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Fünf Minuten mit Sandra Gerhartz

Wie sicherlich alle von Ihnen gelesen haben, gab es zum neuen Jahr einen Wechsel in der Führungsspitze der TÜV NORD CERT GmbH. Sandra Gerhartz hat Ulf Theike abgelöst und führt das Unternehmen künftig gemeinsam mit Wolfgang Wielpütz. Die 45-jährige lebt in Sprockhövel und hat zwei Kinder. In ihrer Freizeit spielt sie gern Theater und verbringt den größten Teil ihres Urlaubs in ihrer zweiten Heimat Mallorca.

Sandra Gerhartz

Frau Gerhartz, herzlichen Glückwunsch zu Ihrer neuen Position! Bitte schildern Sie Ihren bisherigen Werdegang nochmals in eigenen Worten?

Ich bin ausgebildete Buchhändlerin. So ging es los. Aber irgendwann wollte ich mehr. Also habe ich mich für ein Studium der Ökonomie an der Uni Witten/Herdecke eingeschrieben. Beim RW TÜV bekam ich als Werksstudentin die Möglichkeit, mein Studium zu finanzieren und gleichzeitig wertvolle erste Praxiserfahrung in der Industrie zu sammeln. Während des Studiums habe ich auch ein halbes Jahr in Spanien gelebt und gearbeitet. Das war eine sehr schöne Zeit. Nach dem Studium habe ich erst im Marketing, später im Vertriebscontrolling gearbeitet und bin vor gut 10 Jahren zu TÜV NORD CERT gekommen. Hier habe ich zunächst die Abteilung Marketing & Vertrieb aufgebaut. 2011 wurde mir die Fachbereichsleitung Verbraucherschutz angeboten. Eine tolle Gelegenheit, das operative Geschäft in Teilen mit zu verantworten. Beide Aufgaben habe ich ausgesprochen gerne gemacht und freue mich jetzt auf die neue Herausforderung .

Wie werden die Aufgaben künftig zwischen Ihnen und Wolfgang Wielpütz verteilt?

Wolfgang Wielpütz übernimmt neben der Geschäftsführung die Leitung des kompletten OBS Systemzertifizierung. Es liegt damit nahe, dass er bei TÜV NORD CERT damit auch zuständig für die Cluster Business Development & Südosteuropa, Mitteleuropa-Nord und Mitteleuropa-Süd ist. Er kümmert sich außerdem um die Zertifizierungsstelle und den Fachbereich Technologie.
In meinen Zuständigkeitsbereich fallen neben der Leitung des Clusters Mitteleuropa-Nord die kaufmännische Leitung, der Betriebsrat sowie organisatorische Themen wie Prozessinnovationen, Datenschutz, Versicherungen, Verträge und Immobilien.

Parallel zu Ihrem Start als Geschäftsführerin startet auch die neue Struktur BOLD MOVE. Was sind aus Ihrer Sicht die größten Chancen und Herausforderungen?

Die internationale Ausrichtung von BOLD MOVE bietet für TÜV NORD CERT große Chancen, und diese müssen wir nutzen. Denn in Deutschland sitzen viele Unternehmen, die zwar hier ihr Headquarter haben, aber tatsächlich international oder global agieren. Wir brauchen eine enge Zusammenarbeit auf internationaler Ebene, um in Zukunft mehr Kunden dieser Zielgruppe an uns zu binden und sie noch besser bedienen zu können. Auch wenn wir dies bereits in der Vergangenheit getan haben, ist hier noch Luft nach oben.

Was sind darüber hinaus Ihre Pläne für die Zukunft der TÜV NORD CERT?

Aus meiner heutigen Sicht werden für TÜV NORD CERT in den nächsten Jahren drei Themen ganz besonders relevant sein: Zunächst müssen wir weiter wachsen, um auch in Zukunft am Markt bestehen und unsere Marktposition halten zu können. Als Dienstleister sind dabei die Mitarbeiter der Dreh- und Angelpunkt einer erfolgreichen Wachstumsstrategie. Wir alle müssen uns gut für die Themen der Zukunft wappnen und unsere Kompetenzen und Fähigkeiten entsprechend weiterentwickeln. Und natürlich müssen wir uns sehr genau ansehen, was die Themen Digitalisierung und Industrie 4.0 für unser Geschäftsmodell bedeuten. Als Gesellschaft müssen wir uns auf den Prüfstand stellen und kritisch hinterfragen, damit wir für das gerüstet sind, was auf uns zukommt.

Wachstum ermöglicht in der Regel Investitionen, die wir gezielt in Mitarbeiter tätigen können. Und hier geht es nach meiner Auffassung nicht nur um Neueinstellungen, sondern auch darum, dass wir uns möglichst effizient und kontinuierlich mit Blick auf Zukunftsthemen weiterbilden. Natürlich ist dieses Thema ebenfalls nicht neu. Aber schon BOLD MOVE allein stellt an uns vor sprachliche und interkulturelle Herausforderungen, denen sich nicht alle Kollegen auf Anhieb gewachsen fühlen. Ich bin auch davon überzeugt, dass in Angesicht von Digitalisierung bzw. Industrie 4.0 die gefragten Fähigkeiten und Kompetenzen der Zukunft nicht mehr unbedingt die sein werden, die wir heute noch benötigen. Ein entsprechend ausgerichtetes Aus- und Weiterbildungs-programm für die gesamte TÜV NORD CERT ist deshalb eines der Projekte, das wir angehen müssen.

Und das führt uns zu der grundsätzlichen Frage, wie es eigentlich um die Zukunft der Zertifizierung bestellt ist. Auch wenn ich nicht glaube, dass das Geschäftsmodell „Zertifizierung“ in absehbarer Zeit überholt sein wird, müssen wir uns doch schon heute mit den grundlegenden Fragestellungen beschäftigen. Wir müssen die Erkenntnisse der Trend- und Zukunftsforschung für uns und unsere Tätigkeiten herunterbrechen und uns möglichst offen die Frage stellen, was dies in Konsequenz bedeutet. Denn nur mit dieser Vorbereitung können wir die Erkenntnisse in den Strategiezyklus 2020 bis 2025 überhaupt einfließen lassen und konkrete strategische Ziele und Maßnahmen definieren.

Sie sehen, die Zukunft wird spannend. Und ich freue mich darauf, sie gemeinsam mit Wolfgang Wielpütz und allen Mitarbeitern aktiv zu gestalten.