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Beifahrer, die jeder gerne dabei hat

Welche Systeme gibt es, wie funktionieren sie und was können sie?

Notbremsassistent, Totwinkelassistent oder adaptives Fernlicht – wer sich heute ein neues Auto zulegen will, steht insbesondere hinsichtlich der vielen angebotenen Assistenzsysteme vor einer wesentlich komplexeren Kaufentscheidung als noch vor ein paar Jahren. Die meisten modernen Fahrassistenzsysteme sorgen für zusätzliche Sicherheit und können helfen, Unfälle zu verhindern. Einige besonders sicherheitsrelevante Systeme müssen sogar mittlerweile laut EU-Norm serienmäßig im Fahrzeug vorhanden sein, wie z. B. das Elektronische Stabilitätsprogramm ESP. Andere Systeme, wie der Notbremsassistent, sind heutzutage zwar für die meisten Fahrzeugmodelle erhältlich, aber bisher noch nicht serienmäßig in allen Fahrzeugen vorhanden.

Es ist jedoch eine Illusion, zu glauben, dass moderne Fahrassistenzsysteme alle Unfälle vermeiden können. Schwere Fahrfehler oder den berüchtigten Zufall können natürlich auch sie nicht verhindern.

Fahrende müssen aufmerksam bleiben - auch mit Assistenzsystem

Fahrassistenten sollen den Straßenverkehr sicherer machen. Gefährlich wird es jedoch, wenn sich Fahrende zu sehr auf die Assistenzsysteme in ihrem Auto verlassen und zudem noch deren Funktion überschätzen. Aus einer Umfrage des US-Automobilclubs AAA geht hervor, dass fast 80 Prozent der Fahrerinnen und Fahrer, die einen Totwinkelassistenten nutzen, die Grenzen des Systems nicht kennen. Sie gingen fälschlicherweise davon aus, dass das System auch Fahrradfahrer und Fußgänger sowie sehr schnell vorbeifahrende Fahrzeuge erkennen könne.

Fast ein Drittel der Fahrenden gab an, sich gelegentlich komplett auf die Technik zu verlassen und auf den weiterhin notwendigen Schulterblick beim Spurwechsel zu verzichten.

Ein weiteres Beispiel dafür, dass sich Autofahrerinnen und Autofahrer zu sehr auf ihre Assistenzsysteme verlassen: 29 Prozent der Befragten erklärten, dass sie sich gelegentlich mit anderen Dingen als dem Autofahren beschäftigen, während der Abstandsregeltempomat aktiv ist. Die Systeme können ihren eigentlichen Sinn, Unfälle zu vermeiden, jedoch nur erfüllen, wenn die Fahrenden sich über die Grenzen der Systeme im Klaren sind, wenn sie verantwortungsvoll mit der Technik umgehen und diese nicht zum Anlass nehmen, risikobereiter zu fahren.

Nur wenn Sie die Sensoren und Kameras der Fahrassistenzsysteme vor Fahrtantritt von Schmutz, Schnee und Eis befreien, können diese auch zuverlässig ihren Zweck erfüllen und einwandfrei funktionieren!

TÜV NORD Experten-Tipp

 

 

 

Beifahrer, die jeder gerne dabei hat

Wir stellen Ihnen die wichtigsten Systeme in Kürze vor.

ESP - Elektronisches Stabilitäts-Programm

Droht ein Fahrzeug ins Schleudern zu geraten, hält das ESP den Wagen durch gezieltes Bremsen einzelner Räder auf Kurs und sichert dem Fahrer so die Kontrolle. Schleudern ist eine der Hauptursachen von schweren Verkehrsunfällen. Durch ESP lassen sich ca. 80 Prozent aller Schleuderunfälle verhindern. Nach einer Volkswagen-Studie ließe sich die Zahl der bei Verkehrsunfällen getöteten Fahrzeuginsassen um rund 25 % reduzieren, wenn alle Fahrzeuge mit ESP ausgestattet wären. 2008 waren in Deutschland 67 Prozent aller Fahrzeuge mit ESP ausgestattet. Mittlerweile haben über 80 Prozent aller Neuwagen ein ESP. Nach einem Beschluss des Europaparlaments müssen ab November 2011 alle in der EU neu zugelassenen Pkw und Lkw serienmäßig mit ESP ausgestattet sein!

