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Am 21. August 2018 wurde die aktualisierte Fassung der Norm ISO 50001 veröffentlicht.

Nach Veröffentlichung der (englischen) Norm müssen die Zertifizierungsstellen innerhalb von 18 Monaten durch die Akkreditierungsstellen für die neue Norm akkreditiert werden. Nach Ablauf der 18 Monate - also ab dem 21.02.2020 - dürfen die Zertifizierungsstellen keine Audits mehr nach der „alten“ Norm durchführen.

Die Umstellung bestehender ISO 50001-Zertifikate erfolgt in der Regel im Zusammenhang mit den regulären Überwachungs- bzw. Re-Zertifizierungsaudits.

Was ändert sich?

  • Einführung der „High Level Structure": Nach der ISO 9001 und ISO 14001 wird nun auch die ISO 50001 aktualisiert und auf die sog. „High Level Structure“ umgestellt, was insbesondere durch eine einheitliche Bezeichnung und Nummerierung der Normkapitel sowie einheitliche Begriffsbestimmungen und Hinweistexte zum Ausdruck kommt. Dies erleichtert vor allem die Erweiterung bestehender Managementsysteme um weitere Normen zu einem integrierten Managementsystem (IMS).
  • Kontext der Organisation: Die Organisation muss interne und externe Einflüsse bestimmen, die im Hinblick auf das EnMs relevant sind und sich positiv oder negativ auf die Organisation auswirken können. Beispiele für interne Einflüsse können z.B. die Unternehmensstrategie, Nachhaltigkeitsaspekte oder finanzielle Ressourcen sein. Beispiele für externe Einflüsse können z.B. Energiekosten, CO2-Emissionen oder der Klimawandel sein.
  • Interessierte Parteien: Interessierte Parteien sind vom unternehmerischen Handeln betroffen oder üben umgekehrt einen Einfluss auf das Unternehmen aus. Die Organisation muss künftig die für ihr EnMs relevanten interessierten Parteien sowie deren Erfordernisse und Erwartungen bestimmen und festlegen, welche von diesen Anforderungen zu bindenden Verpflichtungen werden sollen.
  • Risiken und Chancen: Unternehmen müssen sich mit bestehenden und potentiellen Risiken und Chancen in Bezug auf ihr EnMs auseinandersetzen und ihre Aktivitäten entsprechend planen. Die analysierten Risiken und Chancen müssen schriftlich dokumentiert und regelmäßig hinterfragt werden (z.B. Energiepreisentwicklung, Versorgungssicherheit, beste verfügbare Technik, Gesetzgebung).
  • Verantwortung der Leitung: In Bezug auf den Aufbau und Betrieb eines EnMs wird dem Top-Management im Rahmen der Revision grundsätzlich eine höhere Bedeutung zukommen. Die Unternehmensführung steht dabei zukünftig in der Pflicht, zu gewährleisten, dass die gewünschten Ergebnisse durch das EnMs erreicht werden. Dies soll eine umfassende Integration der Anforderungen in die betrieblichen Abläufe und Geschäftsprozesse sichern. Gleichzeitig entfällt die klare Forderung nach einem Energiemanagement-Beauftragten. Die Verantwortung für die wirksame Umsetzung des EnMs soll ein Energiemanagement-Team gemeinsam tragen. Allerdings kann je nach Art und Größe der Organisation auch weiterhin eine einzelne Person die Rolle des Teams übernehmen.
  • Energiedatensammlung: Im Zusammenhang mit der Überwachung, Messung und Analyse der energiebezogenen Leistung steigen die Anforderungen hinsichtlich der Methodik. Insbesondere sollen statische Faktoren wie z.B. langfristige Veränderungen des Standortes oder Produktmixes stärker berücksichtigt werden. Verfügt die Organisation über Daten, die darauf hinweisen, dass relevante Variablen sich wesentlich auf die energiebezogene Leistung auswirken, fordert die Norm eine Normalisierung der Energiekennzahl bzw. der energetischen Ausgangsbasis und verweist in diesem Zusammenhang auf die Normen ISO 50006 und ISO 50015. Diese Normen müssen jedoch nicht verpflichtend angewandt werden, sondern sind als praxisnahe Hilfestellung zu verstehen.

Weitere Informationen zur Zertifizierung nach ISO 50001 erhalten Sie hier.

                                                                                                                                                                                                                                    Stand: 10.09.2018

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