MENU
  1. Zertifizierung
  2. Systemzertifizierung
  3. Arbeits- und Gesundheitsschutz
  4. ISO 45001 Zertifizierung
  • Kostenlose Service-Hotline 0800 245 7457
  • Mo. - Fr. 8:00 - 18:00 Uhr

Ein neuer Standard für den Arbeitsschutz

Seit dem Jahr 2007 bildet der britische Standard BS OHSAS 18001 die Grundlage für die Zertifizierung eines international anerkannten Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagementsystems. Nun steht der Standard vor einer Ablösung: Seit 12. März 2018 ist an seine Stelle die neue Norm ISO 45001 getreten, die von der Internationalen Organisation für Normung (ISO) erarbeitet wurde. Diese soll auch weiterhin eine kontinuierliche Verbesserung des internationalen Arbeits- und Gesundheitsschutzes gewährleisten.

Neue Struktur und veränderte Schwerpunkte

Das wichtigste Ziel – die Optimierung von Prozessen in Unternehmen aller Branchen, so dass Gesundheit und Leben von Beschäftigten bestmöglich geschützt werden – wird auch mit der neuen Norm weiterhin gelten. Ebenso wie die BS OHSAS 18001 beruht auch die ISO 45001 auf dem „Plan–Do–Check–Act“-Modell. Die wesentlichste Neuerung besteht in der Einführung einer sogenannten High Level Structure mit dem Ziel, für sämtliche Managementsystem-Normen eine einheitliche Struktur anzuwenden. Außerdem gibt es einige veränderte Schwerpunkte und eine Reihe ergänzter Inhalte. Ein stärkerer Fokus liegt unter anderem auf dem Umfeld der Organisation. In dem Zusammenhang sollen die Arbeitsbedingungen künftig – über das eigene Personal hinaus – entlang ihrer gesamten Wertschöpfungskette betrachtet werden. Das bedeutet, dass auch externe Mitarbeitende, die unter der Verantwortung des Unternehmens stehen, in die entsprechenden Arbeits- und Gesundheitsschutzmaßnahmen eingewiesen werden müssen. Erwartet wird außerdem, dass Unternehmen Chancen für die Verbesserung der Arbeitssicherheit in einem eigenen Prozess identifizieren. Weiterhin werden wichtige Funktionen und Anforderungen im Rahmen des Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagements auf die oberste Führungsebene ausgeweitet und übertragen. Die Rolle des Top-Managements wird demnach stärker betont.

Von der Umstellung profitieren

Unternehmen, deren Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagementsystem nach BS OHSAS 18001 zertifiziert ist, sind nach Veröffentlichung der ISO 45001 zur Umstellung auf die neue Norm verpflichtet. Die Übergangsfrist beträgt drei Jahre, so dass genug Zeit bleibt, die geänderten Anforderungen bis 11. März 2021 erfolgreich umzusetzen. Dies bedeutet zwar Aufwand, doch zertifizierte Unternehmen werden von der Zukunftsorientiertheit der neuen Norm spürbar profitieren – durch weiter optimierte Prozesse des Arbeits- und Gesundheitsschutzes, weniger Störungen der Betriebsabläufe, geringere Unfall- und Krankheitsquoten, gesteigertes Sicherheitsbewusstsein und nachhaltige Wettbewerbsvorteile.

Die Vorteile auf einen Blick

Eine Zertifizierung nach DIN EN ISO 45001 bietet Ihnen folgende Vorteile:

  • Systematisierung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes
  • Kontinuierliche Verbesserung
  • Identifikation von potenziellen Gefährdungen und deren Behebung
  • Sensibilisierung der Mitarbeitenden für Sicherheitsaspekte
  • Motivations- und Qualifikationssteigerung der Mitarbeitenden

Wissen erweitern

Sie möchten mehr über die neue Norm ISO 45001 und deren Anforderungen erfahren? Die TÜV NORD Akademie bietet Ihnen eine entsprechende Schulung, in der Sie sich intensiv mit den Zielen, der Umsetzung und den Unterschieden zur Vorgängernorm BS OHSAS 18001 auseinandersetzen.

