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Energieeffizienz – mehr als nur eine lästige Pflicht

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Verbesserung der Energieeffizienz – eine Daueraufgabe

Eine Verbesserung der Energieeffizienz in Ihrem Unternehmen hat viele Vorteile: Die Kosten werden gesenkt, das Image verbessert sich und die Umweltbelastung verringert sich.

Nach einer Analyse des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung schlummert in der industriellen Produktion noch ein Energieeinsparpotenzial von durchschnittlich mindestens 15 Prozent. Angesichts einer Verdoppelung der Energiepreise in den vergangenen zehn Jahren hat sich Energieeffizienz zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor entwickelt. Gleichzeitig hat der Umweltschutz auch in der Außendarstellung bei der Vermarktung einen ähnlich hohen Stellenwert gewonnen wie die Qualität beziehungsweise der Preis von Waren und Dienstleistungen.

Da auf die industrielle Produktion etwa ein Viertel des gesamten Energiebedarfs entfällt, hat auch die Umwelt etwas von den Fortschritten in diesem Bereich. „Eine energieeffiziente Produktion ist von hohem gesellschaftlichen und politischen Interesse, vor allem, um die langfristigen Energie- und Klimaziele Deutschlands zu erreichen“, schreiben die Experten des Fraunhofer-Instituts. Bis 2020 will Deutschland den Primärenergieverbrauch um 20 Prozent und bis 2050 um 50 Prozent gegenüber 2008 senken.

Die Auswirkungen der ISO 50003

Die Veränderungsgeschwindigkeit im deutschen Energiebereich bleibt deshalb weiterhin hoch. Mit der ISO 50003, die seit 14. Oktober 2017 gilt, gibt es weitere Änderungen. Unternehmen, die ein zertifiziertes Energiemanagementsystem nach ISO 50001 haben oder sich zertifizieren lassen wollen, sind verpflichtet, eine kontinuierliche Verbesserung beim Thema Energieeffizienz nachzuweisen. Die neue ISO 50003 gibt nun vor, wie Auditoren das prüfen sollen. Die Verantwortlichen in Unternehmen müssen deshalb wissen, was sie den Zertifizierern nachweisen müssen. Was die ISO 50003 für Unternehmen bedeutet lesen sie hier.

Die ISO 50003 ist „Mitglied“ in einer ganzen Familie von neuen Normen rund um die bereits 2012 eingeführte ISO 50001, mit der ein systematisches Energiemanagementsystem eingerichtet werden kann und die Grundlage für weitere Maßnahmen ist:

  • ISO 50002 dient als Hilfestellung zur Durchführung von Energieaudits 
  • ISO 50004 beschreibt die Systematik, mit der kontinuierliche Verbesserungen im Energiemanagement erreicht werden
  • ISO 50006 beschäftigt sich mit der Einrichtung von sinnvollen Energieleistungskennzahlen
  • ISO 50015 beinhaltet den Aufbau und die Implementierungen von Messstellenkonzepten zur Verifizierungen der Steigerung von Energieeffizienzmaßnahmen.


In der ISO 50003 geht es nun besonders darum, die Steigerung der Steigerung der Energieeffizienz im Audit belegen zu können. Das bedeutet, dass die Energieströme im Unternehmen gemessen, entsprechend dokumentiert und Verbesserungen nachgewiesen werden. Dafür gibt es verschiedene Methoden, eine davon ist die Multivariate Regressionsanalyse, die bereits in vielen Unternehmen eingesetzt wird. Mehr zu Praxismethoden für die Energieeffizienzmessung lesen Sie hier

Experten erwarten, dass die Bemühungen um mehr Energieeffizienz nun ernsthafter verfolgt werden. In der Vergangenheit hatte so manches Unternehmen vor allem deshalb ein Energiemanagementsystem eingeführt und sich zertifizieren lassen, um vom Spitzenausgleich zu profitieren, den das Stromsteuergesetz und das Energiesteuergesetz gewähren.

Energieaudits werden aufwendiger

Mit der ISO 50003 wird auch der Aufwand, der für ein Energieaudit angesetzt wird, neu definiert. Die Unterscheidung in industrielle und nicht-industrielle Sektoren gibt es nicht mehr. Zusätzlich zu der Anzahl der Mitarbeiter eines Unternehmens sind nun folgende Punkte zu beachten:

 

  • die Anzahl der genutzten Energiequellen (zum Beispiel Erdgas, Diesel, Elektrizität, aber auch Stickstoff für die Kühlung)
  • der Gesamtenergieverbrauch in einem Kalenderjahr (also die Summe aller bezogenen Energieträger in kWh)
  • die wesentlichen Unternehmensbereiche, in denen Energie verbraucht wird (zum Beispiel Dampfkessel, Rohwarenaufbereitung, Produktkühlung, Anlagenantriebe, Drucklufterzeugung und so weiter)
  • die Zugehörigkeit zu einer von acht Wirtschaftsbereichen (von leichter bis mittlerer Industrie und schwerer Industrie über Bergbau und Gebäude bis zu Transport und Landwirtschaft)
  • die Mitarbeiter mit einem wesentlichen Einfluss auf den Energieverbrauch (unter anderem die Geschäftsführung, das Energiemanagement-Team und die zuständigen Personen für wesentliche Energienutzungen).


Damit dürfte die Auditzeit nach Ansicht von Fachleuten im Durchschnitt um 30 bis 50 Prozent zunehmen.

Qualifizierung der Mitarbeiter

Grundsätzlich ist für die strengeren Anforderungen für das Erlangen eines Zertifikats nach ISO 50001 unter Berücksichtigung der ISO 50003-Anforderungen auch eine höhere Expertise notwendig. Obwohl in der Norm in erster Linie die Vorgaben für Zertifizierer festgeschrieben sind, ist es sinnvoll, dass die Mitarbeiter, die sich im Unternehmen mit dem Thema befassen, eine entsprechende Aus- und Weiterbildung erhalten. Denn die ISO 50003 enthält ein eigenes Kapitel, das die Kompetenzanforderungen an das Personal definiert, das am Zertifizierungsprozess für Energiemanagementsysteme beteiligt ist. Dafür eignet sich beispielsweise das sehr umfangreiche Fortbildungsprogramm der TÜV NORD Akademie zu dem Thema.

Neben Kosteneinsparungen, Imagegewinn und Reduzierung der Umweltbelastung ergibt sich noch ein weiterer Vorteil für Sie, wenn Sie die Energieeffizienz im Unternehmen mit einem systematischen Prozess verbessern: Sie können durch Benchmarking Schwachstellen beim Energieverbrauch herausfiltern und dadurch weitere Optimierungsmöglichkeiten erkennen.

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Silke Liehr

Silke Liehr

TÜV NORD Akademie GmbH & Co. KG
Produktmanagerin Umweltschutz
Am TÜV 1, 30519 Hannover

+49 511 998-62087
Fax: +49 511 998-62075

sliehr@tuev-nord.de

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