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FSSC 22000 Version 7: Die wichtigsten Neuerungen im Überblick

Mitarbeitende an einem Laufband der Keksherstellung in weißen Shirts und mit Hauben
FSSC 22000 Logo – Zertifizierung für Lebensmittelsicherheit und Qualitätsmanagement

Neue Anforderungen für zertifizierte Unternehmen der Lebensmittelkette

Mit der Veröffentlichung von FSSC 22000 Version 7 am 1. Mai 2026 beginnt die nächste Entwicklungsstufe eines der weltweit führenden Zertifizierungssysteme für Lebensmittelsicherheit. Die neue Version berücksichtigt aktuelle Anforderungen der Global Food Safety Initiative (GFSI), integriert die neue ISO 22002-x:2025-Reihe für Präventivprogramme (PRPs) und stärkt die Anforderungen in Bereichen wie Lebensmittelsicherheitskultur, Nachhaltigkeit sowie Food Fraud und Food Defense.

Unternehmen haben nun Zeit, sich auf die neuen Anforderungen vorzubereiten. Die Umstellungsaudits auf Version 7 beginnen am 1. Mai 2027. Die Übergangsfrist endet am 30. April 2028.

Warum wurde FSSC 22000 überarbeitet?

Die Weiterentwicklung von FSSC 22000 Version 7 basiert auf mehreren wesentlichen Treibern:

  • Integration der neuen ISO 22002-x:2025-Reihe für Präventivprogramme
  • Anpassung an die GFSI Benchmarking Requirements 2024
  • Unterstützung der Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals – SDGs)
  • Verbesserung der Struktur der Kategorien innerhalb der Lebensmittelkette
  • Redaktionelle Optimierungen und kontinuierliche Weiterentwicklung des Standards

Ziel der Überarbeitung ist es, die Anforderungen weiter zu harmonisieren und gleichzeitig auf aktuelle Herausforderungen entlang der Lebensmittelkette zu reagieren.

Neue ISO 22002-100 schafft gemeinsame Grundlage für PRPs

Eine der bedeutendsten Änderungen der Version 7 ist die Einführung der neuen ISO 22002-100. Sie bildet künftig die gemeinsame Basis für die verschiedenen sektorspezifischen Präventivprogramme.

Während bisher mehrere eigenständige ISO/TS-22002-Dokumente genutzt wurden, folgt die neue Struktur einem gemeinsamen Ansatz. Ergänzend zur ISO 22002-100 gelten weiterhin branchenspezifische Anforderungen für einzelne Bereiche wie Lebensmittelherstellung, Verpackungsherstellung, Lagerung und Transport, Einzelhandel oder Futtermittelproduktion.

Für Unternehmen bedeutet dies:

  • Harmonisierung der PRP-Anforderungen
  • Einheitlichere Struktur über verschiedene Branchen hinweg
  • Vereinfachte Umsetzung bei mehreren Tätigkeitsbereichen
  • Anpassungsbedarf bei bestehenden Dokumentationen und Verweisen

Da sich zahlreiche Kapitel- und Abschnittsnummerierungen geändert haben, sollten Unternehmen ihre Managementsystemdokumentation frühzeitig überprüfen.

Food Safety Culture wird stärker in den Fokus gerückt

Bereits mit Version 6 wurde die Lebensmittelsicherheitskultur stärker in den Mittelpunkt gestellt. Version 7 geht nun einen Schritt weiter:

Künftig müssen Unternehmen nicht nur geeignete Maßnahmen zur Förderung einer positiven Food Safety and Quality Culture etablieren, sondern auch ausreichende Ressourcen dafür bereitstellen. Darüber hinaus wird ein nachweisbares Engagement aller Mitarbeitenden für die sichere Herstellung und Handhabung von Lebensmitteln gefordert.

Dies kann beispielsweise durch folgende Maßnahmen unterstützt werden:

  • Mitarbeitendenbefragungen
  • Schulungsprogramme
  • Kulturbewertungen
  • Feedbacksysteme
  • Kennzahlen zur Wirksamkeitsbewertung

Für viele Unternehmen dürfte dies einer der wichtigsten Aspekte der neuen Version sein, da die Anforderungen künftig deutlich stärker überprüfbar werden.

Neue Anforderungen an Laboranalysen

Die Anforderungen an Laboranalysen wurden konkretisiert. Werden Laboranalysen zur Verifizierung oder Validierung von Parametern eingesetzt, die für die Lebensmittelsicherheit kritisch sind, müssen diese von kompetenten Laboren durchgeführt werden.

Die Labore müssen nachweisen können, dass sie:

  • präzise und reproduzierbare Ergebnisse liefern,
  • validierte Prüfverfahren einsetzen,
  • geeignete Qualitätssicherungsmaßnahmen anwenden,
  • die Anforderungen der ISO/IEC 17025 berücksichtigen.

Dies betrifft sowohl externe als auch interne Labore.

Spezifikationsmanagement wird erweitert 

Für verschiedene Kategorien der Lebensmittelkette wurden zusätzliche Anforderungen an die Überprüfung von Rohstoff- und Produktspezifikationen eingeführt.