FAQs zum Übergang BS OHSAS 18001 zur ISO 45001

Wie lang ist die Übergangsfrist?

Die Übergangsregelungen von der BS OHSAS 18001 zur ISO 45001 wurden von der IAF (International Accreditation Forum) weltweit verbindlich für alle Zertifizierungsstellen festgelegt. Es gibt eine dreijährige Übergangsfrist. Nach deren Ablauf am 11. März 2021 verlieren sämtliche Zertifikate nach OHSAS BS 18001:2007 ihre Gültigkeit. Bis zum Ablauf der Frist können Unternehmen im Rahmen eines Rezertifizierungs- oder Überwachungsaudits oder ggfs. eines Sonderaudits auf die neue Norm umstellen.

Was ist bei der Betrachtung von Risiken und Chancen bei der ISO 45001 zu beachten?

Die ISO 45001 verfolgt den Ansatz des Risikobasierten Denkens. Das heißt, dass Unternehmen sich stärker als zuvor mit den für sie bestehenden Risiken und Chancen auseinandersetzen und diese entsprechend identifizieren müssen. Statt auf bereits eingetretene Folgen zu reagieren, planen Organisationen bereits im Vorfeld gezielt, wie sie mit potenziellen Auswirkungen verfahren. Die Betrachtung der Risiken und Chancen kann sich zum Beispiel auf Investitionen (neue Maschinen), die eigene Infrastruktur, Innovationen oder Lieferanten beziehen.

Was muss bei dem Wechsel im Rahmen der Rezertifizierung oder Überwachung in Bezug auf die Zertifikate beachtet werden?

Mit Abschluss des Rezertifizierungsverfahrens erhalten Sie die Zertifikate nach der ISO 45001:2018 mit einer Laufzeit von drei Jahren. Die Laufzeit schließt sich an das vorherige Zertifikat an. Das bedeutet, das Ablaufdatum entspricht dem bisherigen Drei-Jahres-Zeitintervall (Ablauftag Alt-Zertifikat plus drei Jahre), wenn das Verfahren fristgerecht abgewickelt wird bzw. die Auditdurchführung und das NC-Management (Non-Conformity) termingerecht abgeschlossen sind. Beim Überwachungsaudit wird das neue ISO-45001-Zertifikat mit der aktuellen Laufzeit ausgestellt.

Ist eine Erstzertifizierung nach ISO 45001:2018 statt einer Umstellung von der BS OHSAS 18001:2007 zur ISO 45001:2018 günstiger?

Der Zusatzaufwand kann für bestimmte Unternehmensgrößen bei einem Zertifizierungsaudit geringer sein als im Rezertifizierungsaudit oder Überwachungsaudit.

Wie ist das Verfahren beim Transfer von einer anderen Zertifiziergesellschaft?

Zunächst wird das Transferaudit durchgeführt und ein Zertifikat nach BS OHSAS 18001:2007 ausgestellt. Zeitnah nach Zertifikatsausstellung kann mit einem Audit auf die ISO 45001:2018 umgestellt werden. Für den Zusatzaufwand gelten die gleichen Regeln, wie bei einer Umstellung im Rezertifizierungs-, Überwachungs- oder Sonderaudit. Unternehmen können auch den Transfer mit der BS OHSAS 18001:2007 durchführen und dann im folgenden Überwachungsaudit den Wechsel zur ISO 45001 durchführen.

Wie sieht die Struktur der neuen Norm aus?

Die neue ISO 45001 folgt der sogenannten „High Level Structure“ (HLS). Diese sorgt durch ihre einheitliche Struktur für eine einfache Integration des neuen ISO 45001-Managementsystems in die vorhandene ISO-9001- oder ISO-14001-Managementsysteme. Daraus ergeben sich zwei entscheidende Vorteile: Zum einen können Definitionen und Gliederungen einheitlich verwendet werden; zum anderen werden das Verständnis erleichtert und Synergien bei der Kombination unterschiedlicher Standards und Zertifizierungen ermöglicht. Das spart Zeit und Aufwand bei der Einführung der ISO 45001 im Unternehmen.

