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Vergrößern Sie Ihre Wohnträume

An-, Um- und Aufbauten: Die Fantasie moderner Reise-Nomaden kennt keine Grenzen. Doch Sicherheit hat Vorfahrt. Damit Sie entspannt in den Urlaub starten und auch wieder zurückkommen, beantwortet Ihnen TÜV NORD Mobilität alle Fragen rund um das Wohnmobil-Plus an Komfort, Luxus und Vergnügen.

Ratgeber für Bastler

An-, um- und aufbauen: Wohnträume für die Straße

Knuffige Knutschkugel oder mobile Luxusvilla? Jeder hat seine ganz persönlichen Vorstellungen vom perfekten Eigenheim auf Rädern. Entsprechend beliebt sind Wohnmobile der „Marke Eigenbau“. Hier die Kompaktküchen in Modulbauweise, da die Sitzecke, gekrönt wird alles durchs passende Designer-Bett. Hersteller basteln an immer weiteren neuen Accessoires, und die WoMo-Fans greifen immer tiefer in die Zubehörkiste.

Die große Verwandlung: So wird aus einem Auto ein Wohnmobil

Wohnmobile haben eigene Steuersätze, Versicherungen und Bestimmungen. Doch wann ist ein Wohnmobil ein Wohnmobil? In den 70-ern knatterten Studenten mit selber umgebauten Bullis rund um den Globus. Bei den neuen Mega-Campern darf es schon mal etwas mehr sein. Doch ab wann ist ein Wohnmobil ein Wohnmobil? Die Mindestanforderungen finden Sie in einem Merkblatt des VdTÜV:

  • Sitzgelegenheit mit Tisch
    Sitzplatz ist in der kleinsten mobilen Hütte. Doch ein Tisch gehört dazu. Dieser darf ruhig abnehm-, abklapp- oder wegdrehbar sein.
  • Träumen Sie los
    Wie man sich bettet, so fährt man: Zum untersten Schlafkomfort reicht schon eine umgeklappte Sitzgelegenheit, sofern sich hierdurch eine ausreichend große und ebene Liegefläche ergibt.
  • Essen auf Rädern
    Die wichtigen Zutaten fürs leibliche Wohl: Spüle, Gaskocher, Abwasserführung. Wichtig ist, dass Sie auch auf kleinem Raum gut hantieren können und auch für die Küchenutensilien Platz finden. Der Kocher muss fest im Fahrzeug eingebaut und für den Betrieb in Fahrzeugen geeignet sein. Eine Zündsicherung unterbricht die Gaszufuhr, falls die Flamme ausweht.
  • Aus den Augen, in den Schrank
    Die üblichen Pkw-Ablagen, Handschuhfach und Kofferraum sind nicht genug. Der Schrank oder Stauraum muss ausreichend Platz für Kleidung und Proviant bieten.
  • Gegen haltlose Zustände auf Reisen
    Wenn Sie plötzlich bremsen müssen, werden nicht befestigte Dinge schnell zu einem gefährlichen Geschoss. Die Einrichtungen müssen, mit Ausnahme des Tisches, fest eingebaut und so beschaffen sein, dass auch bei Unfällen die Gefahr oder das Ausmaß von Verletzungen möglichst gering gehalten werden.

Der Wohnteil sollte einen wohnlichen Eindruck erwecken. Bei Fahrzeugen ohne ausreichende Mindestausstattung für Wohnmobile oder mit herausnehmbarer Wohneinrichtung ändert sich nichts, sie werden weiterhin als Pkw oder Lkw eingestuft

So steuern Sie dem Finanzamt entgegen

Die Kfz-Steuer für Wohnmobile errechnet sich aus dem Schadstoffgehalt und dem Gesamtgewicht des Fahrzeugs und ist in der Regel günstiger als für vergleichbare PKW.

Nähere Informationen zu Steuersätzen erhalten Sie über die Homepage des Bundesfinanzministeriums oder bei Ihrer zuständigen Steuerbehörde.

