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Besonders in den Schulferien und an Brückentags-Wochenenden staut sich der Verkehr auf den dafür bekannten Autobahnabschnitten kilometerlang. Informieren Sie sich also am besten schon vorab über die neuralgischen Punkte auf Ihrer geplanten Strecke und fahren Sie möglichst früh los. Manchmal ist es auch eine gute Idee, antizyklisch zu fahren, also statt wie alle anderen am Freitag nach Feierabend oder Samstags zum Bettenwechsel zu starten, einfach mal nachts losfahren oder erst am Sonntag, wenn keine Lkw auf der Autobahn unterwegs sind.

Runter von der Autobahn - lohnt sich das?

Es ist natürlich eine ernsthafte Alternative, bei Stau von der Autobahn abzufahren, um den Stau einfach zu umfahren. Sie können aber davon ausgehen, dass andere Autofahrer diese Möglichkeit auch in Betracht ziehen. Deswegen sind in der Regel die Umleitungen und Ausweichstrecken ebenfalls dicht, es sei denn, Sie gehören zu den ersten Fahrzeugen, die auf eine neue Verkehrssituation reagieren. Manchmal ist es also besser, eine halbe Stunde Wartezeit in Kauf zu nehmen, als womöglich noch mehr Zeit auf einer verstopften Umleitung zu verlieren.

Erhöhte Unfallgefahr am Stau-Ende

Bei Staus kommt es immer wieder zu tödlichen Auffahrunfällen, insbesondere mit Lkw. Viele Autofahrer haben dieses Horrorszenario im Hinterkopf und manövrieren ihr Fahrzeug deshalb sehr abrupt und oftmals ohne Vorwarnung von der rechten auf die linke Spur. Sicherer ist es jedoch, sobald das Stauende in Sicht kommt, sanft abzubremsen und frühzeitig den Warnblinker anzuschalten, um den nachfolgenden Verkehr zu warnen. Halten Sie einfach immer genug Abstand zum Fahrzeug vor Ihnen – dann können Sie im Notfall noch reagieren und auf den Standstreifen ausweichen, falls Sie sehen, dass das Fahrzeug hinter Ihnen nicht rechtzeitig abbremst. Am besten behalten Sie im Rückspiegel den nachfolgenden Verkehr solange im Blick, bis dieser hinter Ihnen ebenfalls zum Stehen gekommen ist.

Überlebenswichtig: Rettungsgasse bilden

Sobald ein Stau entsteht, also bereits bei stockendem Verkehr, müssen Autofahrer eine Rettungsgasse bilden. Die Rettungsgasse wird immer zwischen der linken und der rechten Spur daneben gebildet, unabhängig davon, wie viele Fahrstreifen es gibt. Autos auf dem linken Fahrstreifen fahren so weit wie möglich an den linken Fahrbahnrand, alle anderen fahren auf ihrer Spur möglichst weit nach rechts. Wer bei Bedarf keine Rettungsgasse bildet, muss künftig mindestens 200 Euro zahlen – im schlimmsten Fall sogar bis zu 320 Euro, verbunden mit einem Monat Fahrverbot. Unabhängig davon sind generell bald mindestens 240 Euro und ein Monat Fahrverbot fällig, wenn Verkehrsteilnehmer Einsatzwagen mit Blaulicht und Martinshorn nicht sofort die Bahn frei machen.

Der Standstreifen ist keine zusätzliche Fahrspur

Und mag die Verlockung bei einem Stau auch noch so groß sein – es ist nicht erlaubt, die Standspur zu befahren. Es sei denn, die Nutzung des Standstreifens ist durch Hinweisschilder ausdrücklich erlaubt. Wer dennoch auf den Standstreifen ausweicht, um schneller zum Rastplatz oder zur Autobahnausfahrt zu gelangen, riskiert 75 Euro Bußgeld und einen Punkt. Das Halten auf dem Standstreifen der Autobahn ist ebenfalls untersagt. Verstöße werden mit 30 Euro geahndet. Wer sein Fahrzeug dort abstellt, muss 70 Euro Bußgeld zahlen und kassiert einen Punkt.

Mal eben die Beine vertreten?

Laut Straßenverkehrsordnung ist es auch im Fall eines Staus auf der Autobahn nicht erlaubt, das Fahrzeug zu verlassen. Einzige Ausnahme: Sie sichern einen Unfall ab oder stellen ein Warndreieck auf, weil Ihr Fahrzeug liegen geblieben ist. Ein Verstoß wird andernfalls mit einem Verwarnungsgeld von zehn Euro geahndet. Wenn der Verkehr aufgrund einer Vollsperrung für lange Zeit zum erliegen kommt, wird die Polizei jedoch vermutlich beide Augen zudrücken, wenn Sie kurz aussteigen, um sich die Beine vertreten. Sie sollten sich aber dabei nie weit von Ihrem Fahrzeug entfernen, falls der Verkehr dann doch wieder ins Rollen kommt.

Rechs überholen ist unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt

Auf der Autobahn rechts zu überholen ist zulässig, wenn der Verkehr auf dem linken Fahrstreifen steht oder maximal 60 km/h schnell unterwegs ist. Bei stehendem Verkehr dürfen Sie rechts mit maximal 20 km/h vorbeiziehen. Fahren die Fahrzeuge auf der linken Spur ebenfalls, darf rechts mit Geschwindigkeit von höchstens 20 km/h Differenz überholt werden. Es ist also beim rechts Überholen nicht erlaubt, schneller als 80 km/h fahren. Das wissen viele Autofahrer jedoch nicht. Wer schneller als erlaubt unterwegs ist, riskiert eine Geldbuße von 100 Euro sowie einen Punkt.

Riskant und teuer: Rückwärtsfahren

Und mag die Verlockung auch noch so groß sein, die nur wenige Meter zurückliegende Ausfahrt anzusteuern – auf der Autobahn rückwärts zu fahren oder zu wenden ist auch bei Stau absolut verboten. Diese gefährlichen Manöver werden mit einer Geldbuße von bis zu 200 Euro, zwei Punkten und einem einmonatigem Fahrverbot geahndet. Diese Strafen gelten natürlich nicht, wenn die Polizei ausdrücklich zum Wenden auffordert, um z. B. die Autobahn bei einer Vollsperrung zu räumen.

Dürfen Motorradfahrer am Stau vorbeiziehen

Viele Autofahrer beneiden während eines Staus die Motorradradfahrer, die sich einfach zwischen den stehenden Fahrzeugen hindurch manövrieren und weiterfahren können. Allerdings ist dieses Verhalten nicht erlaubt. Sich zwischen den stehenden Fahrzeugen hindurch zu schlängeln wird mit einer Geldbuße von 100 Euro und einem Punkt geahndet.

Telefonieren mit dem Handy

Auch während eines Staus ist das Telefonieren ohne Freisprechanlage verboten, solange der Motor noch an ist. Wer bei laufendem Motor telefoniert, muss mit einem Bußgeld von 100 Euro bis 200 Euro, zwei Punkten und einem Fahrverbot rechnen.