Zum Inhalt springen

Sicherheits- und Risikobeurteilungen für technische Anlagen und Infrastruktur

Technische Anlagen und Infrastrukturen werden komplexer und stärker vernetzt. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an einen sicheren, nachweisbaren und regelkonformen Betrieb. TÜV NORD unterstützt Betreiber dabei, Gefährdungen frühzeitig zu erkennen, Risiken strukturiert zu bewerten und belastbare Maßnahmen für eine sichere, wirtschaftliche und effiziente Anlagenführung abzuleiten.

Kontaktieren Sie uns
Fachkraft überwacht Industrieanlage bei Nacht über Leit- und Überwachungssysteme.

Systematische Risiko- und Sicherheitsanalysen

Technische Systeme werden durch Digitalisierung, vernetzte Leit- und Steuerungstechnik, neue Energieträger und komplexe Prozessketten immer vielschichtiger. Gleichzeitig bestehen sie unverändert aus technischen, organisatorischen und personellen Komponenten – Sicherheit entsteht daher aus dem Zusammenspiel dieser Elemente. Das Kompetenzfeld Sicherheits- und Risikobeurteilungen führt strukturierte Analysen durch, um Gefährdungen und Risikopotenziale transparent zu machen – in der Planung, im laufenden Betrieb und bei Anlagenänderungen oder Erweiterungen.

Betrachtet werden technische Systeme, Betriebsorganisation und Schnittstellen im Zusammenhang. Die Ergebnisse liefern schutzzielorientierte, nachvollziehbare und normgerechte Entscheidungsgrundlagen für Betreiber, Planer, Genehmigungsstellen und Behörden.

Die Arbeit orientiert sich an anerkannten Standards wie DIN EN ISO 31000 / 31010, IEC 60812, IEC 61025, DIN EN 61508 / 61511, DIN EN 62740 sowie relevanten branchenspezifischen Regelwerken. Ergänzende Einblicke in übergreifendes Risikomanagement finden sich im TÜV-NORD-Wissens-Beitrag „Risikomanagement in Unternehmen"

Unsere Leistungen im Überblick

TÜV NORD begleitet den gesamten Prozess der Sicherheits- und Risikobeurteilung – von der Vorbereitung bis zur Umsetzung der Ergebnisse:

  • Moderation und Durchführung systematischer Risikoanalysen (z. B. HAZID, HAZOP, FMEA, SIL-Studien)
  • Bewertung und Validierung bestehender Sicherheitsnachweise und Sicherheitskonzepte
  • Ableitung und Priorisierung technischer und organisatorischer Maßnahmen
  • Unterstützung in Genehmigungs- und Behördenprozessen
  • strukturierte Dokumentation und nachvollziehbare Berichte
  • Begleitung bei Anlagenänderungen, Erweiterungen und Modernisierungen
  • interdisziplinäre Workshops mit Technik, Betrieb, Instandhaltung, HSE und Management

Je nach Bedarf können angrenzende TÜV-NORD-Leistungsfelder – etwa Funktionale Sicherheit, Informationssicherheit oder KRITIS-Zertifizierung – eingebunden werden, um ein durchgängiges Sicherheits- und Nachweiskonzept zu realisieren.

Ihr Mehrwert

Sicherheits- und Risikobeurteilungen von TÜV NORD bieten:

  • Verlässliche Entscheidungsgrundlagen für Planung, Betrieb und Investitionen
  • Transparente Risikobetrachtung über Technik, Organisation und Prozesse
  • Unterstützung bei der Erfüllung gesetzlicher und normativer Anforderungen
  • Erhöhte Anlagen- und Betriebssicherheit sowie Verfügbarkeit
  • Interdisziplinäre Expertise aus Hochrisiko- und Spezialbranchen

Unsere Methodenkompetenz

TÜV NORD arbeitet mit etablierten Verfahren zur Risiko- und Sicherheitsanalyse, die in sicherheitskritischen Branchen international anerkannt sind. So entstehen nachvollziehbare, vergleichbare und normgerechte Bewertungen, die sich direkt in Entscheidungen, Nachweise und Maßnahmen überführen lassen.

HAZID-Workshops dienen der Früherkennung potenzieller Gefährdungen in frühen Projekt- und Planungsphasen. Auf Basis von Anlagenkonzepten, Prozessfließbildern und Betriebsstrategien werden Szenarien gesammelt, strukturiert bewertet und erste Maßnahmenansätze definiert. Das Ergebnis ist ein systematischer Überblick über relevante Gefährdungen als Grundlage für weitere Detailanalysen.

HAZOP-Analysen untersuchen Prozesse und Anlagen systematisch auf Abweichungen vom Sollzustand. Ursachen, Wirkpfade und mögliche Folgen werden für definierte Betrachtungsgrenzen (z. B. Anlagenteile, Prozessschritte) identifiziert und geeignete Maßnahmen abgeleitet. So lassen sich Schwachstellen in Prozessführung, Ausrüstung und Schutzkonzepten strukturiert erkennen und bewerten.