Achten Sie auf stabile Verhältnisse

Hat Ihr WoMo ausreichend Rückgrat? Alle Fahrzeughersteller haben feste Aufbau-Richtlinien, die für die Stabilität der Aufbauten und deren Befestigung am Fahrzeug maßgeblich sind. Wenn Sie tragende Karosserie-Teile entfernen oder verändern, muss der Fahrzeughersteller diese Veränderungen möglicherweise nachträglich extra freigeben.

Verwenden Sie für die Ausbauteile Materialien, die schwer entflammbar sind. Zudem sollten sie möglichst splittersicher sein. Beurteilungsmaßstab sind die Richtlinien für Sicherheitsglas oder vergleichbare Normen.

Hören Sie auf Ihre Passagiere?

Hört, hört! Stellen Sie möglichst sicher, dass Sie sich als Fahrer ungehindert mit den Passagieren im Wohnteil unterhalten können. In einer Gefahrensituation reicht Zeichensprache oder lautes Klopfen nicht aus.

Ich will hier raus

Wenn es gefährlich wird, wollen alle Passagiere schnellstmöglich raus. Halten Sie ihnen nach Möglichkeit mindestens zwei voneinander unabhängige Fluchwege offen, die auf unterschiedlichen Fahrzeugseiten liegen.

Haben Sie bei den Scheiben den richtigen Durchblick

Alle Scheiben benötigen eine Bauartgenehmigung und ein entsprechendes Prüfzeichen.

Immer hereinspaziert

Alle Einstiege müssen sich gefahrlos benutzen lassen; die untere Trittstufe soll nicht höher als 500 mm sein. Wenn Sie eine separate Eingangstür zum Wohnteil haben wollen, bauen Sie diese an der rechten Fahrzeugseite ein. Bei zweiflügeligen Türen muss der in Fahrtrichtung vorn liegende Türflügel den hinteren überlappen.

Sie planen keine extra Fahrertür? Dann achten Sie darauf, dass Sie den Fahrersitz schnell und einfach vom Wohnteil erreichen können. Auch zu den Sitzen im Wohnteil müssen Sie schnell und sicher von außen oder vom Fahrerhaus gelangen.

Reisen nach dem Luft-Prinzip

Puuh, Frischluft bitte! Fahrerplatz und Wohnbereich müssen sich ausreichend be- und entlüften lassen. Auf keinen Fall dürfen die Be- und Entlüftung und die Auspuffanlage, die Standheizung oder die Flüssiggasanlage miteinander verbunden sein.

Richten Sie es sich gemütlich und sicher ein

Was nützt die schönste Einrichtung, wenn Sie bei einem Unfall alles zerstört. Also denken Sie auch praktisch. Im Falle eines Unfalls sollte die Gefahr oder das Ausmaß von Verletzungen möglichst gering sein. Gegen fliegende Untertassen oder andere haltlose Gegenstände schützen verriegelte Schränke und Schubladen. Alle Materialien sollten schwer entflammbar sein. Auch bei der Wahl des Fußbodenbelags sollten Sie sich keinen Ausrutscher leisten.

Das sitzt sicher

Die Zahl der Sitzplätze, die während der Fahrt besetzt werden dürfen, richtet sich nach

  • der möglichen Zuladung
  • dem zulässigen Gesamtgewicht und
  • der sicherheitstechnischen Ausrüstung der einzelnen Sitze.

Für vor 1992 erstmals zugelassene Fahrzeuge gilt:

Sie brauchen an allen Sitzplätze geeignete Haltemöglichkeiten, beispielsweise

  • bauartgenehmigte Sicherheitsgurte an Verankerungspunkten mit ausreichender Festigkeit für Sitze, vor denen sich keine gepolsterten Abstützmöglichkeiten befinden
  • geeignete Abstützungen für quer zur Fahrtrichtung angeordnete Plätze
  • Kopfstützen für Sitzplätze, die entgegen der Fahrtrichtung angebracht sind, werden empfohlen.

