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Glossar

Von A wie Artificial Intelligence bis Z wie Zugang

© Getty Images

zuletzt aktualisiert am 2. Oktober 2017

2.834.650.000.000 Suchanfragen musste Google 2015 bewältigen. Doch was hat das mit Big Data zu tun? In einer zunehmend vernetzten Welt, die sich rasant weiterentwickelt, tauchen ständig neue Technologien, Produkte und Schlagwörter auf. #explore stellt die wichtigsten Begriffe aus dem Kosmos der Digitalisierung vor.

Artificial Intelligence

„Artificial Intelligence“ ist die englische Bezeichnung für künstliche Intelligenz. Als Abkürzung sind beide Möglichkeiten geläufig: AI und KI. Da sich die Forscher uneins darüber sind, was genau „Intelligenz“ beschreibt, ist auch eine eindeutige Definition von „Artificial Intelligence“ schwierig. In jedem Fall meint dieser Begriff ein Teilgebiet der Informatik, das sich mit dem Versuch befasst, Software und Computer genau so zu programmieren, dass sie sich wie ein intelligenter Mensch verhalten und selbstständig Probleme lösen.

Augmented Reality

Um den englischen Begriff „Augmented Reality“ verstehen zu können, hilft wie bei vielen Fachtermini aus dem digitalen Kosmos ein Blick auf die Übersetzung: „erweiterte“ oder auch „vergrößerte“ Realität. Gemeint sind damit Darstellungen, die mit virtuellen Details die reale, echte Welt ergänzen und erweitern. Die Integration von Kameras in mobile Technik wie Smartphones oder Tablets hat Augmented Reality deutlich vorangetrieben, denn so können direkt Objekte wie Texte, Grafiken oder Bilder in das von der Kamera erfasste Abbild der realen Umgebung eingefügt werden. Werbung, Spiele und Navigationssysteme sind häufige Anwendungsgebiete für diese Technologie.

Autonomes Fahren

Autonomes Fahren ist die digitale Zukunft der Mobilität. Künftig soll moderne Technologie ermöglichen, dass der Fahrer zum Passagier wird und das Auto das Kommando übernimmt. Hochautomatisierte Fahrzeuge können ohne Hilfe des Menschen zum Beispiel selbstständig einparken und lenken. Erste Versuche gibt es bereits: Zu den Vorreitern zählt Google mit dem „Driverless Car“, einem völlig führerlosen – also autonomen– Auto. Ende 2017 will Tesla ein unbemanntes Auto auf die Reise von San Francisco nach New York schicken.

Backup

„Backup“ ist die englische und heute gängigere Bezeichnung für die klassische Sicherheitskopie. Ziel der Datensicherung ist, die kopierten Daten, die zum Beispiel auf einer externen Festplatte, in der Cloud und auf einem USB-Stick gespeichert werden, im Falle eines Verlustes wiederherstellen zu können. Deshalb sollten User regelmäßig prüfen, ob die im Backup gespeicherten Daten vollständig, aktuell und vor allem abrufbar sind – schon ein Wackelkontakt in der externen Festplatte kann den Zugang zur Sicherungskopie versperren.

Big Data

„Big Data“ ist ein Phänomen, dass im Zuge der Digitalisierung immer häufiger genannt wird. Denn mit dem Fortschritt der digitalen Technik wächst auch die Menge an digitalen Daten, die mit herkömmlichen Verfahren nicht mehr ausgewertet werden können. Als Big Data werden große Datenmengen bezeichnet, die aus Quellen wie Websiten, soziale Medien, aber auch aus Überwachungskameras, Haushaltsgeräten (siehe SMART HOME) oder Flug- und Fahrzeugen stammen können. Ein Beispiel: Allein Google bekam im Jahr 2015 2.834.650.000.000 (2.834,65 Milliarden) Suchanfragen. Entscheidend ist, wie diese gigantische Datenmengen verarbeitet und nutzbar gemacht werden.

Bluetooth

Bluetooth verbindet als Funkalternative zur Verkabelung Modems, Tastaturen, Lautsprecher sowie heute auch Freisprechanlagen in Autos und sogar Schnuller. 2018 wird diese Form der Datenübertragung bereits 20 Jahre alt: Bluetooth ist 1998 entwickelt worden, um über kurze Distanzen per Funktechnik Geräte zu verbinden. Heute deckt die weiterentwickelte Technologie viele weitere Funktionen ab: Mithilfe von Bluetooth lassen sich unter anderem vernetzte Geräte fernsteuern oder Daten synchronisieren.

