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Sicherheit und technische Funktionalität in Gebäuden

In vielen Gebäuden sind technische Einrichtungen installiert, die sowohl im Normalbetrieb als auch bei einem Störfall zuverlässig funktionieren müssen, um dem vom Gesetzgeber geforderten Sicherheitsstandard gerecht zu werden. Viele dieser Anlagen sind laut geltendem Baurecht regelmäßig zu prüfen. Zu den betroffenen Anlagen gehören:

  • Brandmelde- und Alarmierungsanlagen
  • Elektrische Anlagen 
  • Selbsttätige Feuerlöschanlagen 
  • Nichtselbsttätige Feuerlöschanlagen 
  • Rauch- und Wärmeabzugsanlagen 
  • Sicherheitsstromversorgungs- und Sicherheitsbeleuchtungsanlagen 
  • Klima- und Lüftungsanlagen 
  • CO-Warnanlagen

Regeln für Sonderbauten

In Abhängigkeit der Nutzungsart des Gebäudes sind Prüfungen vor Inbetriebnahme und dann in regelmäßigen Zeitabständen Prüfungen vorgeschrieben, die nur von baurechtlich anerkannten Sachverständigen durchgeführt werden dürfen. Hier ist das Know-How der anerkannten Sachverständigen gefragt. Was ist ein Sonderbau? Pauschal lässt sich diese Frage nicht beantworten, da in den verschiedenen Bundesländern unterschiedliche Regelungen gelten. Grundsätzlich lässt sich aber sagen, dass zum Beispiel Verkaufsstätten, Versammlungsstätten, Krankenhäuser, Beherbergungsstätten, Garagen oder Hochhäuser unter die genannten Regelungen fallen. Welche Gebäude und welche technischen Einrichtungen tatsächlich nach Baurecht zu prüfen sind, ergibt sich aus der jeweiligen Baugenehmigung. Gerne unterstützen die Sachverständigen des TÜV NORD den Bauherren oder den Betreiber bei der Umsetzung der behördlichen Vorgaben.

Wirkprinzip-Prüfung in Sonderbauten

Auf Basis der Muster-Prüfverordnung (MPrüfVO) sowie den Prüfverordnungen der Länder ist die Wirksamkeit und Betriebssicherheit sowie das bestimmungsgemäße Zusammenwirken der sicherheitstechnischen Anlagen (Wirkprinzip-Prüfung) in Sonderbauten durch Prüfsachverständige zu prüfen.

Asbesttechnische und baurechtliche Prüfung von Brandschutzklappen (Kombiprüfung)

Komplexe Bauwerke wie Kliniken, Einkaufszentren oder Bürotürme verfügen über weitreichende und verzweigte Kanalsysteme zur mechanischen Be- und Entlüftung der Innenräume. Im Brandfall muss ausgeschlossen sein, dass sich Feuer und Rauch über diese Systeme ausbreiten und sogar in Fluchtwege eindringen können.

Zur Unterbindung einer möglichen Brand- und Rauchausbreitung werden Bauwerke dieser Größenordnung bereits im Planungsstadium in räumliche voneinander getrennte Bereiche unterteilt. An Stellen, an denen Lüftungskanäle Schottwände durchdringen, sind mechanische Brandschutzklappen vorhanden, die auf Hitze reagieren und den Luftstrom einzelner Gebäudebereiche im Brandfall voreinander abschotten. Dem damaligen Stand der Technik entsprechend fanden bis in die 90er Jahre hinein Klappenblätter Verwendung, die aus Gründen der Hitzebeständigkeit Asbest enthielten.

Lüftungsanlagen und ihre zugehörigen Brandschutzklappen sind gemäß Herstellerangaben regelmäßig zu warten und entsprechend den baurechtlichen Anforderungen der Länder durch einen baurechtlich anerkannten Sachverständigen regelmäßig wiederkehrend zu prüfen. Die Prüfung beinhaltet mit der Funktionsprüfung das probenweise Auslösen des Klappenblattes. Die damit verbundene mechanische Beanspruchung birgt jedoch das Risiko einer unzulässigen Freisetzung von Asbestfasern in die Raumluft. In den seit rund dreißig Jahren bestehenden baurechtlichen Regelwerken zum Thema Asbest blieb dieser Aspekt unberücksichtigt.

Dies führte zu dem bis heute bestehenden Konflikt, ob die Funktionsprüfung der Brandschutzklappen zum Wohl des hohen Schutzgutes eines vorbeugenden baulichen Brandschutzes - verbunden mit dem Risiko einer Exposition mit krebserzeugenden Faserpartikeln - vertretbar ist.