Wie hoch ist der Umstellungsaufwand im Rahmen eines Überwachungs- oder Rezertifizierungsaudits?

Der Aufwand für die Umstellung auf die ISO 45001:2018 hängt u.a. von der Reife und der Wirksamkeit des aktuellen Arbeitsschutz-Managementsystems ab. Daher wird die Durchführung einer Gap-Analyse dringend empfohlen, um den internen Handlungsbedarf zu bestimmen sowie die notwendigen Ressourcen und den Zeitplan festzulegen. Der IAF gibt den für die Umstellung auf die ISO 45001 notwendigen zusätzlichen Aufwand mit mindestens einem Audittag vor. Bei großen und komplexen Unternehmen ist mehr Aufwand erforderlich.

Wenn nicht im Rezertifizierungs- oder Überwachungsaudit umgestellt werden soll, welche Möglichkeit gibt es?

Es besteht die Möglichkeit, in einem Sonderaudit auf die ISO 45001 umzustellen. Dies ist ein zusätzlicher Audittermin zwischen den regulären Audits. Der Zusatzaufwand ist höher als im Rahmen des Überwachungs- und Rezertifizierungsaudits. Dies resultiert aus dem zusätzlichen Aufwand an Vor- und Nachbereitung und ggf. der Berücksichtigung von Veränderungen seit dem letzten Audit. Zusätzlich fallen hier Reisekosten an. Wenn Sie sich nicht sicher sind, was Ihnen noch zum Wechsel auf die neue Norm fehlt, können wir Ihnen auch gerne ein „Gap-Audit“ oder Vor-Audit anbieten. Das Gap-Audit kann z.B. an das nächste Überwachungs- oder Rezertifizierungsaudit angehängt werden. Senden Sie uns einfach eine kurze Nachricht, wenn Sie dazu weitere Informationen oder ein Angebot benötigen.

Ist es ratsam, sich bei Erstzertifizierungen nur noch mit der neuen Norm auseinanderzusetzen?

Wenn das Unternehmen jetzt mit der Implementierung eines Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagementsystems beginnt, ist es sinnvoll, sich direkt mit der neuen Norm ISO 45001:2018 auseinanderzusetzen. Wenn zwingend kurzeitig eine Zertifizierung benötigt wird und das Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagementsystem bereits nach BS OHSAS 18001 aufgebaut worden ist, kann es hilfreich sein, sich nach der BS OHSAS 18001:2007 zertifizieren zu lassen und das Upgrade in der verbleibenden Übergangsfrist durchzuführen.

 

 

Was ändert sich bei der Auditdurchführung?

Bei der Auditdurchführung ist darauf zu achten, dass die in der Norm und den Akkreditierungsvorgaben genannten Beteiligten angemessen berücksichtigt werden. Die Teilnehmer sind hinsichtlich ihrer Aufgaben in der ISO 45001 klarer benannt:

• das Management mit der rechtlichen Verantwortung für die Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit,

• Führungskräfte sowie permanent und temporär beschäftigte Mitarbeitende,

• Arbeitnehmervertreter mit Verantwortung für die Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit,

• das für die Überwachung der Gesundheit der Mitarbeitende zuständige Personal, zum Beispiel Betriebsärzte und Krankenschwestern.

Im Audit sollten nach Möglichkeit das Management und Mitarbeitende von Auftragnehmern (Kontraktoren) auf dem Werksgelände der auditierten Organisation befragt werden. 

Wir freuen uns auf Ihre Anfrage

Zertifizierung

Anrufe aus Österreich und der Schweiz: +49 511 998-61222
Anrufe aus Deutschland (kostenlos):

0800 245-7457

info.tncert@tuev-nord.de

Um Ihnen ein angenehmes Online-Erlebnis zu ermöglichen, setzen wir auf unserer Webseite Cookies ein. Durch die Zustimmung auf tuev-nord.de erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitergehende Informationen, z.B. wie Sie der Verwendung von Cookies jederzeit widersprechen können, finden Sie in unseren Cookie-Richtlinien und Datenschutz-Einstellungen.