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ISO 21001 in der Praxis

Viele Bildungseinrichtungen stehen im regionalen oder gar überregionalen Wettbewerb. Um potenziellen Kunden zu zeigen, dass die Qualität ihrer Bildungsangebote international anerkannten Standards entspricht, bietet die Zertifizierung nach ISO 21001 eine gute Möglichkeit.

Die neue Norm löst die DIN 29990 ab. Ihr Fokus liegt vorrangig auf den Bedürfnissen der Lernenden – gleichzeitig werden aber auch die Lehrenden sowie das gesamte soziale und ökonomische Umfeld des Unternehmens adressiert.

Welche Unterschiede es zwischen den beiden Normen gibt und wie die Zertifizierung abläuft, berichtet Stefan Gerber. Er ist geschäftsführender Gesellschafter der wbd.online Bildungsträger GbR, dem ersten deutschen Unternehmen, das erfolgreich nach ISO 21001 zertifiziert wurde.

Herr Gerber, wie bewerten Sie die neue Norm ISO 21001 im Vergleich zur Vorgängernorm ISO 29990?

Die ISO 21001 betrachtet den Bildungsträger in einem nachhaltigen Gesamtkontext. Neben der Orientierung auf den Lernenden werden weitere Interessierte, Managementprozesse und ständige Verbesserungen in den Mittelpunkt gestellt. Unter dem stetigen KVP-Aspekt erfolgt eine ‘erzwungene‘ Betrachtung aller Management- und Leistungsprozesse, die Risiken und Chancen aufdeckt. Dabei unterstützt eben diese Betrachtung die Wettbewerbsfähigkeit, die Findung des Alleinstellungs­merkmales (USP) und die nachhaltige Ausrichtung des Bildungsträgers.

Welchen Nutzen zieht Ihr Unternehmen aus der Zertifizierung nach ISO 21001?

Die Zertifizierung unseres Unternehmens bildet für unsere Lernenden die Voraussetzung für die Unterstützung durch staatliche Förderungsprogramme. Sie dokumentiert zudem nachweislich die Umsetzungsfähigkeit des Bildungsangebotes gegenüber potenziellen Teilnehmenden/Lernenden. Damit unterstützt sie wesentlich unser Marketing und sichert unsere Wettbewerbsfähigkeit. Zudem unterstützt die Zertifizierung die nachhaltige Ausrichtung unseres Bildungsträgers im unternehmerischen Sinne.

Gab es im Rahmen des Zertifizierungsprozesses neue Erkenntnisse?

Während des Zertifizierungsprozesses wurden verschiedene Verbesserungspotenziale aufgedeckt, welche insbesondere genutzt werden konnten, um den KVP effizienter zu gestalten. Auch wurden Hinweise gegeben, wo Anpassungsbedarf zur Einhaltung von Gesetzesvorgaben bestand.

Welche Empfehlungen haben Sie für Unternehmen, die ebenfalls überlegen, sich nach der neuen Norm zertifizieren zu lassen?

Die Gelegenheit nutzen und etablierte Prozesse überdenken. Die Chance ergreifen und mittels der neuen DIN-Norm die eigene Bildungseinrichtung nachhaltig und zukunftssicher (#Digitalisierung) ausrichten. Unsere Auditorin von TÜV NORD hat dazu wesentlich beigetragen.

Hintergrund zum Übergang von ISO 29990 auf ISO 21001
Die ISO 29990 wurde 2010 veröffentlicht, um eine gemeinsame Richtlinie für Lerndienstleister bei der Konzeption, Entwicklung und Durchführung von Lerndienstleistungen zu schaffen. In Anbetracht der Komplexität und Vielfalt des weltweiten Marktes für Lerndienstleistungen entstand nun auf internationaler Ebene die ISO 21001. Im Januar 2021 wird voraussichtlich die deutsche Übersetzung der ISO 21001 durch den DIN veröffentlicht. Zum gleichen Zeitpunkt wird voraussichtlich eine vereinfachte Akkreditierung bei der DAkkS möglich sein. Ab diesem Zeitpunkt sind dann auch keine neuen Rezertifizierungen nach der DIN 29990 mehr möglich. Die bestehenden Zertifikate nach DIN 29990 bleiben aber bis zu ihrem Ablauf gültig.

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