Für die Einbindung systematischer Risikoanalysen in Betreiberpflichten und Managementsysteme – etwa HAZOP-Studien im Rahmen von Gefährdungsbeurteilungen – bietet TÜV NORD ergänzende Leistungen im Betreiberpflichtenmanagement.

  • FMEA (Failure Mode and Effects Analysis) gemäß IEC 60812: Identifikation und Bewertung potenzieller Fehlerarten, ihrer Ursachen und Auswirkungen auf System- und Komponentenebene.
  • FTA (Fault Tree Analysis) gemäß IEC 61025: Top‑down‑Analyse von Fehlfunktionen oder unerwünschten Ereignissen zur Ermittlung kritischer Fehlerkombinationen.
  • ETA (Event Tree Analysis): Betrachtung möglicher Ereignisabläufe nach einem auslösenden Ereignis, einschließlich der Wirksamkeit vorhandener Schutzmaßnahmen.

Diese Verfahren ermöglichen eine systematische Bewertung von Fehlerursachen, Fehlerkombinationen und Ereignisabläufen und tragen dazu bei, Sicherheit und Verfügbarkeit von Anlagen zielgerichtet zu erhöhen.

SIL-Studien nach IEC 61508 und IEC 61511 dienen der Ermittlung und Bewertung sicherheitsgerichteter Funktionen und Schutzketten. Sie umfassen:

  • Definition von Schutzzielen und Gefährdungsszenarien
  • Bestimmung erforderlicher Sicherheitsintegritätslevel (SIL)
  • Bewertung der realisierten Sicherheitsfunktionen im Hinblick auf Architektur, Ausfallwahrscheinlichkeiten und Testkonzepte

Vertiefende Informationen zur Funktionalen Sicherheit bietet die TÜV‑NORD‑Themenseite „Funktionale Sicherheit

Sicherheitsunterweisung für Mitarbeiter in einem Industriebetrieb während einer Arbeitsschutz-Schulung.

Mensch, Technik, Organisation und Unfallanalyse – MTO-Analysen

Neben rein technischen Aspekten betrachtet TÜV NORD gezielt die Schnittstellen zwischen Mensch, Technik und Organisation. Viele sicherheitsrelevante Ereignisse entstehen aus dem Zusammenspiel von Arbeitsabläufen, Bedienverhalten, Schnittstellen und Systemgestaltung.

Mit MTO-Analysen, Root Cause Analysen (RCA) nach DIN EN 62740 und umfassenden Unfallanalysen unterstützt TÜV NORD dabei,

  • Ursachen sicherheitsrelevanter Ereignisse nachvollziehbar zu identifizieren,
  • systemische Schwachstellen in Prozessen und Organisation sichtbar zu machen,
  • Sicherheitskultur und Arbeitsorganisation gezielt weiterzuentwickeln.

Die Ergebnisse fließen in Managementsysteme, Schulungsstrukturen und technische Schutzmaßnahmen ein und ergänzen klassische Gefährdungs- und Risikoanalysen um eine systemische Perspektive auf Mensch, Technik und Organisation.

Branchen und Anwendungsfelder

Sicherheits- und Risikobeurteilungen von TÜV NORD kommen überall dort zum Einsatz, wo komplexe technische Systeme hohe Anforderungen an Sicherheit, Verfügbarkeit und Compliance erfüllen müssen. Typische Branchen und Anwendungsfelder sind unter anderem:

Praxisbeispiele aus Industrie, Energie und Infrastruktur

Ausgewählte Referenzszenarien zeigen, wie Sicherheits- und Risikobeurteilungen in konkrete Lösungen überführt werden:

  • Landstromsystem im Hafenbetrieb
    Analyse technischer und organisatorischer Abhängigkeiten zur Sicherstellung einer stabilen Energieversorgung.
  • Halbleiterfertigung – FMEA zu Erdbebenauswirkungen
    Bewertung kritischer Ausfallpfade zur Absicherung sensibler Produktionsbereiche.
  • Batteriegroßspeicher – Risikoanalyse
    Untersuchung thermischer und elektrischer Gefährdungen mit Maßnahmenempfehlungen für sicheren Betrieb und Genehmigungsfähigkeit. Weiterführende Informationen zu Energiespeichern
  • Wasserstoffanlage – Ereignis- und Fehlerbaumanalyse
    Bewertung sicherheitsrelevanter Szenarien und Auslegung robuster Schutzmaßnahmen.

Jetzt Kontakt aufnehmen

Mit ganzheitlichem Sicherheitsmanagement werden Risiken beherrschbar, regulatorische Anforderungen erfüllt und die Resilienz technischer Anlagen und kritischer Infrastrukturen erhöht.

TÜV NORD EnSys GmbH & Co. KG Sicherheitsmanagement