenrechte und anderen grundlegenden Menschenrechtsübereinkommen der Vereinten Nationen, der Erklärung der Internationalen Arbeitsorganisation über grundlegende Prinzipien und Rechte bei der Arbeit und den grundlegenden Übereinkommen der IAO und der Charta der Grundrechte der Europäischen Union festgelegt sind

Zu Governance-Faktoren einschließlich Informationen über

i) die Rolle der Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane des Unternehmens, auch in Bezug auf Nachhaltigkeitsaspekte, und deren Zusammensetzung

ii) Unternehmensethik und Unternehmenskultur, einschließlich der Bekämpfung von Korruption und Bestechung

iii) das politische Engagement des Unternehmens, einschließlich seiner Lobbytätigkeiten

iv) die Verwaltung und Qualität der Beziehungen zu Geschäftspartner:innen, einschließlich Zahlungspraktiken

v) die internen Kontroll- und Risikomanagementsysteme des Unternehmens, auch im Zusammenhang mit dem Rechnungslegungsprozess des Unternehmens
 

Pflicht zur externen Zertifizierung

Die externe Zertifizierungspflicht gilt dabei für alle. Geprüft wird hierbei unter anderem, ob die Informationen den Standards der Berichterstattung entsprechen sowie der Prozess der Informationszusammenstellung.

Die Bestätigung durch das Permanent Representative Committee  (COREPER) ist nur eine Frage der Zeit und die europäischen Staaten sind bereits jetzt angehalten, die Gesetze bis Ende des Jahres zu formulieren. Zudem entwickelt die European Financial Advisory Group (EFRAG) zurzeit einen EU-weit einheitlichen Standard für diese Berichterstattung. Sie wird im November 2022 einen ersten Stand herausgeben.

Für betroffene Unternehmen ist es daher sinnvoll, sich bereits jetzt auf die deutlich erweiterte Berichtspflicht vorzubereiten. Und sich einen externen Zertifizierer zur Unterstützung zu suchen, der bei der Einhaltung der Standards behilflich ist. Sprechen Sie uns dazu gerne an.


Quellenangaben: 
Deutscher Nachhaltigkeitskodex - CSR-RUG & CSRD (deutscher-nachhaltigkeitskodex.de)
Reports on development of EU sustainability reporting standards | European Commission (europa.eu)
CSRD (csr-berichtspflicht.de)
New Social and Environmental Reporting Rules for Large Companies from 2024 — CSR Europe
One-Pager-CSRD_Juniupdate.pdf (bnw-bundesverband.de)

Unser Know-how für Ihren Erfolg

TÜV NORD CERT ist ein international anerkannter und zuverlässiger Partner für Prüf- und Zertifizierungsdienstleistungen. Unsere Sachverständigen und Auditoren verfügen über fundiertes Wissen und haben grundsätzlich eine Festanstellung bei TÜV NORD. Hierdurch sind Unabhängigkeit und Neutralität sowie Kontinuität bei der Betreuung unserer Kunden gewährleistet.

Zertifizierung

kostenlose Service-Hotline (Mo.-Fr. 8:00-18:00 Uhr)

0800 2457457

info.tncert@tuev-nord.de