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Raumfahrt

Zurück zum Mond

Welche Rolle die Fachleute von ALTER beim Artemis-Programm spielen.

Eine große Rakete steht auf einer Startrampe, umgeben von hohen Türmen und technischen Anlagen. Der Himmel ist klar und blau mit einigen Wolken. Die Szene vermittelt den Eindruck von technologischem Fortschritt und Raumfahrt.

20. April 2026

Ein halbes Jahrhundert ist es her, dass Menschen ihre Spuren auf dem Mond hinterlassen haben. Seit Frühjahr 2026 umkreisten erstmals wieder Astronaut:innen unseren Erdtrabanten – und sind sicher zur Erde zurückgekehrt. Die Fachleute von ALTER, Tochter der TÜV NORD GROUP, haben maßgeblich zu diesem ehrgeizigen Raumfahrtprogramm beigetragen, das den Mond als Sprungbrett für künftige Marsmissionen etablieren soll.

14. Dezember 1972. Taurus-Littrow, eine Region im Mondmeer Mare Serenitatis. Es ist 5:40 Uhr koordinierte Weltzeit. „Wir verlassen jetzt Taurus-Littrow, wie wir einst gekommen sind“, sagt Eugene Cernan. „Wenn Gott es will, werden wir zurückkehren in Frieden und Hoffnung für die gesamte Menschheit.“ Mit diesen Worten klettert der Kommandant der Apollo-17-Mission die Leiter empor und verschwindet in der Mondfähre. 

Cernan ist bis heute der letzte Mensch, der die Oberfläche des Erdtrabanten betreten hat – doch er wird es nicht bleiben. Die NASA schickt dem Sonnengott Apollo seine Zwillingsschwester hinterher, ihres Zeichens Göttin der Jagd, des Waldes und des Mondes: Artemis, so hat die NASA ihr zweites ambitioniertes Mondlandungsprogramm genannt. Es besteht aus mehreren Missionen, an denen auch die ESA und andere Raumfahrtagenturen beteiligt sind. Ziel ist es unter anderem, eine Präsenz auf dem Mond aufzubauen und damit die Basis für zukünftige Marsmissionen zu legen. 

Im April 2026 trat das Raumschiff Orion mit vier Astronaut:innen an Bord seine rund 370 000 Kilometer lange Reise in Richtung Mond an, umrundete ihn erfolgreich und kehrte sicher zur Erde zurück. Im spanischen Sevilla verfolgten die Mitarbeitenden von ALTER, Tochter der TÜV NORD GROUP, die entscheidenden Missionsmeilensteine mit großer Spannung.„Wie bei allen Programmen, an denen wir beteiligt waren, haben wir kurz innegehalten, um den Erfolg dieser Mission zu würdigen“, sagt Manuel Morales, Ingenieur für Komponenten- und Produktsicherung bei ALTER. Seit mehr als 20 Jahren arbeitet er im Unternehmen – doch Artemis II war auch für ihn etwas Besonderes: „Es geht um den Mond. Nach mehr als einem halben Jahrhundert haben wir wieder Menschen dorthin gebracht. Da wird ein Kindheitstraum wahr, den viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler träumen.“

Eine Raumkapsel wird in einer Montagehalle bearbeitet, umgeben von technischen Geräten und Plattformen. Ingenieure in Schutzkleidung arbeiten an der Kapsel. Die Umgebung ist industriell und hochmodern.
2027 werden Menschen den Mond im Rahmen des Artemis-Programms der NASA wieder betreten. Vorher, spätestens im April 2026, wird eine vierköpfige Crew den Mond umrunden und dabei die Systeme des Raumschiffs Orion testen.

Hauptantrieb für den Mondflug

Artemis II war der erste bemannte Testflug des Orion-Raumschiffs. Die vierköpfige Crew umrundete den Mond und überprüfte dabei alle Systeme. Orion besteht aus zwei wesentlichen Teilen: dem US-amerikanischen Crewmodul (Multi-Purpose Crew Vehicle, MPCV) und dem European Service Module (ESM), einer zylinderförmigen Versorgungs- und Antriebseinheit der ESA. In diesem Modul sitzt das Haupttriebwerk für den Flug zum Mond. 

Die Fachleute von ALTER waren unter anderem für die Beschaffung und Prüfung elektronischer und elektromechanischer Komponenten für das ESM verantwortlich. Mehr als 20 000 Teile, Komponenten und rund zwölf Kilometer Kabel sind darin verbaut. Das Modul ist etwa vier mal vier Meter groß und wiegt beim Start rund 13 Tonnen. Es versorgt die Crew mit Energie, Wasser und Sauerstoff und transportiert den Treibstoff. Nach Abschluss der Mission trennte es sich wie vorgesehen von der Kapsel und verglühte in der Erdatmosphäre. Insgesamt wurden sechs ESM bei den europäischen Partnern bestellt.