Fahrzeuge, die nach dem 1. Januar 1992 erstmals angemeldet wurden, benötigen

  • bauartgenehmigte Sicherheitsgurte und geprüfte Verankerungspunkte für alle in Fahrtrichtung angeordneten Sitzplätze. Für die Plätze vorn außen brauchen Sie Dreipunktgurte, für die übrigen Sitze langen Beckengurte,
  • bei allen weiteren Sitzplatzanordnungen gelten weiterhin die vorgenannten Anforderungen.
    Kennzeichnen Sie die Sitze, die während der Fahrt nicht benutzt werden dürfen.

Bei Wohnmobilen, die nach dem 1. Januar 1992 erstmals gestartet wurden, benötigen Sie an allen Sitzplätzen in Fahrtrichtung bauartgenehmigte Sicherheitsgurte mit geprüften Verankerungspunkten und zwar

  • vorn außen Dreipunktgurte
  • an den übrigen Sitzen genügen Beckengurte.

Seit dem 1. Oktober 1999 benötigen neu zugelassene Wohnmobile:

  • 3-Punkt-Automatikgurte auf vorderen äußeren Sitzen in Fahrtrichtung
  • 3-Punkt-Automatikgurte auch auf hinteren äußeren Sitzen in Fahrtrichtung, falls das zulässige Gesamtgewicht des Wohnmobils nicht über 2,5 t liegt
  • bauartgenehmigte Beckengurte an geprüften Verankerungspunkten auf allen anderen Sitzen in und gegen die Fahrtrichtung.

Mit Erstzulassung ab 01.10.2004 werden für Wohnmobile bis 2,5 t zul. Gesamtgewicht

  • Automatik-Dreipunktgurte für alle Sitze vorgeschrieben (gilt nur für Sitze, die für den üblichen Gebrauch während der Fahrt bestimmt sind)

Mit Tag der ersten Zulassung ab dem 20.10.2007 sind Sitzplätze quer zur Fahrtrichtung nicht mehr zulässig.

Verzichten Sie auf Sitzplätze quer zur Fahrtrichtung, da diese zu unsicher sind.

Zusätzlich einheizen

Ihre Zusatzheizung muss bauartgenehmigt sein. Achten Sie darauf, dass sie entsprechend der Montageanweisung eingebaut wird. Am besten überlassen sie diese Arbeiten einem Fachmann. Das Fabrikschild mit Prüfzeichen muss auch nach dem Einbau jederzeit gut lesbar sein. Ob Sie den vorschriftsmäßigen Einbau begutachten lassen müssen, steht in der Bauartgenehmigung.

Richtig Gas geben

Alle Geräte und Teile der Flüssiggasanlagen, auch flüssiggasbetriebene Heizungen, müssen den Anforderungen des DVGW-Arbeitsblattes G 607 entsprechen. Gern überprüfen die Sachverständigen an unseren TÜV-STATIONEN die Anlagen und bestätigen Ihnen den korrekten Einbau. Alle zwei Jahre müssen die Anlage erneut unter die Lupe genommen werden.

Unter Strom

Basteln an elektrischen Anlagen ist eine gefährliche Sache. Oft wird die Brand- und Explosionsgefahr durch Kurzschluss oder Überlastung unterschätzt. Ihre Installationen müssen die VDE-Vorschriften erfüllen; dies gilt insbesondere für die Installation von 230 Volt Anlagen.

Das wichtige fünfte Rad am Wagen

Sichern Sie außen angebrachte Ersatzräder durch zwei voneinander unabhängige Befestigungen. Wichtig: Achten Sie darauf, dass sich niemand an scharfen Kanten verletzen kann.

Sicherheit mit Brief und Siegel

Durch den Umbau des Fahrzeugs entsteht eine neue Fahrzeugart, die Betriebserlaubnis ist nicht mehr gültig. Lassen Sie Ihr neues Eigenheim von einem TÜV NORD Sachverständigen begutachten und bestätigen.