Botnet

Im gleichen Atemzug, in dem Begriffe wie Hacker, Schadprogramme, Malware, Cyberangriffe und -attacken genannt werden, fällt auch immer häufiger der Begriff „Botnet“, auch Botnetz bezeichnet. Auf den ersten Blick klingt die Definition harmlos: Ein Botnet ist ein Zusammenschluss von vielen verschiedenen Geräten, die mit dem Internet verbunden sind. Wie so oft steckt der Teufel im Detail, denn die Rechner in einem Botnetz laufen automatisiert und werden von einer zentralen Stelle gesteuert, um Schadprogramme, sogenannte Bots, zu verbreiten. Die betroffenen, illegal gekaperten Computer werden deshalb auch oft Zombie-PCs genannt, weil sie nicht vom eigentlichen Besitzer, sondern von Hackern kontrolliert werden.

Car-to-X-Kommunikation

„Car-to-X-Kommunikation“ ist ein Oberbegriff für die Vernetzung von Fahrzeugen mit der Infrastruktur. Realistisches Szenario ist beispielsweise die Kommunikation via WLAN: Dank Mobilfunkschnittstelle werden moderne Autos selbst zum WLAN-Router. Das ermöglicht den Fahrzeugen eine WLAN-basierte Kommunikation mit ihrer Umwelt, zum Beispiel mit Ampeln, die sich dem Verkehrsaufkommen anpassen, oder anderen Autos, die bei einem Stau eine Warnung an den Fahrer senden.

Cloud (Computing)

Dropbox, WeTransfer, Google Drive, aber auch Youtube und E-Mails: Das alles sind Beispiele für Cloud-Computing. Dabei werden Daten und Programme nicht mehr auf dem eigenen Rechner gespeichert, sondern auf Servern, die auch tausende Kilometer vom Nutzer entfernt stehen können. Der Vorteil: Smartphone, Tablet und Notebook haben mehr Speicherplatz, wenn Filme, Fotos und Lieder in der Datenwolke (Cloud) verschwinden. Dank Internet sind die Daten jederzeit, von überall, mit mehreren Geräten und schnell verfügbar. Es wird sogar möglich, dass mehrere Benutzer an einem Datensatz gemeinsam arbeiten. Der Nachteil: Durch das externe Speichern könnten Nutzer die Kontrolle über ihre Daten verlieren, bemängeln Datenschützer. Außerdem werden immer wieder Sicherheitslücken bekannt – Hacker haben dann leichten Zugang zu den Clouds.

Digital Natives

Die englische Bezeichnung „Digital Natives“ bedeutet übersetzt so viel wie „digitaler Eingeborener“ oder auch „digitaler Ureinwohner“ und meint die Generation, die in das Zeitalter der digitalen Technologien hineingeboren worden ist. Der Umgang mit World Wide Web, sozialen Medien, Apps, Suchmaschinen, Smartphone und Tablets ist für sie ebenso selbstverständlich wie alltäglich. Die Digital Natives konsumieren Inhalte wie Filme oder Serie nicht mehr über den Fernseher, sondern über das Medium Internet, sie lernen via YouTube und kommunizieren über Instagram, Snapchat, Twitter & Co. Der Begriff „Digital Native“ geht dabei auf Marc Prensky, ein amerikanischer Pädagoge und Experte für digitales Lernen, zurück. Sein 2001 in der Zeitschrift „On the Horizon“ veröffentlichter Artikel „Digital Natives, Digital Immigrants“ gilt als Ursprung für die heute so gängige Bezeichnung. Mit „Digital Immigrants“ meint Marc Prensky das Gegenteil der „Digital Natives“: Menschen, die erst als Erwachsene die digitalen Technologien kennengelernt und sich Stück für Stück damit vertraut machen.

Fake News

Eigentlich sind „Fake News“ nichts anderes als Falschmeldungen. Doch im Zuge der Ära Trump haben die „Fake News“ einen Wandel durchlebt: von einer einfachen Bezeichnung für vorgetäuschte Nachrichten zu einem politischen Schlagwort. In diesem Zusammenhang ist der Begriff auch im deutschen Sprachraum populärer geworden. Mithilfe der sozialen Medien können sich „Fake News“ heute rasend schnell verbreiten – Social Bots sind ein wesentlicher Grund dafür. Ein prominentes Beispiel ist die US-Präsidentschaftswahl 2016: Auf Twitter, der Plattform für Kurznachrichten, haben Social Bots etwa ein Fünftel aller Tweets zum Wahlkampf generiert.

Hackathon

Hackathon ist eine neue Wortschöpfung aus den Begriffen „Hack“ und „Marathon“. Hack meint in diesem Fall aber nicht das illegale und kriminelle Kapern fremder Computer – vielmehr geht es um gründliches, konzentriertes und ergebnisorientiertes Programmieren. Bei einem Hackathon arbeiten Experten-Teams (Programmierer, Techniker, Designer, Grafiker, Entwickler & Co.) gemeinsam an einem Software-Produkt. Das kann zum Beispiel genauso eine innovative App sein wie ein neuartiges Online-Tool. Der Zeitrahmen für die Entwicklung ist eng gesteckt – meist planen die Veranstalter des Hackathons mit wenigen Tagen.

