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Nachhaltigkeit & Umweltschutz

Nachhaltigkeit in Unternehmen

Mehr Nachhaltigkeit in Unternehmen? – Wir verraten Ihnen, wie die Integration gelingt und geben Ihnen wertvolle Tipps!

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15. März 2023

Integration von Nachhaltigkeit im Unternehmen: So gelingt sie

Für Dirk Gremmel ist klar: Die Entwicklung hin zu mehr Nachhaltigkeit in der Wirtschaft war in den letzten Jahren ein Megatrend. Das ließ sich, so der Umweltgutachter und Geschäftsführer der Uniconsult GmbH, auch in deutschen Unternehmen beobachten. Derzeit zeigt sich am Markt jedoch ein gegenläufiger Trend und die Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit hat aufgrund der politischen Lage und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in vielen Unternehmen deutlich nachgelassen.  

Wir haben uns mit Dirk Gremmel darüber unterhalten, warum Nachhaltigkeit nach wie vor  ein wichtiges Thema bleibt und warum es notwendig  ist, das große Ganze im Blick zu behalten, wenn man Nachhaltigkeit ins Unternehmen integrieren will.

Warum nachhaltiges Wirtschaften immer wichtiger wird

Für den Bedeutungsgewinn von Nachhaltigkeit sind mehrere Treiber verantwortlich:

  • Gesetze: Aufgrund des Bürokratieabbaus sind viele Änderungen an gesetzlichen Vorgaben zum Thema Nachhaltigkeit derzeit in der Diskussion und es besteht für viele Unternehmen Planungsunsicherheit. Unternehmen sollten daher aktiv beobachten, welche Vorschriften auch zukünftig für sie gelten und wo sie von Erleichterungen betroffen sind. .
  • Ökonomische Gründe: Der Marktdruck durch Verbraucher:innen, Kund:innen und NGOs ist in bestimmten Branchen nach wie vor hoch, wie Dirk Gremmel beobachtet. Dabei gelte: Je konsumentennäher, desto größer der Druck. „Wenn ein Unternehmen beispielsweise Babynahrung herstellt und im Bereich Nachhaltigkeit untätig ist, fliegt ihm der Marktdruck um die Ohren.“ Auch Industriekunden stellen in einigen Branchen seit Jahren hohe Anforderungen zum Thema Nachhaltigkeit. Große Automobilkonzerne beispielsweise verlangen von ihren Zulieferern detaillierte Informationen zur eigenen Lieferkette und zu Nachhaltigkeitsstrukturen. Fallen diese nicht zufriedenstellend aus, leidet die Geschäftsbeziehung – oder kommt gar nicht erst zustande. Nachhaltigkeitsratings wie zum Beispiel ecovadis haben bei vielen Industriekunden eine hohe Bedeutung.
  • Finanzielle Gründe: Ob große Investmentgesellschaften wie BlackRock oder die kleine Bank von nebenan, bei der Kreditvergabe sind Nachhaltigkeitskriterien längst zentral.
  • Vorteile beim Recruiting: Schließlich entscheidet die Nachhaltigkeit von Unternehmen mit darüber, wie attraktiv sie für Fachkräfte sind. Vor allem junge Talente legen großen Wert darauf.
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Wie sich Nachhaltigkeit in Unternehmen integrieren lässt

Nachhaltigkeit beruht auf drei Säulen:

  1. Ökologie
  2. Soziales
  3. Ökonomie

Diese Säulen beziehungsweise Bereiche beeinflussen einander. Unternehmen, die eine echte Nachhaltigkeitsstrategie entwickeln und umsetzen wollen, sollten deshalb alle drei betrachten.

Der Ausgangspunkt: Nachhaltigkeitsstrategie formulieren

Dirk Gremmel empfiehlt, mit den folgenden Schritten zu beginnen:

  1. Wesentlichkeitsanalyse durchführen: Als Ausgangspunkt bietet sich eine Wesentlichkeitsanalyse an. Entscheidend für die Einstufung als wesentlich sind die Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft durch die eigene Geschäftstätigkeit und die bedeutenden Risiken auf das eigene Unternehmen. Die Einbeziehung von Stakeholder:innen hilft dabei, diese Themen besser einzuordnen. .
  2. Schwerpunkte setzen: Mithilfe der Ergebnisse der Wesentlichkeitsanalyse lassen sich Schwerpunkte setzen. Dabei spielen die vorhandenen Einflussmöglichkeiten und Ressourcen eine wesentliche Rolle. Schließlich ist nicht alles umsetzbar, was im ersten Moment gut klingt.