TÜV NORD hat einen Prüfprozess entwickelt, der sicherstellt, dass mit der baurechtlichen Prüfung keine unzulässige Asbestexposition verbunden ist. Wir kombinieren die baurechtliche Prüfung der Brandschutzklappen mit der sachverständigen Bewertung der Asbestsituation. Nur wenn der materialbezogene Zustand der asbesthaltigen Komponenten es zulässt, erfolgt das Auslösen der Brandschutzklappe. Sofern das Bauteil diese baurechtliche Funktionsprüfung besteht, ist ein regulärer Weiterbetrieb der Lüftungsanlage möglich. Andernfalls ist die einzelne betroffene Brandschutzklappe auszutauschen. Dies ist nach bisherigen Erfahrungen jedoch lediglich in 10-20% der Fälle zu erwarten.

Das TÜV NORD – Prüfverfahren wurde auf der Basis der dreißigjährigen Erfahrung unseres Labors für Bauwerksuntersuchungen (Laboratory for Structural Testing) entwickelt. Das Prüfverfahren wurde im Rahmen von Pilotstudien validiert und unterliegt im Rahmen des Qualitätsmanagements nach DIN ISO 9001 genau festgelegten Abläufen und Regularien. Das Prüfergebnis wird bauteilbezogen dokumentiert, einschließlich der nachweislichen Einhaltung der asbestrelevanten Grenzwerte für Immission, Emission und für die Situation an der jeweiligen Arbeitsstelle des Prüfers. Die Anforderungen der normativen Standards: VDI 3492, VDI 3861 Blatt 2, BGI 505-46 sowie übergeordnet die Anforderungen der Gefahrstoffverordnung, insbesondere konkretisiert durch TRGS 519 und TRGS 900 werden selbstverständlich berücksichtigt.

Unser Team besteht aus einem Baurecht-Sachverständigen und einem speziell ausgebildeten Safety Advisor. Im ersten Schritt sichtet der Safety Advisor die Lüftungsanlagen im Rahmen einer ersten Begehung und lokalisiert die zu prüfenden Brandschutzklappen. Im nächsten Schritt erfolgt die eigentliche baurechtliche Prüfung der Brandschutzklappen. Der Safety Advisor klärt anhand einer erprobten und bewährten Vorgehensweise die Konsistenz des Asbestproduktes und damit die baurechtliche Prüffähigkeit des Bauteils. Er entscheidet, ob die baurechtliche Prüfung des Bauteils durch den Baurechts-Sachverständigen vorgenommen werden kann. In kritischen Fällen wird die betroffene Brandschutzklappe zur baurechtlichen Funktionsprüfung nicht freigegeben. Zeitgleich erfolgen Messungen zum Nachweis der Einhaltung der gesetzlichen asbestrelevanten Limits für Immission, Emission sowie für die Situation an den Arbeitsstellen der Prüfer. Jede einzelne Brandschutzklappe wird in einem Bericht detailliert dokumentiert. Es erfolgt des Weiteren eine Bewertung der Sanierungsdringlichkeit gemäß Asbest-Richtlinie.

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Unsere Leistungen im Überblick

Prüfungen nach gültigem Baurecht

  • Prüfung vor Inbetriebnahme
  • Wiederkehrende Prüfungen (in regelmäßigen Zeitabständen)
  • Prüfung nach wesentlichen Änderungen
  • Wirk-Prinzip-Prüfung

Während der Planungs- und Bauphase

  • Prüfung der Einhaltung der Genehmigungsunterlagen
  • Prüfung der Umsetzung des Brandschutzkonzeptes anhand der Planungsunterlagen
  • Prüfung der Entwurfs- und Ausführungsplanung der verschiedenen Gewerke
  • Baubegleitende Betreuung bis zur finalen Inbetriebnahme

ASBEST – Prüfung von Brandschutzklappen die asbesthaltige Komponenten enthalten

  • Unser Team bestehend aus einem Baurecht-Sachverständigen und einem speziell ausgebildeten Safety-Advisor sichtet im Rahmen einer ersten Inspektion die Lüftungsanlage und lokalisiert die zu prüfenden Brandschutzklappen. Es werden exemplarisch alle erforderlichen Bewertungs- und Messkriterien erhoben.
  • Im nächsten Schritt erfolgt die eigentliche baurechtliche Prüfung der Brandschutzklappen. Der Safety-Advisor klärt mit einem aus der Medizinwissenschaft erprobten und etablierten Verfahren die Konsistenz des Asbestproduktes und damit die Prüffähigkeit des Bauteils. Er entscheidet, ob die baurechtliche Prüfung durch den Baurecht-Sachverständigen vorgenommen werden kann.
  • Zeitgleich werden die Messungen zum Nachweis der Einhaltung der gesetzlichen Limits für Immission, Emission und für die Situation am Arbeitsplatz der Prüfer durchgeführt. Für jede Brandschutzklappe wird ein Prüfdokument angefertigt, das die Details dokumentiert. Zusätzlich erfolgt eine Bewertung des asbesthaltigen Bauteils im Sinne der Asbest-Richtlinie.  

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