Die Arbeit an Artemis ist anders

ALTER ist seit über 30 Jahren an Weltraummissionen beteiligt, insbesondere an Programmen der European Space Agency (ESA). Auch beim Vorgängerprojekt, dem automatisierten Raumfrachter ATV, der die ISS zwischen 2008 und 2015 versorgte, waren ALTER-Fachleute für die Prüfung der verbauten Komponenten verantwortlich. 

Trotz dieser Erfahrung war Artemis II eine besondere Herausforderung. Nicht nur die enorme Anzahl an Bauteilen stellte hohe Anforderungen, sondern vor allem die konsequente Einhaltung strengster Qualitätsund Sicherheitsstandards. „Die Komplexität der Geräte, insbesondere beim Testen einiger neuer Technologien, war eine echte Herausforderung“, schildert Morales. Eine gigantische Aufgabe, die nur dank einer starken Teamleistung gelungen sei. „Wir haben hier an der Zukunft der Weltraumforschung mitgearbeitet und verstehen jetzt die mittelfristigen Anforderungen an diese Art von Missionen“, sagt der Ingenieur. „Nach einem anstrengenden Tag war es großartig, sich bewusst zu machen, dass man etwas getan hatte, das an künftige Generationen weitergegeben wird.“ 

Mit dem erfolgreichen Abschluss der Mission wurde diese Arbeit auch international gewürdigt: Das spanische Königspaar gratulierte ALTER offiziell zum Beitrag am Erfolg von Artemis II und betonte ausdrücklich den hohen Anspruch und die Exzellenz der geleisteten Arbeit.

Eine grafische Darstellung des Orion European Service Module der ESA. Das Modul ist für die Mondmissionen der NASA vorgesehen. Informationen über Ziel, Beschreibung, Zweck und Hauptauftragnehmer sind enthalten, sowie die Flaggen der Subunternehmerländer.
Grafik der ESA: Fachleute von ALTER, Tochter der TÜV NORD GROUP, haben unter anderem elektronische und elektromechanische Teile für das Versorgungs- und Antriebsmodul ESM beschafft und geprüft.

Nächster Halt: Mars

Artemis ist eine Brücke in die Zukunft. Das Programm sieht den Aufbau eines dauerhaften Basislagers auf dem Mond vor – als Vorbereitung auf bemannte Marsmissionen. Auch dafür hat ALTER bereits Hochleistungs-LEDs für Roboter evaluiert. „Dabei haben wir in unserem Labor sehr interessante Tests mit Mondregolith durchgeführt“, schildert Morales. Das ist die staubige, scharfkantige und bröckelige Gesteinsschicht, die die Oberfläche des Mondes bedeckt und für Mensch und Technik gefährlich werden kann. 

Mit dem Lunar Gateway , einer Raumstation in der Mondumlaufbahn, die sowohl zur Forschung als auch als „Umsteigebahnhof“ zwischen Raumfähre und Mondoberfläche dient, soll im Rahmen von Artemis schon der nächste große Schritt der Menschheit vorbereitet werden: der erste Flug von Astronautinnen und Astronauten zum Mars. Auch dort hat ALTER bereits Spuren hinterlassen – zumindest in Gestalt der Roboter, deren Bauteile von den Fachleuten getestet wurden.

Mögliche Spuren von Leben und lebensgefährliche Strahlung

Einer dieser Roboter, der Rover Perseverance, zieht seit 2021 auf dem Mars seine Kreise. Anfang dieses Jahres hat er eine uralte Gesteinslandschaft entdeckt, die früheres Leben auf dem heute öden Planeten belegen könnte. Gewissheit wird allerdings wohl nur eine genauere Untersuchung auf der Erde bringen. Doch die Rückführung der gesammelten Proben ist aktuell noch eine finanzielle wie technische Herausforderung. 

Das gilt umso mehr für einen bemannten Flug zum Roten Planeten, den die NASA in den 2030er-Jahren anvisiert. Die Lebenserhaltungssysteme etwa, um Marsreisende während des langen Fluges mit Sauerstoff und Wasser zu versorgen, die technischen Verfahren, um sie vor der tödlichen Strahlung auf dem Roten Planeten zu schützen: Sie müssen erst entwickelt werden. Überhaupt gelte es, zunächst noch einiges über den Mars zu lernen, sagt Morales und dämpft überzogene Erwartungen auf einen baldigen Start. „Bevor wir Menschen auf den Mars schicken, bleiben wir doch zunächst lieber dabei, Roboter einzusetzen, um zu begreifen, wie der Planet funktioniert.“

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Dies ist ein Artikel von #explore. #explore ist eine digitale Entdeckungsreise in eine Welt, die sich in rasantem Tempo wandelt. Die zunehmende Vernetzung, innovative Technologien und die alles umfassende Digitalisierung schaffen Neues und stellen Gewohntes auf den Kopf. Doch das birgt auch Gefahren und Risiken: #explore zeigt einen sicheren Weg durch die vernetzte Welt.