MENU

Beitrag vom 22.05.2020

Darum geht´s: Globale Wettbewerbsfähigkeit erhalten!

Im internationalen Vergleich sind die Energiekosten für Strom und andere Energieerzeugnisse, beispielsweise Erdgas, Heizöl, Kohle, Mineralöle, in Deutschland sehr hoch. Um die globale Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Industrie zu erhalten, können Unternehmen des produzierenden Gewerbes verschiedene Steuerbegünstigungen zur Energiesteuer und zur Stromsteuer in Anspruch nehmen.

Interview mit Steuerberater Bertil Kapff

Steuerberater und Senior-Manager, WTS Steuerberatungsgesellschaft mbH

Wer ist berechtigt einen Antrag bei den Hauptzollämtern zu stellen und profitiert von den Steuerbegünstigungen?

Bertil Kapff: „Die bedeutendsten Steuerbefreiungen, Steuerermäßigungen und Steuerentlastungen zur Energiesteuer und zur Stromsteuer können von Industrieunternehmen beantragt werden. Die Zuordnung zum produzierenden Gewerbe erfolgt anhand der Klassifikation der Wirtschaftszweige des Statistischen Bundesamtes. Ist ein Unternehmen in mehreren Geschäftsbereichen aktiv, zum Beispiel Produktion und Handel, kann die Einordnung mitunter komplex werden. Anhand gesetzlich definierter Kriterien, wie beispielsweise der Mitarbeiterzahl oder des Umsatzes, ist in diesem Fall der Schwerpunkt der wirtschaftlichen Tätigkeiten zu bestimmen. Außerdem bestehen noch verschiedene Steuerbegünstigungen für die Betreiber von Anlagen zur Stromerzeugung. Diese gelten unabhängig von der Branchenzugehörigkeit. Betroffen sind hier vor allem Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen wie Blockheizkraftwerke und die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern wie Solar, Wind und Biomasse."

Welches sind die häufigsten Fallstricke auf dem Weg zur erfolgreichen Antragstellung?

Bertil Kapff: „Für die zuständigen Mitarbeiter stellt die Schnelllebigkeit der steuerrechtlichen Vorschriften neben der Vielzahl an Sachverhalten im eigenen Unternehmen eine Herausforderung dar. 

Die Mitarbeiter bearbeiten die Energie- und Stromsteuer in ihren Unternehmen regelmäßig neben einer Vielzahl weiterer Tätigkeiten. Die Meldungen sind im Regelfall nur einmal jährlich vorzubereiten und einzureichen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass sich die zugrunde liegenden Regelungen im stetigen Wandel befinden und teilweise sogar mehrmals pro Jahr ändern. Die Mitarbeiter müssen immer am Ball bleiben, um den Anschluss nicht zu verlieren. In den letzten Jahren waren vor allem ein erweitertes technisches Verständnis und vertiefte Kenntnisse im europäischen Beihilferecht gefordert.

In den Veranstaltungen der TÜV NORD Akademie sollen die Teilnehmenden deshalb in die Lage versetzt werden, die Steuerentlastungsanträge für das produzierende Gewerbe und für Stromerzeugungsanlagen selbstständig abzuwickeln. Zu diesem Zweck lernen sie neben den notwendigen rechtlichen Grundlagen zur Energiesteuer und zur Stromsteuer auch die vorgeschriebenen Zollformulare kennen.

In Schulungen vermitteln Sie Wissen und Lösungen. Wie wird im TÜV NORD Webinar das erlernte Wissen gefestigt, um für den Ernstfall gerüstet zu sein?

Bertil Kapff: „Einen Schwerpunkt im Webinar bilden die amtlichen Formblätter der Zollverwaltung. Die fortschreitende Digitalisierung ist mittlerweile auch bei der Energie- und Stromsteuer spürbar. Die meisten rechtlich verpflichtenden Vordrucke wurden zum Jahreswechsel 2019/2020 im Vorgriff auf eine vollständige Online-Antragstellung umfassend neu gestaltet. Die Formulare wurden stärker auf Fachfragen ausgerichtet. Über eine Vielzahl zusätzlicher Entscheidungsfragen ist zu den jeweiligen Tatbestandsvoraussetzungen umfangreich Stellung zu nehmen. Weitere Änderungen sind bereits abzusehen.

Während des Webinars arbeiten die Teilnehmer im Rahmen von Fallstudien unmittelbar im Formular-Managementsystem der Zollverwaltung. Die Teilnehmer lernen so spielerisch die anfangs fremde Oberfläche kennen. Zurück im Unternehmen füllen die Teilnehmer dann ihre eigenen Anträge in einer bereits vertrauten Umgebung sicher und ordnungsgemäß aus."

Mit welcher Teilnehmergröße finden die Webinare statt?

Bertil Kapff: „Die Teilnehmerzahl bei unserem Webinar am OnlineCampus der TÜV Nord Akademie liegt unter 15 Personen. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass auf sämtliche Teilnehmerfragen individuell eingegangen werden kann. Außerdem ermöglicht diese Gruppengröße lebhafte Diskussionen zwischen den Teilnehmern wie in einem echten Seminarraum."

Wie unterscheidet sich Ihre Aufgabe als Webinar-Trainer zur Dozententätigkeit im Präsenzunterricht?

Bertil Kapff: „Beide Lehrformen haben ihre Vorteile und ermöglichen gute Lernergebnisse. Unabhängig von der Plattform ist es meine Herausforderung als Dozent im Steuerrecht, ein relativ trockenes Thema verständlich, lebhaft und abwechslungsreich zu vermitteln. Im virtuellen Klassenzimmer ist die Distanz noch einmal größer als in der Präsenz. Mit abwechslungsreichen Interaktionen gelingt es, die Teilnehmer auch für dieses Thema zu begeistern und das Gruppengefühl zu stärken."

Unsere Empfehlungen für Sie

V-Typ Energierecht Aktuell
Webinar

Praxis der Energie- und Stromsteuer für die Industrie

So gelingt eine sichere Antragstellung bei den Hauptzollämtern.
Zum Webinar
Energieströme
Seminare im Überblick

Fortbildungen zur Energieeffizienz im Unternehmen

Durch neue innovative Methoden und Techniken die Zukunft sichern. Identifizieren Sie gezielt Einsparmöglichkeiten.
Zu den Seminaren
Webinar

Das neue Gebäudeenergiegesetz - GEG

Das Seminar bezieht sich auf den aktuellen Stand der Gesetzgebung und behandelt wesentliche Neuerungen aus den bereits veröffentlichten mitgeltenden Normen.
Zum Webinar

Diese Seite weiterempfehlen