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Das sehende Auto - Basis für autonomes Fahren

Einige Fahrassistenzsysteme sind heute schon weit verbreitet: Notbremsassistenten, die bei zu dichtem Auffahren eine Bremsung einleiten, oder Spurhalteassistenten, die vibrieren, sobald das Auto eine Linie überfährt. Einige Spurhaltesysteme lenken das Auto sogar direkt zurück in die Spur. Doch auch wenn moderne Fahrzeug immer mehr können, ist es wichtig, dass der Fahrer weiterhin seinen Job erfüllt und bereit zum Eingreifen ist. In kritischen Situationen muss schnell klar sein, wer das Steuer übernimmt – System oder Fahrer. Deshalb muss das Auto in Zukunft auch den Fahrer in den Blick nehmen. Künftig soll das Fahrzeug seine Insassen beobachten und mittels Kameras und Sensoren auch die Bewegungen im Innenraum analysieren – als Basis für neue Assistenzsysteme.

Das sehende Auto - Kameras überwachen den Fahrer

Das Fraunhofer-Institut arbeitet mit Partnern der Autoindustrie an einem System, das Anzahl und Größe der Personen im Wagen ermittelt und auch erkennt, womit diese sich gerade beschäftigen. Diese Technik soll als Grundlage für neue Assistenzsysteme zum autonomen oder teilautonomen Fahren dienen.

Über Tiefenkameras wird das Fahrzeuginnere erfasst und die Anzahl der Personen, ihre Größe und ihre Körperhaltung werden analysiert. Auch Gegenstände, mit denen sich die Menschen gerade beschäftigen, werden erkannt. Daraus leitet das System die Aktivitäten der Passagiere ab. Das kann wichtig werden, wenn der Fahrer künftig nicht mehr seine komplette Aufmerksamkeit auf die Straße lenken muss, weil das Auto für ihn einen Teil der Strecke fährt.

Über die Sensoren kann das System dann abschätzen, wie lange der Fahrer nach dem automatisierten Fahren brauchen wird, um die Kontrolle über den Pkw wieder vollständig zu übernehmen.

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Auge in Auge mit dem Driver-Analyser

Auch der Autozulieferer Continental hat bereits in Testfahrzeugen eine Kamera im Armaturenbrett installiert, die den Fahrer permanent im Auge behält. Sie erkennt an der Kopfposition und der Blickrichtung des Fahrers, wie aufmerksam dieser gerade ist.

Als nächstes Etappenziel ist ein System geplant, das es Autos ermöglicht, auf der Autobahn begrenzte Strecken autonom zu fahren und dann wieder an den Fahrer zu übergeben. Reagiert dieser nicht, analysiert das System die Umgebung und bringt das Fahrzeug sicher zum Stehen. Bereits 2020 will Conti damit auf dem Markt sein.

Am Institut für Fahrzeugtechnik und Mobilität (IFM) in Essen bietet TÜV NORD Mobilität seit mehreren Jahren Dienstleistungen in Bereichen des vernetzten und teilautomatisierten Fahrens an.

Insbesondere die „Funktionale Sicherheit“ ist hier ein wichtiger Aspekt: Sie beschreibt in ihren Regelwerken je nach Risiko- und Gefahrenstufen abgesicherte Entwicklungsmethoden in Hardware und Softwareaspekten, die Gefahrenpotenziale (engl. Hazards) vermeiden helfen. So werden auch viele Anwendungen aus dem Nutzfahrzeugbereich (z. B. autonomes Fahren in der Landwirtschaft) hier erfolgreich in den Pkw-Bereich transferiert.

Die Ingenieure von TÜV NORD Mobilität sind hier in der kompletten Wertschöpfungskette (Chip → Elektronisches Steuergerät plus Sensorik → Anwendung im Pkw) auf neutrale Test-, Beratungs- und Zertifizierungsservices spezialisiert. Diese schließen auch den Zugriff von außerhalb auf das PKW-Boardnetzwerk ein. In Sachen Datensicherheit und Funkqualität arbeitet das IFM zusätzlich eng mit der TüViT (einem Unternehmen der TÜV NORD Group) und CETECOM (einem Tochterunternehmen der RWTÜV-Gruppe) zusammen.