
In unseren Laboren werden verschiedene charakteristische Eigenschaften von Partikeln und Fasern ermittelt. Zu diesen gehören das Staubungsverhalten, die Partikelgrößen- und Faserlängenverteilung, die Schütt- und die spezifische Dichte sowie die Oberflächengröße des Materials.
Um die Belastung von Arbeitsplätzen mit Stäuben als auch Umweltbelastungen durch Staubemissionen zu reduzieren, sind Kennzahlen zum Staubungsverhalten (häufige Synonyme: Staubigkeit, Staubungsneigung, dustiness) hilfreiche und damit wertvolle Informationen.
TÜV NORD Dienstleitungen zur Partikel- und Faseranalytik in Übersicht:
Ermittlung der einatembaren, thorakalen und alveolengängigen Staubfraktionen nach DIN 481
Die Untersuchungen von Staubungskennzahlen führt der TÜV NORD mittels dreier Varianten mit rotierender Trommel durch. Der grundsätzliche Aufbau und die Vorgänge sind bei allen drei Verfahren analog. Eine Probe des Schüttguts wird in einer Trommel mit Durchmesser d und der Drehzahl n für eine definierte Zeit t mittels Mitreißblechen in Bewegung versetzt. Aus dem herabrieselnden Schüttgut werden luftgetragene Partikeln durch einen axialen aufgeprägten Luftstrom V̇ aus der Trommel ausgetragen. Die so ausgetragenen Partikeln werden in der nachgeschalteten Analytik quantifiziert und optional die Partikelfraktionen ermittelt. Die Prozessgrößen d, n, t und V̇ sind in den zugehörigen Normen vorgeschrieben und normenspezifisch, ebenso wie die jeweilige Analytik.
Es werden initial 35 cm3 Probe eingesetzt. Die ausgetragenen Partikeln werden mit drei partikelgrößenselektiven Metallschäumen und einen Absolutfilter aufgefangen. Dabei sind die ersten beiden Metallschäume identisch. Die Dopplung ist normativ verankert und dient der Handhabbarkeit. Innerhalb dieser Norm findet sich folgende Tabelle zur Einordnung der aufgenommen Ergebnisse.
| d = 30 cm | n = 4 min-1 |
| t = 60 s | V̇ = 38 l/min |
| Klassen: | Staubarm (very low) | Gering staubend (low) | Staubend (moderate) | Stark staubend (high) |
| Masseanteil an einatembaren Staub, wI,A mg kg-1 | < 300 | 300 bis 650 | > 650 bis 3000 | > 3000 |
| Masseanteil an thorakalem Staub, wT,A mg kg-1 | < 80 | 80 bis 300 | > 300 bis 1000 | > 1000 |
| Masseanteil an alveolengängigem Staub, wR,A mg kg-1 | < 10 | 10 bis 60 | > 60 bis 210 | > 210 |

| d = 14 cm | n = 30 min-1 |
| t = 300 s | V̇ = 20 l/min |

SR=am Filter eingesetzte Probe