Nachhaltigkeit in Managementsystemen verankern

In aller Regel, betont Dirk Gremmel, müssen Unternehmen das Rad nicht neu erfinden, um nachhaltiger zu werden. Mit einem Umweltmanagementsystem und/oder Energiemanagementsystem beispielsweise habe man schon einen wichtigen Beitrag zur Säule Ökologie. Allerdings sei es dann meist trotzdem notwendig, die eigene Strategie „aufzubohren“, weil Betriebe bisher zwar Aussagen zur Kundenzufriedenheit, zur CO2-Bilanzierung oder zum Umweltschutz, aber nicht zu einer umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie getroffen hätten.

Nun müssen sie das Thema auf allen drei Ebenen von Managementsystemen verankern: der normativen, strukturellen und prozessualen Ebene. Das bedeutet, sich realistische Ziele zu setzen und existierende Prozesse unter die Lupe zu nehmen: „Verantwortliche müssen beispielsweise Beschaffungsprozesse betrachten und sich überlegen: Was kann ich tun, um diese nachhaltiger zu gestalten?“

Neue Rollen schaffen

Umgesetzt wird Nachhaltigkeit in Unternehmen auf mehreren Ebenen. Dabei ist eines für Dirk Gremmel entscheidend: „Wenn man den Prozess erfolgreich gestalten will, muss man ganz oben anfangen. Es ist mindestens eine Person im Vorstand oder auf Geschäftsführungsebene notwendig, die Nachhaltigkeit als eigenes strategisches Thema begreift.“

In großen Unternehmen werden die entscheidenden Weichen meistens von drei Personengruppen gestellt.

  1. Der Vorstand oder die Geschäftsführung entwickelt die übergreifende(n) Strategie(n).
  2. Nachhaltigkeitsmanager:innen beziehungsweise -beauftragte koordinieren die drei Säulen der Nachhaltigkeit im Unternehmen. Dafür haben sie die erforderliche Methodenkompetenz.
  3. Darunter sind die Beauftragten für die verschiedenen Managementsysteme angesiedelt, zum Beispiel der oder die Umweltmanagementbeauftragte oder Energiemanagementbeauftragte.

In kleinen Unternehmen mit begrenzten Ressourcen entfällt die zweite Ebene oft. Stattdessen werden die Aufgaben des:r Nachhaltigkeitsbeauftragten auf eine:n vorhandene:n Beauftragte:n übertragen.

Dirk Gremmel hält das für einen gangbaren Weg. Er empfiehlt aber, die neue Rolle genau zu definieren. Außerdem sei es sinnvoll, sie einer Person zu übertragen, die mit dem Thema bereits Berührung habe. Umweltmanagementbeauftragte beispielsweise seien schon mit vielen Themen der „ökologischen Säule“ vertraut, dann könne man ihnen möglicherweise auch die anderen zwei Säulen übertragen.

Wichtig: Wer als Nachhaltigkeitsbeauftragte:r arbeiten will oder soll, braucht umfassendes Know-how. Weiterbildungen geben nicht nur eine Übersicht über einschlägige Normen. Sie vermitteln auch Herangehensweisen, um Nachhaltigkeitsaspekte in bestehende Abläufe zu integrieren.

Diesen Fehler sollten Unternehmen vermeiden

Wir haben es anfangs angesprochen: Zwar kann kaum noch ein Unternehmen das Thema Nachhaltigkeit ignorieren. Wie es aufgegriffen wird, unterscheidet sich aber erheblich.

Häufig beobachtet Dirk Gremmel, dass Verantwortliche „mit der Taschenlampe in eine Ecke leuchten“, statt alle drei Säulen der Nachhaltigkeit in den Blick zu nehmen. Weil NGOs Druck ausüben oder um Geld zu sparen, werden einzelne Maßnahmen ergriffen. Dienstfahrten zu kompensieren, sei aber noch keine Nachhaltigkeitsstrategie und auch ein Energiemanagement nur ein kleiner Teil des großen Ganzen. „Da fehlt das Ausgewogene.“

Die intrinsische Motivation ist groß

Erfreulich ist, dass Vorgesetzte in aller Regel wenige Hürden überwinden müssen, wollen sie mehr Nachhaltigkeit ins Unternehmen integrieren. Zwar gebe es, so Dirk Gremmel, Unsicherheiten und Ängste, beispielsweise vor finanziellen Belastungen, aber die intrinsische Motivation sei bei diesem Thema so groß wie bei kaum einem anderen. Das gelte auch für angehende Nachhaltigkeitsmanagementbeauftragte.

Eigentlich nicht weiter verwunderlich, denn das Bewusstsein, dass für eine zukunftsfähige Wirtschaft ein achtsamer Umgang mit Menschen und Ressourcen notwendig ist, wächst. Damit steigt die Motivation, Veränderungen selbst mitzugestalten und auf diese Art letztendlich auch die Wettbewerbsfähigkeit des eigenen Unternehmens zu fördern.

Für Dirk Gremmel steht jedenfalls fest: „Nachhaltige Unternehmen sind auf lange Sicht die erfolgreicheren.

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Natalie Pätzel

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