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Checkliste

Wohnmobilreise: Weit kommen, wenig verbrauchen

© Gettyimages

09. Juni 2022

Zu schwer, zu teuer, zu wenig ausdauernd: Elektrische Wohnmobile haben noch Seltenheitswert, weshalb aktuell kaum ein Weg am Diesel vorbeiführt. Unsere Checkliste verrät, wie man auf der Reise auf Rädern Treibstoff spart, um die Umwelt – und den eigenen Geldbeutel – zu schonen.

 

Der Kauf stellt die Weichen

Ob neu oder gebraucht: Das Angebot an Wohnmobilen ist groß. Allerdings werden aktuell auch für hochbetagte Wohnmobile hohe Preise verlangt. Daher kann es sich rechnen, stattdessen ein neues Wohnmobil mit aktueller Motorentechnologie anzuschaffen.

Informieren Sie sich vor dem Kauf über die Schadstoffklasse und die Verbrauchswerte. Grundsätzlich gilt: Die verschiedenen Wohnmobiltypen auf dem Markt unterscheiden sich auch im Kraftstoffverbrauch. So hat ein Liner in Reisebusgröße natürlich einen deutlich höheren Verbrauch als ein Alkovenmobil. Dieses benötigt wiederum durch seinen hohen Aufbau mehr Treibstoff als ein Kastenwagen, dessen Verbrauch über dem eines wendigen Campingbusses liegen kann.

 

Vorausschauend fahren

Wer vorausschauend fährt, ist spritsparender unterwegs – das gilt im Auto ebenso wie im Wohnmobil. Entsprechend sollte man frühzeitig vor roten Ampeln, vor Kreuzungen oder vorm Abbiegen vom Gas gehen.

Auf der Autobahn steigt der Verbrauch mit der Geschwindigkeit exponentiell. Wer dauernd Höchstgeschwindigkeit fährt oder ständig Lkw überholt, spürt das spätestens an der Tankstelle. 

Mit dem Tempomaten und im „Windschatten“ der Lkw ist man stressfrei unterwegs. Die generelle Empfehlung: moderat fahren und frühzeitig hochschalten. Eine gute Orientierung bei neueren Wohnmobilen gibt hierbei die Schaltanzeige. Sie zeigt an, in welchem Gang man gerade fährt und wann man bestenfalls schaltet. Moderne Wohnmobile kommen auch mit einer Start-Stopp-Automatik, die besonders bei langen Wartezeiten etwa an Bahnübergängen, Ampeln, Klappbrücken oder im Stau beim Sparen hilft.

Der Einsatz der Klimaanlage benötigt zusätzlichen Kraftstoff – und das nicht zu knapp. Wird sie gerade nicht zwingend benötigt, sollte man sie daher ausschalten. Das spart beträchtlich.

 

Vorher checken statt später bereuen

Um auf der Reise keine bösen Überraschungen durch Defekte zu erleben, sollte man nur mit einem technisch einwandfreien Wohnmobil unterwegs sein. Daher bietet sich vor Reiseantritt eine Prüfung des Wohnmobils an. Kann oder will man das nicht selbst erledigen, lohnt sich ein „Urlaubscheck“ in der Werkstatt oder der Besuch einer TÜV-NORD-Station.

Ein defektes Steuergerät oder eine nicht intakte Lambdasonde können für hohe Spritverbräuche verantwortlich sein. Das gilt auch für einen verschmutzten Luftfilter. Mit Leichtlaufölen lässt sich außerdem etwas Kraftstoff sparen.

Generell sind Wartungen im vorgegebenen Zeitraum oder bei der entsprechenden Kilometerleistung ratsam. So ist man stets mit einem gewarteten Wohnmobil unterwegs und läuft nicht Gefahr, mögliche Garantieansprüche zu verlieren.

Die richtigen Reifen rollen sparsamer

Die Wahl des Reifens hat ebenfalls Einfluss auf den Spritverbrauch. Grundsätzlich sollte man nicht länger als nötig mit Winterreifen fahren und den Reifendruck um 0,2 Bar erhöhen. Steht der Kauf von neuen Reifen an, sind Leichtlaufreifen mit einem geringeren Rollwiderstand eine gute Wahl.

 

Überflüssige Pfunde loswerden

Jedes Kilogramm mehr an Zusatzausstattung wirkt sich negativ auf Zuladung, Fahrverhalten sowie Fahrleistung aus – und natürlich auch auf den Spritverbrauch. Viele Gründe also, um auf das Gewicht zu achten.

Besonders Frischwasservorrat und Abwasser sorgen schnell für überflüssigen Ballast. Ein Frischwassertank fasst schließlich rund 100 Liter, bei großen Linern sogar bis zu 500 Liter. Daher der Tipp: die Tanks immer erst am Reiseziel auffüllen! Und Abwassertanks vor der Weiterfahrt immer entleeren.

Verzichten Sie wenn möglich auch auf Dachboxen. Sie erhöhen den cw-Wert, also den Luftwiderstand des Reisemobils. Das gilt auch für geöffnete Fenster oder Dachluken, die besonders bei schneller Fahrt den cw-Wert nach oben treiben.

Zu den sinnvollen Zusatzausstattungen zählt in jedem Fall der Einbau einer Solaranlage. Sie macht das Fahrzeug autark, die Lichtmaschine wird weniger beansprucht, und man muss das Wohnmobil auf dem Stell- oder Campingplatz nicht ans Stromnetz anschließen. Das spart Strom und Energie an anderer Stelle.

Das Gute liegt so nah

Eine Binsenweisheit: Je weiter man fährt, desto mehr Treibstoff schluckt das Wohnmobil. Daher lässt sich auch durch die Wahl des Reiseziels erheblich Sprit einsparen. Muss es die Reise zum Nordkap sein? Oder will man den wohlverdienten Urlaub im eigenen Land verbringen? Sicher ist: Hierzulande und in den angrenzenden Nachbarländern finden sich viele reizvolle Urlaubsregionen mit einer guten Infrastruktur für Wohnmobilistinnen und -mobilisten. Generell sollte die Reisedauer in einem angemessenen Verhältnis zur Entfernung stehen. Bei der Fahrt zur und in der Reiseregion hilft das Navi: So steuert man das Ziel in der Regel ohne Umwege an. Das spart Sprit und schont die Nerven – schließlich ist man im Urlaub!

Die Spartipps im Überblick

  • Durchdachte Fahrzeugwahl
  • Angepasste Fahrweise
  • Hilfsmittel: Tempomat, Start-Stopp-Automatik etc.
  • Einwandfreier technischer Zustand
  • Richtige Reifenwahl
  • Gewicht einsparen
  • Verzicht auf Dachboxen
  • Auswahl des Reiseziels
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In Folge 43 erläutert Mirco Lohmann, Sachverständiger und Stationsleiter der TÜV NORD-Station in Stadthagen, worauf beim Ausbau eines Kastenwagens zu achten ist.