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Weniger Kosten, höhere Wettbewerbsfähigkeit mit Zertifizierung

Im Sinne nachhaltigen, umweltbewussten Handelns die Energieeffizienz steigern, dadurch Kosten senken und die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen: Bei der Erreichung dieser Ziele hilft energieintensiven Betrieben des produzierenden Gewerbes, aber auch Handels- und Dienstleistungsunternehmen sowie öffentlichen Organisationen ein zertifiziertes Energiemanagementsystem (EnMS).

Systematischer Ansatz mit internationaler Norm

Grundlage ist die Norm DIN EN ISO 50001, die wertvolle Unterstützung beim Aufbau von Systemen und Prozessen zur kontinuierlichen Verbesserung der Energieeffizienz leistet. Neben einem wichtigen Beitrag zum Klimaschutz bringt dies auch wirtschaftliche Vorteile: Durch sensibleren Umgang mit Energie und Aufdeckung von Einsparpotenzialen lassen sich unnötige Ausgaben vermeiden. Zudem können gerade Unternehmen des produzierenden Gewerbes unter bestimmten Voraussetzungen von Steuererleichterungen und anderen Vergünstigungen profitieren, wenn sie im Gegenzug nachweisen, dass sie verantwortungsvoll mit Energie umgehen und Einsparziele festlegen.

Von gesetzlichen Regelungen profitieren

Der Gesetzgeber fordert für die Gewährung der bisherigen Steuer- und Umlagebefreiungen zunehmend den Nachweis eines EnMS bzw. von Energieaudits:

EU-Energieeffizienz-Richtlinie (2012/27/EU)

Mit der Umsetzung der EU-Energieeffizienz-Richtlinie (2012/27/EU) in nationales Recht gibt es seit 2015 eine rechtliche Anforderung hinsichtlich der Durchführung qualifizierter Energieaudits. Sie schreibt vor, dass alle großen Unternehmen (> 250 MA, > 50 Mio. € Jahresumsatz), mit Ausnahme Energieumwandlung und Energiewirtschaft, ab 2015 alle vier Jahre ein Energieaudit durchführen müssen, sofern sie nicht bereits über ein zertifiziertes EnMS oder Umweltmanagementsystem verfügen.

  • Im Detail gilt die Energieeffizienzrichtlinie für folgende Zielgruppen:
  • alle Energiehändler und Energieverteiler (Strom, Brennstoffe, und Wärme) auf verpflichtender Basis, feste Einsparungsziele pro Jahr (1,5 %)
  • grundsätzlich alle Unternehmen und Endverbraucher (Industrie, Verkehrssektor, Haushalte, Dienstleistungssektor, Landwirtschaft) oder öffentliche Einrichtungen auf freiwilliger Basis (Gemeinden, Städte, Verwaltung, Hochschulen, öffentl. Gebäudewirtschaft, Sozialwohnungsträger, Schulen, Kindergärten, andere öffentliche Einrichtungen,Verkehr, Gebäude der Zentralregierung). Diese Zielgruppen sollen durch die Politik ermutigt werden etwas zu tun (Fördertöpfe, Steuern, andere Steuerungsmechanismen). „Große“ Unternehmen (nicht KMU) müssen Energieaudits durchführen, EnMS sind als Ersatz anerkannt.
  • ausgeschlossen sind Energieverbräuche der Energieumwandlung und Energiewirtschaft 

Spitzenausgleich (§ 55 EnergieStG, § 10 StromStG)

Besondere Bedeutung haben EnMS für energieintensive Unternehmen des produzierenden Gewerbes, denn diese profitieren i.d.R. vom sogenannten Spitzenausgleich. Mit der Novellierung des Energie- und Stromsteuergesetzes Ende 2012 und der damit verbundenen Änderung der Energiesteuer- und der Stromsteuer-Durchführungsverordnung vom 24. Juli 2013 knüpft der Gesetzgeber die Gewährung des Spitzenausgleichs zunehmend an die Einführung von EnMS und alternativen Systemen wie z.B. Energieaudits gem. DIN EN 16247-1.

Nachweisführung für den Spitzenausgleich gemäß SpaEfV

Am 06. August 2013 trat die Verordnung über Systeme zur Verbesserung der Energieeffizienz im Zusammenhang mit der Entlastung von der Energie- und der Stromsteuer in Sonderfällen (Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung – SpaEfV) in Kraft.

In der Verordnung ist festgelegt, dass die Konformitätsbewertung zur Ausstellung der erforderlichen Nachweise (Testate) durch eine akkreditierte Zertifizierungsstelle oder eine Umweltgutachterorganisation zu erbringen ist. Grundsätzlich ist im Rahmen der Nachweisführung eine Vor-Ort-Begutachtung erforderlich.

Formular 1449 für den Nachweis gemäß SpaEfV

Zusätzlich zu Zertifikaten gemäß DIN EN ISO 50001, EMAS-Registrierungen bzw. Bestätigungen zu alternativen Systemen fordert der Gesetzgeber im Rahmen der Antragsstellung zum Spitzenausgleich, dass jährlich das Formular 1449 von einer akkreditierten Zertifizierungsstelle oder einer Umweltgutachterorganisation ausgestellt wird.

Die jährliche Überprüfung der Anforderungen gemäß SpaEfV inklusive Testierung durch eine Zertifizierungsstelle oder eine Umweltgutachterorganisation wird sowohl von zertifizierten Unternehmen gefordert als auch von Unternehmen, die sich in der Einführungsphase befinden. Für jeden Antragssteller (juristische Person bzw. juristische Einheit) ist jeweils ein separates Formular 1449 dem Hauptzollamt einzureichen. Die juristische Person bzw. juristische Einheit kann sowohl einen Standort bzw. ein Werk als auch mehrere Standorte bzw. mehrere Werke umfassen.

Besondere Ausgleichsregelung (§§ 40 ff. EEG)

Das EEG 2014 sieht vor, dass gelistete stromkostenintensive Unternehmen, die einen Antrag auf Begrenzung der EEG-Umlage (besondere Ausgleichsregelung) stellen möchten, bereits ab 1 GWh/a ein zertifiziertes Energie- oder Umweltmanagementsystem (ISO 50001 / EMAS) oder ein alternatives System zur Verbesserung der Energieeffizienz gemäß § 3 Nr. 1 und Nr. 2 der SpaEfV nachweisen müssen. Die Möglichkeit des gültigen Nachweises des Betriebs eines alternativen Systems zur Verbesserung der Energieeffizienz gilt gem. § 64 Abs. 1 Nr. 3 EEG 2014 nur für Unternehmen mit einem Stromverbrauch von unter 5 GWh/a im letzten abgeschlossenen Geschäftsjahr. Ein alternatives System zur Verbesserung der Energieeffizienz ist danach ein solches gem. § 3 Nr. 1 und Nr. 2 der Spitzenausgleich-Effizienzverordnung.

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