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Im Frühjahr sind Marder besonders aktiv

Marder verursachen mit ihren Bissen in Schläuche, Zündkabel oder Achsmanschetten beträchtliche Schäden. Die Versicherungen regulieren jährlich über 200.000 Marderschäden an den Fahrzeugen ihrer Kaskokunden. Die Kosten liegen aktuell bei über 60 Millionen Euro im Jahr.

Besonders häufig sind Marderschäden im Frühjahr vor Beginn der Paarungszeit, denn dann sind die Mardermännchen besonders beißwütig.

Lust auf Kaugummi – warum beißen Marder in Gummiteile?

Marder sind neugierig und suchen gerne den Motorraum von Autos auf, um diese „Höhlengänge“ genauer zu inspizieren. Da die Allesfresser alles mit dem Mund erkunden, nagen sie dort dann weiche Kunststoff- und Gummiteile an. Regelrecht beißwütig werden die Tiere, wenn sie riechen, dass ein fremder Marder in ihrem Revier unterwegs war. Sie wollen dessen „Bau“ dann zerstören und zerbeißen alles, was nach Widersacher riecht.

Welche Schäden richten Marder an und wie können Sie sich schützen?

Diese Autoteile sind am häufigsten betroffen:

  • Zündkabel
  • Kühlwasser- und Scheibenwaschwasser-Schläuche
  • Kunststoffschläuche
  • Faltenbälge an Antriebswellen und an der Lenkung
  • Stromleitungen bzw. deren Isolierung
  • Isoliermatten für die Geräusch- und Wärmedämmung
  • Unterdruckschläuche für die Motorsteuerung

Welche Folgeschäden entstehen durch Marderbisse?

  • Beschädigungen an Gummimanschetten
    machen sich nicht sofort bemerkbar. Erst wenn Wasser und Schmutz eindringen und Lagerfett austritt, werden Antriebs- und Achsgelenke geschädigt. Auch Lenkungsteile können betroffen sein.
  • Angebissene Zündkabel
    können dazu führen, dass eine oder mehrere Zündkerzen nicht mehr richtig arbeiten und der Motor unrund läuft. Die Motorkontrollleuchte gibt dann den Hinweis, dass mit der Motorsteuerung etwas nicht stimmt. Das Steuergerät schaltet in diesem Fall in ein Notlaufprogramm, mit dem Sie die nächste Werkstatt aufsuchen können. Das ist auch dringend anzuraten, denn da der Kraftstoff nicht mehr vollständig verbrannt wird, kann im schlimmsten Fall der Katalysator beschädigt werden. Auch sinkt die Motorleistung drastisch.
  • Perforierte Kühlwasserschläuche
    führen zu einem Verlust von Kühlflüssigkeit. Die Kühlwassertemperatur steigt an und der Motor überhitzt.
  • Ein Marderschaden an den Unterdruckschläuchen
    kann zu einer Verringerung der Motorleistung führen. Unter Umständen wechselt der Motor dadurch in das Notlaufprogramm und der Bremskraftverstärker könnte dann ohne Funktion sein.

Wie können Sie sich vor Marderattacken schützen?

Es gibt verschiedene Methoden, Marder von Ihrem Auto und speziell von Ihrem Motorraum fernzuhalten, aber welche funktionieren wirklich? Hier eine kurze Übersicht der gängigsten Methoden:

  • Geruchsabwehr:
    Viele Leute versuchen die Marder durch Gerüche abzuschrecken. Dazu werden wahlweise WC-Steine, Mottenkugeln oder gar Hundehaare verwendet. Wirksam ist das aber leider nicht, da sich die Tiere schnell an die fremden Gerüche gewöhnen. Auch die im Handel angebotenen Duft- und Geruchsstoffe helfen nur kurzfristig.
  • Drahtgeflecht:
    Mit einem engmaschigen, etwa ein Quadratmeter großen Stück Maschendraht, das unter das Auto gelegt wird, können Sie dem Marder den Zugang zum Motorraum erschweren. Effektiver ist es, den Motorraum von unten abzudichten. Leider bietet derzeit nur ein namhafter deutscher Autohersteller diesen Marderschutz ab Werk an.
  • Kabelschutz:
    Der Kfz-Fachhandel bietet Schlauchmanschetten aus Hartkunststoff an, die über freiliegende Kabel gezogen werden. Diese müssen selbstverständlich mit großer Sorgfalt angebracht werden, damit sie auch starken Vibrationen standhalten können. Die häufig angegriffenen Schläuche und Achsmanschetten können Sie damit aber leider nicht schützen.
  • Motorwäsche:
    Wie bereits erwähnt, werden Marder durch den Geruch von Artgenossen angelockt und reagieren dann besonders aggressiv. Deshalb kann eine Motorwäsche sinnvoll sein, sobald Sie den Verdacht haben, dass Marder in der Nähe sind.
  • Licht:
    Marder sind nachtaktiv und meiden deshalb helles Licht. Parken Sie Ihr Auto im öffentlichen Raum also am besten unter einer Straßenlaterne. Für Carports und Privatparkplätze empfiehlt es sich, einen Scheinwerfer oder eine starke Lichtquelle anzubringen und diese an einen Bewegungsmelder zu koppeln.
  • Ultraschall:
    Mit Tönen in sehr hohen Frequenzbereichen, die für Menschen nicht hörbar sind, sollen Ultraschall-Geräte die geräuschempfindlichen Marder verscheuchen. Vorteil: Einbau und Anschluss dauern nur ein paar Minuten. Nachteil: Die Tiere gewöhnen sich mit der Zeit an das unangenehme Geräusch. Es empfiehlt sich daher, hochwertigere Geräte zu kaufen, die durch einen Frequenzwechsel die Töne regelmäßig verändern.
  • Stromschlag:
    Eine der effektivsten Methoden zur Marderabwehr sind die im Handel erhältlichen Elektroschocker, die mittels kleiner Elektroplättchen den unliebsamen Eindringlingen bei Berührung einen Stromschlag verpassen. Die Plättchen werden an den gefährdeten Stellen und den Zugangsstellen zum Motorraum angebracht und mit der Autobatterie verbunden. Dort bringt ein Zentralmodul die Batteriespannung auf eine für Mensch und Tier unschädliche Hochspannung. Die Plättchen verbrauchen nur wenig Strom und sind bei eingeschalteter Zündung oder geöffneter Motorhaube außer Betrieb.

Wir empfehlen, diese „Elektroschocker“ nur durch einen Fachbetrieb einbauen zu lassen. Das kostet zwar als Komplettpaket ca. 300 Euro, ist aber angesichts der Schäden, die Marder anrichten können, eine gute Investition.

TÜV NORD ExpertenTipp

Versicherungsschutz bei Marderschäden

Direkte Marderschäden sind meist durch die Teilkasko- und Vollkaskoversicherung versichert. Im Schadenfall übernimmt die Teilkasko im Rahmen der vereinbarten Deckungssumme und einer möglichen Selbstbeteiligung den Schaden.

Allerdings haben nicht alle Versicherungen den Marderschutz in der Teilkasko. In vielen Tarifen sind außerdem die Folgeschäden ausgeschlossen. Wenn der Marder also die Kühlschläuche anknabbert und wenn trotz überhöhter Temperaturanzeige weiter mit dem Fahrzeug gefahren wird, ist ein daraus resultierender Motorschaden nicht versichert.

Am besten erkundigen Sie sich bei Ihrer Kfz-Versicherung, ob indirekte Marderschäden mit abgedeckt werden.