Ratgeber und Tipps
Tachobetrug ist ein weitverbreitetes Problem auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Beim Zurückdrehen des Kilometerstands drohen Käufern finanzielle Verluste und Sicherheitsrisiken durch unterschätzten Verschleiß. Erfahren Sie, wie Sie Tachomanipulation erkennen, sich beim Autokauf schützen und welche rechtlichen Konsequenzen der Betrug hat.
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Der Kilometerstand beeinflusst nicht nur den Kaufpreis eines Gebrauchtwagens, sondern gibt auch Auskunft über Verschleiß und Wartungszustand. Genau das macht ihn zum Ziel von Manipulation: Verkäufer drehen den Tacho zurück, um den Verkaufswert zu steigern oder Leasing-Strafzahlungen wegen überschrittener Laufleistung zu umgehen. Für Käufer bedeutet das ein doppeltes Risiko, Sie zahlen einen überhöhten Preis für ein Fahrzeug, dessen tatsächlicher Zustand schlechter ist als angegeben.
Unter Tachobetrug versteht man die bewusste Veränderung des Kilometerstandes eines Fahrzeugs. Dabei wird die tatsächlich gefahrene Laufleistung nach unten korrigiert. Moderne Fahrzeuge verfügen über elektronische Kilometerzähler, die mit spezieller Software oder technischen Hilfsmitteln manipuliert werden können. Ein Fahrzeug mit tatsächlich 250.000 Kilometern kann dadurch beispielsweise als Auto mit nur 120.000 Kilometern angeboten werden. Tatsächlich weist das Fahrzeug jedoch einen höheren Kilometerstand auf als im Kaufvertrag angegeben. Für Käufer entsteht dadurch ein falscher Eindruck über den Zustand und den Wert des Fahrzeugs.
Den Kilometerstand zurücksetzen geht kinderleicht. Obwohl es gesetzlich verboten ist, bieten „Dienstleister" Tachomanipulation bereits ab 50 Euro an. Die Betrüger verwenden handliche, leicht zu bedienende Manipulationsgeräte, die für ca. 150 Euro legal erworben werden können.
Diese Geräte besitzen eine Software, die den Tachostand innerhalb weniger Sekunden auf einen beliebigen Kilometerstand einstellen kann. Dazu muss der Tacho noch nicht einmal ausgebaut werden. Das Manipulationsgerät wird einfach an den seit 2000 vorgeschriebenen Diagnose-Stecker angeschlossen.
Die Laufleistung eines Fahrzeugs liefert wichtige Hinweise auf:
Je niedriger der Kilometerstand erscheint, desto attraktiver wirkt das Fahrzeug auf potenzielle Käufer. Wurde der Tacho zurückgedreht, kann das schnell zu unerwarteten Reparaturkosten und finanziellen Verlusten führen.

Sie möchten sicher sein, dass der Kilometerstand Ihres Wunschfahrzeugs plausibel ist? Lassen Sie die Fahrzeughistorie professionell prüfen und schützen Sie sich vor den Folgen eines Tachobetrugs.
Ein zurückgedrehter Kilometerstand lässt sich oft durch eine sorgfältige Prüfung erkennen. Achten Sie insbesondere auf diese 5 Punkte:
Vermuten Sie, dass der Kilometerstand nicht stimmt, sollten Sie schnell handeln:
Die Tachomanipulation ist in Deutschland nach § 22b des Straßenverkehrsgesetzes (StVG) siehe Bundesamt für Justiz sowie als Betrug nach § 263 des Strafgesetzbuches (StGB) strafbar und wird mit Geldstrafen oder Freiheitsstrafen von bis zu einem Jahr geahndet. Auch das Anbieten oder Bewerben entsprechender Dienstleistungen ist verboten.
Hinweise auf eine Tachomanipulation können Unstimmigkeiten in Dokumenten, ein ungewöhnlich hoher Verschleiß des Fahrzeugs oder Abweichungen beim elektronisch ausgelesenen Kilometerstand sein.
Technisch ist eine Tachomanipulation möglich, etwa über die Diagnoseschnittstelle. In der Regel bleiben jedoch Spuren in Steuergeräten, Wartungsspeichern oder externen Datenquellen zurück. Eine digitale Änderung bleibt selten unentdeckt.
Nach Polizeiangaben wird in Deutschland jährlich bei rund zwei Millionen Fahrzeugen der Kilometerstand manipuliert. Verkäufer erzielen dadurch im Schnitt einen um etwa 3.000 Euro höheren Verkaufspreis pro Fahrzeug zulasten der Käufer.
Bei einem Kauf von einem gewerblichen Händler gilt der angegebene Kilometerstand als vereinbarte Beschaffenheit des Fahrzeugs. Ein manipulierter Tacho stellt damit einen Sachmangel dar. Käufer können in diesem Fall Nacherfüllung, eine Minderung des Kaufpreises, Schadensersatz oder bei erheblicher Abweichung sogar den Rücktritt vom Kaufvertrag verlangen.
Beim Kauf von privat ist die Gewährleistung häufig vertraglich ausgeschlossen. Hier kommt meist nur eine Anfechtung wegen arglistiger Täuschung oder eine Strafanzeige wegen Betrugs infrage.
Bei einem gewerblichen Verkauf haftet der Händler grundsätzlich unabhängig davon, ob er von der Manipulation wusste, da es allein auf die Abweichung von der vereinbarten Beschaffenheit ankommt.
Bei einem Privatverkauf mit wirksam ausgeschlossener Gewährleistung entfällt die Haftung des gutgläubigen Verkäufers in der Regel. Außer ihm wurde selbst arglistig ein falscher Kilometerstand vorgetäuscht, den er unwissentlich weitergegeben hat.
Beim Kauf eines Gebrauchtwagens kann ein manipuliertes Tacho den tatsächlichen Kilometerstand verschleiern – ein Risiko für Preis, Verschleiß und Sicherheit. Mit unserer TÜV NORD Onboard Car Diagnosis finden Sie den Original-Kilometerstand und prüfen den Wagen professionell.