Industrie 4.0

„Industrie 4.0“ beschreibt das Phänomen des vierten großen Umbruchs in der Industrie – nach bislang drei industriellen Revolutionen: der Mechanisierung im 19. Jahrhundert, der Fließbandproduktion ab der Mitte des 20. Jahrhundert und dem Einsatz von Software ab den 1980ern Jahren. In der Industrie 4.0 sind Komponenten, Systeme und ganze Industrieanlagen miteinander vernetzt. Sie kommunizieren miteinander und tauschen Daten aus, um Produktivität und Effizienz zu steigern.

Internet der Dinge

Für das „Internet der Dinge“ sind viele Bezeichnungen gängig: die englische Übersetzung „Internet of Things“, genauso wie deren Abkürzung „IoT“, aber auch „Allesnetz“. Im „Internet der Dinge“ verfügen Alltagsgegenstände wie Toaster, Heizungen oder Lautsprecher über IT-Schnittstellen. Durch den Zugang zum Internet soll die Benutzung für den Menschen einfacher und komfortabler werden. Das ist keine Vision, sondern längst Realität: Drucker, Fernseher oder Autos sind heute selbstverständlich internetfähig und gehören genauso zum „Internet of Things“ wie Waschmaschinen mit WLAN-Anschluss oder Bluetooth-Schnuller.

IT

IT ist eine gängige Abkürzung für Informationstechnik oder englisch „Information Technology“. Mit dem Oberbegriff sind alle technischen Mittel (wie zum Beispiel Software) gemeint, um Daten und Informationen zu erheben, zu erfassen, zu nutzen, zu speichern und zu übertragen.

IT-Sicherheit

IT-Sicherheit ist ein Begriff, der im Zeitalter der Vernetzung und Industrie 4.0 immer wichtiger wird. Wenn ganze Kraftwerke Informationen austauschen können und Hacker über IT-Schnittstellen Zugriff auf Daten haben, wird der Schutz der Informationstechnik für Unternehmen und für Privatpersonen immer wichtiger. IT-Sicherheit ist dabei das erstrebenswerte Ziel: Mögliche Risiken und Gefahren durch die Verwendung von IT werden durch entsprechende Maßnahmen auf ein Minimum verringert.

Open Source

„Open Source“ bedeutet übersetzt „quelloffen“, ein Begriff, der vor allem im Zusammenhang mit Software verwendet wird. Das bedeutet, dass diese Programme kostenlos sind, deren Quelltext offen zugänglich ist und theoretisch von jedem auch verändert werden kann. Hinter dem Begriff „Open Source“ steht eine ganze Bewegung, die davon überzeugt ist, das Software für alle frei zugänglich sein sollte.

Plug-in

Der Begriff „Plug-in“ (auch „Plugin“) kommt wie so viele Begriffe im digitalen Themenkosmos aus dem englischen Sprachraum. Das englische Verb „to plug in“ bedeutet übersetzt einstecken, anschließen und einstöpseln. Gemeint ist damit eine Software-Erweiterung, die bereits vorhandene Softwareprogramme ergänzt. Diese Zusatzmodule erweitern zum Beispiel Browser wie Internet Explorer, Firefox und Google Chrome – Benutzer können ihre Programme so besser auf ihre Bedürfnisse anpassen. Allerdings gelten Browser-Plug-ins oft als Sicherheitslücke: Gibt es Schwachstellen, können Hacker darüber die Sicherheitsmechanismen des Webbrowsers überlisten. IT-Experten empfehlen deshalb regelmäßige Updates für die Plug-ins.

Ransomware

Ransomware ist eine besondere Form von Schadsoftware, die buchstäblich fremde Daten „kidnappt“: Angreifer verschlüsseln mithilfe von Ransomware die (privaten und sensiblen) Daten der Opfer und fordern ein Lösegeld für einen Schlüssel, mit dem die Betroffenen angeblich ihre Daten wieder freischalten können. Ein prominentes Beispiel mit gewaltigem Ausmaß ist die WannaCry-Attacke im Mai 2017: Bei dem Angriff verschlüsselte und sperrte ein Kryptotrojaner tausende Rechner weltweit.