ASR - Antriebsschlupfregelung

Die Antriebsschlupfregelung regelt die Motorleistung, wenn bei zu viel Gas die Räder durchdrehen. Die ASR greift bei Bedarf ins Motormanagement ein, drosselt die Gaszufuhr und bremst die angetriebenen Räder ab, bis diese wieder genug Grip haben und die maximale Kraft auf die Straße gebracht werden kann. ASR ermöglicht darüber hinaus eine optimale Beschleunigung bei geringerem Reifenverschleiß.

ABS - Anti-Blockier-System

Unter einem ABS versteht man eine Bremshilfe, die das Blockieren der Räder beim Bremsen verhindert. Das Auto bleibt trotz maximal möglicher Bremswirkung voll lenkfähig, so dass der Fahrer einem möglichen Hindernis ausweichen kann. Eine elektronische Steuerung überwacht die Drehzahlen aller vier Räder. Falls eines der Räder zu blockieren droht, wird bei diesem die Bremskraft reduziert. So verkürzt sich der Bremsweg bei einer Vollbremsung, da blockierende Räder durch das Rutschen auf der Fahrbahn in den allermeisten Fällen den Bremsweg verlängern.

Spurwechselassistent

Wer bei einem Fahrspurwechsel nur kurz in den Spiegel schaut, kann schnell jemanden übersehen. Der Spurwechselassistent warnt vor Fahrzeugen im toten Winkel. Er hat den Bereich neben und schräg hinter dem Fahrzeug jederzeit im Blick und hilft, das Unfallrisiko bei Überholvorgängen und Spurwechseln zu reduzieren.

Abstandsregler

Das Fahren bei dichtem Straßenverkehr und das Halten des richtigen Sicherheitsabstandes zum vorausfahrenden Fahrzeug erfordert vom Fahrer hohe Konzentration und Aufmerksamkeit. Der Abstandsregler hält den Sicherheitsabstand selbstständig ein und passt die Geschwindigkeit automatisch an den Verkehrsfluss an. Der Fahrer kann sich dadurch besser auf das aktuelle Verkehrsgeschehen konzentrieren.

Nachtsicht-Assistent

Schlechte Sichtverhältnisse bei Dunkelheit und Gegenlicht führen häufig zu Unfällen, weil Gefahren oft zu spät erkannt werden. Der Nachtsicht-Assistent erweitert den Sichtbereich herkömmlicher Scheinwerfersysteme. Zwei Infrarotscheinwerfer an der Wagenfront leuchten die Straße bis zu 150 Meter weit aus. Eine Infrarotkamera nutzt das für das Auge unsichtbare Licht, um ein hochauflösendes Schwarz-Weiß-Bild auf einen Monitor im Armaturenbrett zu projizieren. So bekommt der Fahrer in der Nacht einen besseren Überblick über die Verkehrssituation, als allein durch das Abblendlicht.

Glätte-Frühwarnsystem

Der Reifenhersteller Continental ist dabei, ein Frühwarnsystem für glatte Straßen zu entwickeln. Eine neuartige Kombination aus Sensoren soll sowohl Nässe als auch Glatteis erkennen: Ein optischer Sensor nimmt anhand der Reflexion auf der Straßenoberfläche Eis und Nässe wahr. Ein Laserscanner erkennt bis auf 100 Meter Entfernung Regentropfen und Schneeflocken. Sensoren an den Reifen erspüren die Gefahr von Aquaplaning. Darüber hinaus messen zwei Thermostate die Temperatur der Fahrbahnoberfläche und die Umgebungstemperatur. Alle verfügbaren Informationen werden dann mit den Daten aus dem ESP verknüpft. Ein Prozessor berechnet daraufhin die Haftung von Reifen und Straße.

Alles für Ihre Sicherheit

TÜV NORD Mobilität arbeitet kontinuierlich daran, die Überprüfung von elektronischen Fahrassistenzsystemen im Rahmen der Hauptuntersuchung zu optimieren. Wir entwickeln z. Zt. Prüftechnologien, mit denen wir über eine Schnittstelle alle sicherheitsrelevanten Steuergeräte und intelligenten Sensoren am Fahrzeug effizient überprüfen können.

Weiterführende Informationen finden Sie auch in unserer Rubrik Sonderausstattung.

Link

  • https://www.tuev-nord.de/de/privatkunden/ratgeber-und-tipps/auto-ratgeber/sonderausstattung/

Weitere Assistenzsysteme und Ihre Bedeutung

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