Unternehmen müssen künftig sicherstellen, dass Spezifikationen regelmäßig überprüft werden, um die fortlaufende Einhaltung von:

  • Anforderungen an die Lebensmittelsicherheit,
  • Qualitätsanforderungen,
  • gesetzlichen Vorgaben sowie
  • Kundenanforderungen

zu gewährleisten.

Besondere Bedeutung kommt dabei mikrobiologischen, chemischen, physikalischen und allergenbezogenen Spezifikationen zu, die auf wissenschaftlichen Grundlagen basieren müssen.

Kompetenzanforderungen bei Food Defense und Food Fraud

Auch die Themen Produktschutz und Lebensmittelbetrug werden weiter konkretisiert. FSSC 22000 fordert künftig ausdrücklich, dass die Verantwortlichen für:

  • Food Defense Threat Assessments,
  • Food Defense Pläne,
  • Food Fraud Vulnerability Assessments sowie
  • Food Fraud Mitigation Pläne

über die erforderlichen Kenntnisse und Kompetenzen verfügen.

Damit rückt die Qualifikation der beteiligten Personen stärker in den Fokus.

Nachhaltigkeit und Lebensmittelverluste

Die Unterstützung nachhaltiger Entwicklung gehört zu den erklärten Zielen von FSSC 22000 Version 7.

Besonders sichtbar wird dies im Bereich Lebensmittelverluste und Lebensmittelverschwendung. Unternehmen müssen künftig nachweisen können, dass ihre Ziele durch messbare Kennzahlen und definierte Zeitpläne unterstützt werden.

Dadurch soll die Wirksamkeit entsprechender Maßnahmen transparenter und nachvollziehbarer werden.

Neue Anforderungen für Verpackungsentwickler

Eine vollständig neue Anforderung betrifft Unternehmen, die Primärverpackungen oder Verpackungsmaterialien entwickeln.

Bei der Entwicklung neuer Verpackungen müssen künftig unter anderem folgende Aspekte berücksichtigt werden:

  • Schutz des Produktes während der gesamten Lieferkette
  • Verlängerung der Haltbarkeit
  • Reduzierung von Lebensmittelverlusten und -verschwendung
  • Verbraucherinformationen zur richtigen Handhabung und Lagerung

Dabei gilt weiterhin der Grundsatz, dass Änderungen keine negativen Auswirkungen auf die Lebensmittelsicherheit haben dürfen.

Weitere wichtige Änderungen in Version 7 des FSSC 22000

Darüber hinaus enthält Version 7 zahlreiche weitere Anpassungen:

  • Druckvorlagenverwaltung und Druckkontrolle gelten künftig für alle Unternehmen, die Etiketten oder Materialien bedrucken.
  • Die Anforderungen zur PRP-Verifizierung werden auf Gastronomie- und Einzelhandelsbereiche ausgeweitet.
  • Anforderungen zur Rückverfolgbarkeit wurden angepasst.
  • Die Mehrstandortzertifizierung wurde erweitert.
  • Anforderungen zu Food Fraud und Food Defense wurden teilweise in die neue ISO 22002-100 integriert.

Zeitplan für die Umstellung

Die Umstellung erfolgt ähnlich wie bereits bei der Einführung von Version 6.

  • 1. Mai 2026: Veröffentlichung von FSSC 22000 Version 7
  • 1. Mai 2027: Beginn der Umstellungsaudits auf Version 7
  • 30. April 2028: Ende der Übergangsfrist

Schauen Sie hierzu gerne auch in unseren Fristenkalender.

Unternehmen sollten die verbleibende Zeit nutzen, um ihre Managementsysteme schrittweise auf die neuen Anforderungen auszurichten.

Was Unternehmen jetzt tun sollten, um die Umstellung auf Version 7 des FSSC 22000 vorzubereiten

Bereits heute empfiehlt es sich:

  • die neuen Anforderungen im Detail zu analysieren,
  • bestehende PRP-Dokumentationen zu überprüfen,
  • Auswirkungen auf interne Verfahren zu bewerten,
  • die Weiterentwicklung der Food Safety Culture voranzutreiben,
  • Schulungsbedarf zu identifizieren,
  • Verantwortlichkeiten für Food Fraud und Food Defense zu überprüfen.

Eine frühzeitige Vorbereitung erleichtert die spätere Umstellung und schafft Planungssicherheit.

Einordnung der Änderungen in Version 7

FSSC 22000 Version 7 stellt keine grundlegende Neuausrichtung des Standards dar, bringt jedoch zahlreiche fachliche und strukturelle Anpassungen mit sich. Besonders die neue ISO 22002-100, die stärkere Verankerung der Food Safety Culture sowie die erweiterten Anforderungen an Nachhaltigkeit und Spezifikationsmanagement werden viele Unternehmen in den kommenden Monaten beschäftigen.

 

Eine frühzeitige Auseinandersetzung mit den neuen Anforderungen schafft die Grundlage für eine reibungslose Umstellung und unterstützt Unternehmen dabei, ihre Managementsysteme zukunftssicher weiterzuentwickeln.