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Energieeffizienz

KI und intelligentes Energiemanagement

Erfahren Sie mehr über die Anwendungsmöglichkeiten und das Potenzial von KI-Tools im Energiemanagement.

Person zeigt ein Modell-Windrad neben einem Laptop mit „Generative AI“-Anzeige auf dem Bildschirm.
08. Juli 2026

KI im Energiemanagement – wie künstliche Intelligenz das Energiemonitoring revolutionieren kann

Die Bedeutung künstlicher Intelligenz im Arbeitsleben wächst rasant. Auch im Energiemanagement nutzen Verantwortliche immer öfter KI-Tools, um Einsparpotenziale zu erkennen, Dokumentationen anzufertigen oder sich auf Audits vorzubereiten. Wie erfolgreich sie damit sind, hängt allerdings von mehreren Faktoren ab, angefangen beim eigenen Know-how. Wir haben uns mit Georgios Mitropoulos, Unternehmensberater bei Limon, über die Möglichkeiten und Grenzen von KI im Energiemanagement unterhalten.

Anwendungsfälle von KI-Tools im Energiemanagement

Es gibt viele gute Gründe für Unternehmen, das eigene Energiemanagement zu optimieren: Die Energiekosten steigen, für ein ISO 50001-Zertifikat ist eine nachweisbare Verbesserung der energiebezogenen Leistung erforderlich, und der Klimawandel erhöht den Handlungsdruck zusätzlich.

KI-Tools unterstützen vor allem in folgenden Bereichen:

KI kann große Mengen an Energie- und Betriebsdaten schnell und automatisiert auswerten. Sie erkennt Muster, Lastspitzen oder unnötige Verbräuche und macht Einsparpotenziale sichtbar, die manuell nur mit mehr Aufwand zu identifizieren sind.

Auf Basis von historischen Daten zum Verbrauch, Wetterdaten und Marktpreisen liefern KI-Tools unter geeigneten Bedingungen belastbare Vorhersagen zum Energiebedarf, zu Lastverläufen oder zur Auslastung von Anlagen. So können Unternehmen Prozesse effizient planen und Kosten senken.

Künstliche  Intelligenz kann Anlagen und Prozesse so unterstützen, dass der Energieeinsatz unter geeigneten Randbedingungen sinkt. Zum Beispiel regulieren KI-gestützte HVAC-Systeme die Temperatur abhängig vom Außenwetter.

KI-Tools beschleunigen die Erstellung und Pflege von Berichten, Nachweisen und Protokollen.

KI kann zum Beispiel Checklisten dynamisch anpassen und auf fehlende Nachweise oder Abweichungen hinweisen, sodass Unternehmen besser auf externe Prüfungen vorbereitet sind.

„Die gezielte Verwendung von KI“, so Georgios Mitropoulos, „sorgt für Übersicht und Systematik. Sie hilft auch, komplexe Zusammenhänge verständlich zusammenzufassen – für andere Mitarbeitende oder die Geschäftsführung.“ Wichtig sei aber, dieses Potenzial systematisch einzusetzen. Der Einsatz von KI muss wirtschaftlich bleiben. Gerade einfache Aufgaben erledigt ein Mensch oft in kürzerer Zeit, als die Formulierung der Eingabe (Prompt) und die Prüfung der KI-Antwort in Anspruch nimmt.

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So entsteht ein Basis-Modell, mit dem sich der Energieverbrauch analysieren lässt

Um den Energieverbrauch in Unternehmen mithilfe von KI zu analysieren, ist es notwendig, ein Modell zu erstellen.

Dies geschieht in mehreren Schritten:

  1. Unternehmen brauchen ausreichend Daten aus der Vergangenheit. Bei einer Einflussgröße wie der Außentemperatur ist in der Regel eine ausreichende historische Datenbasis sinnvoll. Der Umfang hängt vom Anwendungsfall ab.
  2. Damit ein Algorithmus diese Daten verarbeiten kann, ist es notwendig, sie zu bereinigen, zu plausibilisieren, strukturiert aufzubereiten und, sofern fachlich erforderlich, zu normalisieren.
  3. Der nächste Schritt stellt die Auswahl des Algorithmus dar. Besonders oft zum Einsatz kommen sogenannte überwachte Lernverfahren, angefangen bei einer einfachen linearen Regression bis hin zu neuronalen Netzen oder einer polynomialen Regression.
  4. Hat der Algorithmus anhand der zur Verfügung stehenden Daten Zusammenhänge erstellt, müssen diese Modelle validiert werden, etwa hinsichtlich Güte, Robustheit, Plausibilität und möglicher Überanpassung an die Trainingsdaten.