Server

Der Begriff „Server“ fällt im Zusammenhang mit IT, Computern, Netzwerken & Co. häufig. Doch was ist damit überhaupt gemeint? Und was bedeutet eigentlich der Satz „Der Server ist down“? Zuerst einmal: Ein Server ist nicht vielmehr als ein besonders leistungsstarker Zentralrechner, mit dem viele andere Computer (in einem Netzwerk) verbunden sind. Der Begriff „Server“ kommt dabei so wie viele Schlagwörter der IT-Branche aus dem englischen Sprachraum und bedeutet wörtlich Diener oder auch Bediensteter. Der Server bedient also buchstäblich die „Clients“ – damit sind die „Kunden“, also die verbundenen Rechner, gemeint. Ist ein Server down, ist auch die Funktionsweise der vernetzten Computer teilweise oder ganz beeinträchtigt. Besonders häufig ist das der Fall, wenn die Rechenleistung des Zentralcomputers überlastet wird – etwa, weil zu viele User gleichzeitig auf eine Website zugreifen wollen.

Smart Home

Das „Smart Home“ ist ein intelligentes Zuhause, das buchstäblich mitdenkt. Gemeint sind Haushalte, in denen die verschiedenen technischen Geräte – von Heizung über Wasserkocher bis zur Waschmaschine – über IT-Schnittstellen verfügen, miteinander vernetzt sind und via Smartphone oder Tablet gesteuert werden können. Sinkt beispielsweise draußen die Temperatur, fährt sich die Heizung automatisch hoch. Waschmaschinen könnten in einem solchen Szenario vom Arbeitsplatz aus bedient werden – die Wäsche ist fertig, wenn der Bewohner nach Hause kommt. Bis 2020 rechnet der Branchenverband Bitkom in Deutschland mit rund einer Million Haushalten, die zu Smart Homes werden.

Social Bots

Entlehnt vom Begriff Roboter, ahmen „Social Bots“ oder auch „Social Networking Bots“ menschliche Verhaltensweisen vor allem in sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter nach: Die Chat-Roboter können als falscher Account auftauchen oder in einem echten Profil eingebunden sein und dank ausgeklügelter Algorithmen auf Fragen antworten, Gespräche führen, im Netz recherchieren oder eigene Tweets oder Posts veröffentlichen. Ziel der Social Bots ist es, menschliche Präsenz vorzutäuschen. Bekanntestes Beispiel und Beleg dafür, wie clever die Bots schon heute sind, ist Apples Siri.

URL

Das Buchstabenkürzel „URL“ steht für den Fachtermini „Uniform Resource Locator“ – übersetzt etwa „einheitlicher Ressourcenzeiger“. Häufig wird „URL“ im allgemeinen Sprachgebrauch als Adresse einer Website oder als einfacher Link verstanden, doch ganz korrekt ist das nicht. Eine URL lokalisiert und identifiziert eine Quelle – das kann eine Website sein, aber auch ein PDF-Dokument, dass im Netz abrufbar bist. URLs werden vor allem dazu verwendet, um Websites anzusteuern.

User

Der Begriff „User“ wird mit Benutzer oder auch Nutzer übersetzt. Im Kontext mit dem Internet bezeichnet „User“ den Benutzer der verschiedenen Web-Services wie Apps, Websites, Mail-Programme, Suchmaschinen & Co.

Virtual Reality

„Virtual Reality“ (virtuelle Realität) wird immer leicht mit „Augmented Reality“ verwechselt. Doch während Augmented Reality die reale Welt um virtuelle Aspekte ergänzt, ist Virtual Reality, oft mit VR abgekürzt, eine ganz und gar computergenerierte Wirklichkeit. Erste Ideen dazu stammen schon aus den 1950er Jahren, aber erst mit der Entwicklung von leistungsfähigen VR-Brillen und 360-Grad-Kameras konnte Virtual Reality in den vergangenen Jahren vorangetrieben werden. Die Technologie lässt sich in vielen Bereichen anwenden – von dem prominenten Beispiel der Pilotenausbildung im Flugsimulator über Anwendungen in der Industrie etwa für die Entwicklung von Prototypen bis zur Grundlage vieler Spiele, Filme und Apps.

Wearables

„Wearable Computer“ – oder kurz: Wearables – sind tragbare Computer. Experten sind sich einig, dass die cleveren Miniatur-Helfer einer der großen Digital-Trends der nächsten Jahre sind. Mit Fitness-Trackern, Smartwatches und Kamerabrillen sind moderne Wearables bereits im Alltag angekommen. Doch tragbare Computer gibt es schon viel länger: Auch Herzschrittmacher und Hörgeräte gehören streng genommen zu den Wearables.

Zugang

Geläufiger für „Zugang“ ist der englische Begriff „Access“. Im digitalen Kontext ist damit der technische Zugang zum Massenmedium Internet gemeint. In Deutschland haben laut ARD/ZDF-Onlinestudie im Jahr 2016 knapp 60 Millionen Menschen Zugang zum World Wide Web – via DSL, WLAN, Mobilfunk, Glasfasernetz etc. Das sind rund 77 Prozent der deutschen Bevölkerung. Zehn Jahre zuvor hatte etwa nur jeder zweite Deutsche Zugang zum Netz, 2001 waren es nur 37 Prozent.