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Steckbrief

Kai Redmann: Der IT-Weltmeister

© Kai Redmann

18. September 2017

Kai Redmann ist der Meister der Netzwerke: Der Fachinformatiker aus Neubrandenburg in Mecklenburg-Vorpommern hat im deutschlandweiten Vergleich den ersten Platz geholt. Im Oktober kämpft er bei der IT-Weltmeisterschaft in Abu Dhabi um einen internationalen Titel – und sitzt dafür mehrere Stunden täglich vor dem Rechner.

 

 

Name:
Kai Redmann

Alter:
22 Jahre

Beruf:
Fachinformatiker für Systemintegration im Skill39 IT Network Systems Integration

Website:
-

Kontakt:
-

Wie üben Sie für die IT-WM in Abu Dhabi?
Wenn ich Feierabend habe, versuche ich mich so oft wie möglich auf die Aufgaben vorzubereiten. Zusätzlich habe ich zwei Wochen lang ein intensives Training in Hannover.

Wie erklären Sie einem Laien, welche Aufgaben Sie bei den Meisterschaften lösen müssen?
Am besten stellt sich der Laie einen Büroarbeitsplatz vor: Dort steht ein Rechner, mit dem man Dokumente bearbeiten, Mails lesen oder beantworten und im Internet recherchieren kann. Für die Dokumente braucht man einen zentralen Speicherplatz, der regelmäßig gesichert wird. Für die Mails benötigt man einen Server, der diese empfängt, sendet und verwaltet. Um sicher im Internet zu surfen gibt es diverse Sicherheitstechnologien, wie zum Beispiel eine Firewall. Diese drei verschiedenen Komponenten muss ich im Wettbewerb von Grund auf einrichten und in einer vorgebenden Struktur aufbauen. Das vierte Modul heißt „Troubleshooting“ – und entspricht ziemlich genau meinem beruflichen Alltag: Ein Kunde hat ein technisches Problem, etwas funktioniert nicht. Meine Aufgabe ist es, den Fehler zu finden und zu beheben.

„Ich schätze, dass ich zuletzt während der Schulabschlussfahrt länger als 24 Stunden offline war. Das war Mitte 2012.“

Kai Redmann

Deutscher Meister sind Sie bereits. Haben Sie eine Chance auf den Weltmeistertitel?
Auf den Weltmeistertitel habe ich genauso viele Chancen wie all die anderen Teilnehmer. Jedoch erhoffe ich mir eine Platzierung im oberen Bereich und vor allem die „Medallion of Excellence“, die unabhängig von der Platzierung vergeben wird. Dafür muss man „nur“ eine gewisse Punktzahl erreichen.

Wie viele Stunden verbringen Sie täglich vor einem Bildschirm – ganz gleich ob privat, beruflich, PC, Smartphone oder Tablet?
Während der Arbeitszeit kommen sechs bis acht Stunden zusammen. Auch nach Dienstschluss ist es aktuell noch sehr extrem, da ich versuche, mich bestmöglich auf die Meisterschaften vorzubereiten – das können schon zusätzlich zwei bis vier Stunden pro Tag sein.

Wie alt waren Sie, als Sie Ihre Leidenschaft für Computer und Technik entdeckt haben?
Ich habe schon in meiner Grundschulzeit den ersten Rechner auseinandergenommen.

Wird ein Roboter eines Tages Ihre Arbeit übernehmen?
Ich stelle mir das in meiner Branche sehr schwierig vor, da wir mit unseren Netzwerken und Servern eigentlich die Grundlage für die Arbeit der Roboter bilden. 

„Ich habe schon in meiner Grundschulzeit den ersten Rechner auseinandergenommen.“

Kai Redmann

Welche technische Anwendung wird auch Ihnen immer ein Rätsel bleiben?
Das ist tatsächlich die schwierigste Frage. Ich musste lange überlegen – dann ist mir aber die Telefonie eingefallen. Ich weiß grob, wie „Voice over IP“ funktioniert, um die entsprechende Netzwerktechnik vorzubereiten. Wenn es jedoch ins Detail geht, habe ich davon leider keine Ahnung. Im Bereich der analogen Telefonie ist selbst mein Halbwissen nicht mehr hilfreich.

Auf welche Apps können Sie nicht verzichten?
Ganz klar steht WhatsApp oben auf der Liste. Diesen Dienst hat nahezu jeder und ist eine günstige Möglichkeit der Kommunikation. Danach folgen der Mail-Client und der Webbrowser. Außerdem brauche ich Spotify, um am Arbeitsplatz abschalten zu können und mich in die Arbeit zu vertiefen. Darüber hinaus habe ich die Karten-App sehr schätzen gelernt. Damit ich immer auf all meine Daten zugreifen kann, möchte ich ungern auf die Nextcloud-App verzichten.

Und welche sind für Sie völlig überflüssig?
Ich brauche keine Spiele-Apps, die den Nutzer nach fünf Minuten gefühlt einen halben Tag warten lassen, bevor es weitergeht. Davon gibt es massig.

Wann waren Sie das letzte Mal 24 Stunden offline?
Ich arbeite inklusive Ausbildung seit etwa fünf Jahren in der IT. Ich bin täglich online, um auf dem neuesten Stand zu bleiben und nach innovativen Lösungen zu suchen. Ich schätze, dass ich zuletzt während der Schulabschlussfahrt länger offline war. Das war Mitte 2012.

Die Serie „Steckbrief“ ist ein neues Format von #explore: Hier wollen wir regelmäßig, spannende und inspirierende Menschen aus der digitalen Szene zu Wort kommen lassen – von Forscher*innen, Blogger*innen, Startup-Gründer*innen, Unternehmer*innen, Hacker*innen, Visionäre*innen.

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