Im Anschluss an diese 4 Schritte haben Unternehmen ein Modell für ein intelligentes Energiemanagement zur Verfügung, das sie mit neuen Daten füttern können.

Wichtig: Dieser Prozess muss wiederholt werden, wenn sich beispielsweise Anlagen verändern.

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„Soft Skills trainieren mit einer KI-Avatar auf dem Kopf?“ Klingt ungewöhnlich – ist aber vielleicht die effektivste Art zu lernen. In dieser Folge von „Wissen kompakt“, dem Podcast der TÜV NORD Akademie, sprechen Leslie und Max mit Torsten Fell, Experte für immersive Technologien und Gründer des Institute for Immersive Learning, über die Zukunft der Soft-Skills-Trainings. Gemeinsam diskutieren sie, wie Künstliche Intelligenz (KI) und Virtual Reality (VR) die Weiterbildungswelt revolutionieren – und warum genau jetzt der richtige Zeitpunkt ist, umzudenken.

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Wichtige Voraussetzungen für den erfolgreichen Einsatz von KI

Georgios Mitropoulos hält den Einsatz von KI im Energiemanagement insbesondere dann für sinnvoll, wenn Unternehmen ihre Energieflüsse datenbasiert überwachen und systematisch steuern wollen. „Besonders groß ist das Potenzial bei hohen Energieverbräuchen, komplexen Strukturen und verteilten Standorten.“ In manchen kleinen Unternehmen können KI-Tools Routinetätigkeiten reduzieren und Mitarbeitende entlasten.

Je nach Anwendungsfall müssen aber bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, damit der Nutzen den Erwartungen entspricht.

  • Ausreichend Daten in hoher Qualität: Berechnungen von KI-Tools sind nur so gut wie die Daten, die ihnen zur Verfügung stehen. Diese müssen normalisiert sein, damit Einflussfaktoren wie die Temperatur das Ergebnis nicht verfälschen.
  • Gutes Training: Die Software muss Kontext und Zielsetzungen verstehen, um beispielsweise sinnvolle Handlungsempfehlungen geben zu können.
  • Eigenes Know-how: Anwender:innen brauchen fundiertes Wissen über Energiemanagement und die Funktionsweise von KI-Tools. Nur auf dieser Basis können sie Daten sauber aufbereiten, Tools richtig trainieren und Ergebnisse korrekt einordnen.

Überprüfen und Korrigieren spielt eine zentrale Rolle in der Arbeit mit künstlicher Intelligenz. Schließlich liefert diese auch Fehler oder unplausible Ergebnisse. Georgios Mitropoulos warnt deshalb davor, die Software autonom Entscheidungen treffen zu lassen. „KI ist immer ein Werkzeug zur Unterstützung, kein Ersatz für Know-how und eine gute Beratung.“

Gut zu wissen: Die KI-Verordnung verlangt von Unternehmen, die KI betreiben, die KI-Kompetenzen ihrer Mitarbeitenden sicherzustellen und nachzuweisen. Mehr über rechtliche Vorschriften und Haftungsrisiken rund um KI erfahren Sie in unserem Beitrag „Rechtliche Klarheit für KI: Was Unternehmen beachten sollten“.

KI-Tools helfen, Energie zu sparen, erfordern aber Know-how

Künstliche Intelligenz eröffnet neue Möglichkeiten, energierelevante Daten systematisch zu erfassen, auszuwerten und die Steuerung der energiebezogenen Leistung zu unterstützen. Sie macht komplexe Datenstrukturen transparent, erkennt Zusammenhänge, die sonst verborgen bleiben, und liefert fundierte Grundlagen für bessere Entscheidungen. Unternehmen können Energieflüsse gezielter steuern und Kosten nachhaltig senken.

Allerdings hängt der Erfolg nicht allein von der Technologie ab. Entscheidend ist unter anderem, wie gut Daten aufbereitet sind und ob genug Know-how vorhanden ist. Künstliche Intelligenz ersetzt Expertise nicht, sondern ergänzt sie. Speziell für Unternehmen mit hohen Energiekosten wird es deshalb immer wichtiger, neben fachlichem Wissen Kompetenzen im Umgang mit KI-Tools aufzubauen.

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Constantin Michael, Mitarbeiter der TÜV NORD Akademie

Constantin Michael

Produktmanager Energie