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Verpackungsfreie Geschäfte liegen im Trend

In vielen europäischen und US-amerikanischen Städten findet derzeit eine Zeitreise statt: Immer mehr verpackungsfreie Geschäfte öffnen ihre Türen. Dabei sind die sogenannten "Zero Waste Shops" alles andere als neu: Das Prinzip, keinen Abfall zu hinterlassen, lässt sich bereits einige Jahrhunderte zurückdatieren. In Zeiten, wo es noch kein Plastik gab, war es völlig normal, Lebensmittel abzuwiegen und in den eigenen Körben, Krügen oder Schalen nach Hause zu transportieren. Heutzutage funktionieren die verpackungsfreien Geschäfte ähnlich. Lebensmittel werden größtenteils unverpackt, teilweise in großen, wiederverwendbaren Behältern angeboten. Der Kunde bestimmt die genaue Menge, die er kaufen möchte, indem er die Lebensmittel wiegt und in seine eigenen Behälter abfüllt. Kunden, die keinen eigenen Behälter mitgebracht haben, können diesen meist in verpackungsfreien Geschäften vor Ort käuflich erwerben.

Müllvermeidung als wichtiger Auftrag

Die Vorteile unverpackter Lebensmittel sind offensichtlich: Da Konsumenten nur so viele Lebensmittel kaufen, wie sie auch brauchen, landen später weniger Lebensmittel im Müll. Zudem werden durch den Verzicht auf Verpackungsmaterialien Ressourcen geschont. Dass wir heutzutage viel mehr Verpackungsmaterial verbrauchen als früher, hängt mit den veränderten Lebensumständen zusammen. Singlehaushalte, kurze Mittagspausen und die fehlende Motivation zur Zubereitung von Mahlzeiten sind nur einige der Gründe, aus denen viele Konsumenten inzwischen Convenience Food bevorzugen. Doch ein fertig zubereiteter Salat ist zwar bequem, produziert aber auch viel Müll. Verpackungsfreie Geschäfte wollen diesem Trend entgegensteuern.

Beitrag von Verpackung zur Produktsicherheit

Oft wird jedoch vergessen, dass Verpackungen auch wichtige Rollen spielen. Im Prinzip erfüllen sie drei ausschlaggebende Funktionen: Sicherheit, Logistik und Marketing. Da unverpackte Lebensmittel mit Fremdkörpern in Berührung kommen können, schützt eine Verpackung sowohl vor Verschmutzung als auch vor Beschädigung. Daher gibt es nur wenige Lieferanten, die ihre Produkte unverpackt in Umlauf bringen möchten. Viele Produkte müssen zudem eine längere Lagerung überstehen. Dabei schützen Verpackungen die Lebensmittel vor Verderben und anderweitigem Qualitätsverlust. Und nicht zuletzt sind Verpackungen für viele Produkte ein unverzichtbares Marketinginstrument. Eine Verpackung kann nicht nur ein Blickfang sein, sondern ist auch das Identifizierungsmerkmal der jeweiligen Marke. 

Verpackungen in der Lieferkette des Handels

Führt man sich diese Argumente vor Augen, ist es nicht verwunderlich, dass kaum ein Mitglied der Lieferkette komplett auf Verpackungen verzichten möchte. Auch Experten prognostizieren, dass verpackungsfreie Geschäfte nicht zu einem Haupteinkaufsort werden, sondern vielmehr eine gute Gelegenheit sind, um zwischendurch das eigene Gewissen zu beruhigen. Doch wenn verpackungsfreie Supermärkte nicht die ersehnte Lösung sind, was dann? Vielleicht ist es die Verpackung selbst. Das Hauptproblem liegt heutzutage darin, dass viele Verpackungsmaterialien nicht wiederverwertbar sind. Ein einzelner, handelsüblicher Jogurtbecher enthält beispielsweise rund 600 Chemikalien. UV-Stabilisatoren, Antioxidantien und weitere Streckmittel sorgen dafür, dass der Becher sowohl leichtgewichtig als auch hitzebeständig ist. Das sind zwar wichtige Eigenschaften, sorgt aber auch dafür, dass die Verpackung nicht vollständig recyclebar ist.

Ausblick auf die Zukunft von Verpackungen

Umweltverträglichkeit und wirtschaftliche Intentionen sind oft in der Realität nicht vereinbar. Verpackungsfreie Märkte mögen zwar den Einzelnen zu einer umweltbewussteren Lebensweise bewegen, sind aber derzeit noch nicht massentauglich. Stattdessen muss eine andere Lösung gefunden werden. Eine große Rolle spielen dabei Forschung und technologischer Fortschritt. Ein Mangel an wiederverwertbaren Materialien besteht nicht, jedoch müssen sowohl Verbraucher als auch Produzenten beginnen, diese auch zu verwenden. Umso wichtiger ist es daher, recyclebare Verpackungsmaterialien zu finden, die sowohl umweltfreundlich als auch geschäftsfreundlich sind. Denn davon profitiert am Ende jeder Einzelne.

Dies ist ein Gastbeitrag der Branchenplattform Food Safety Exchange. Mehr Informationen dazu auf www.foodsafetyexchange.com. Am 06. Dezember 2019 bietet TÜV NORD CERT ein kostenloses Infoevent für Hersteller von Verpackungsmitteln an. Informieren Sie sich hier über das Programm und melden sich gerne an.

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