Funktionale Sicherheit beschreibt die Fähigkeit technischer Systeme, bei Fehlern oder Störungen einen sicheren Zustand aufrechtzuerhalten oder einzunehmen. Sie ist ein zentraler Bestandteil der Produktsicherheit und Betreiberverantwortung in Branchen wie Maschinenbau, Automotive und Prozessindustrie. Grundlage bilden internationale Normen wie die DIN EN IEC 61508, aus denen sektorbezogene Regelwerke wie ISO 26262, DIN EN ISO 13849, DIN EN IEC 62061 und DIN EN IEC 61511 abgeleitet wurden. Verantwortliche Fachkräfte müssen Risiken erkennen, Sicherheitsfunktionen bewerten und den gesamten Sicherheitslebenszyklus normgerecht umsetzen.
Mit einer Schulung im Bereich Funktionale Sicherheit erwerben Sie das notwendige Fachwissen, um Sicherheitsanforderungen systematisch umzusetzen und rechtliche sowie normative Vorgaben sicher zu erfüllen. Die TÜV NORD Akademie unterstützt Produktsicherheitsbeauftragte, Safety Manager, Entwickler, Konstrukteure und Betreiber mit praxisnahen Weiterbildungen zu IEC 61508, ISO 26262 sowie DIN EN ISO 13849 / DIN EN IEC 62061. Stärken Sie Ihre Kompetenz bei Risikobeurteilungen, Sicherheitsnachweisen und der Bewertung von Sicherheitsfunktionen über den gesamten Lebenszyklus hinweg!
Die Funktionale Sicherheit gewinnt mit zunehmender Digitalisierung, Automatisierung und Vernetzung technischer Systeme stetig an Bedeutung. Sie stellt sicher, dass Maschinen, Fahrzeuge, Anlagen und deren sicherheitsbezogene Steuerungen auch bei Fehlern keine unvertretbaren Risiken für Menschen, Umwelt oder Sachwerte verursachen. Grundlagen jeder Sicherheitsbetrachtung sind eine strukturierte Gefährdungsanalyse und Risikobeurteilung, aus denen die erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen abgeleitet werden.
Die DIN EN IEC 61508 gilt als grundlegende Norm der Funktionalen Sicherheit für elektrische, elektronische und programmierbare elektronische Systeme. Sie definiert den Sicherheitslebenszyklus und die Anforderungen an Entwicklung, Betrieb und Instandhaltung sicherheitsrelevanter Systeme.
Darauf aufbauend regeln branchenspezifische Normen besondere Anforderungen, bspw.
Je nach Branche und Anwendung gelten unterschiedliche Bewertungsmaßstäbe und Nachweispflichten.
Die erforderliche Zuverlässigkeit einer Sicherheitsfunktion wird anhand des Risikos bestimmt. In der Praxis kommen unterschiedliche Bewertungsverfahren zum Einsatz:
Für die Bewertung werden unter anderem Kennwerte wie PFHd (Probability of Dangerous Failure per Hour), MTTFd (Mean Time To Dangerous Failure) sowie mögliche Common Cause Failures (CCF) betrachtet. Ziel ist es, ein angemessenes Sicherheitsniveau nachzuweisen und Risiken auf ein akzeptables Maß zu reduzieren.
Der Safety Lifecycle beziehungsweise Sicherheitslebenszyklus begleitet ein Produkt oder eine Anlage von der Konzeptphase bis zur Außerbetriebnahme. Er umfasst die Risikoermittlung, die Definition von Sicherheitsanforderungen, die Entwicklung technischer Schutzmaßnahmen sowie deren Überprüfung.
Wesentliche Bestandteile sind:
Die Seminare richten sich an Produktsicherheitsbeauftragte, Safety Manager, Entwickler, Konstrukteure, Qualitätsverantwortliche, Projektleiter, Betreiber von Maschinen und Anlagen sowie Fach- und Führungskräfte, die Sicherheitsanforderungen normgerecht umsetzen müssen.
Für den Maschinenbau sind insbesondere Schulungen zu DIN EN ISO 13849 und DIN EN IEC 62061 relevant. Im Automotive-Bereich steht die ISO 26262 im Fokus. Betreiber und Planer in der Prozessindustrie profitieren von Qualifizierungen zur DIN EN IEC 61511 und den zugrunde liegenden Anforderungen der IEC 61508.
Grundkenntnisse in Technik, Maschinenbau, Elektrotechnik oder Automatisierung sind hilfreich. Viele Grundlagenseminare vermitteln jedoch die wesentlichen Inhalte der Funktionalen Sicherheit strukturiert und praxisnah, sodass auch Einsteiger einen fundierten Einstieg erhalten.
Je nach Seminar werden die Anforderungen der DIN EN IEC 61508, ISO 26262, DIN EN ISO 13849, DIN EN IEC 62061 sowie DIN EN IEC 61511 behandelt. Ergänzend werden Themen wie SIL, PL, ASIL, CCF, PFHd, MTTFd, Risikobeurteilung und Sicherheitsnachweise erläutert.
Ja. In der Regel sind die Schulungen neben dem Präsenzformat auch als Webinar verfügbar. Darüber hinaus können Unternehmen maßgeschneiderte Inhouse-Schulungen buchen, die gezielt auf ihre Prozesse, Systeme und Verantwortlichkeiten abgestimmt werden.