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Der Weg zum klimaneutralen Unternehmen – so machen sich Unternehmen fit für die Zukunft

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Beitrag vom 31.08.2020

Unternehmen, die sich klimaneutral aufstellen, tragen aktiv zu einer Begrenzung der Erderwärmung bei. Zusätzlich kommen sie der Erwartung von Verbrauchern, Kunden und Geschäftspartnern entgegen. Denn in Zeiten des Klimawandels legen diese immer mehr Wert auf Umweltfreundlichkeit. Da kann eine Zertifizierung als klimaneutrales Unternehmen den Ausschlag geben oder sogar Voraussetzung für eine Geschäftsbeziehung sein.

Doch was heißt „klimaneutral“, wie erreicht ein Unternehmen diesen Zustand und worauf ist dabei zu achten?

Was bedeutet klimaneutrales Unternehmen?

Unternehmen, die sich klimaneutral aufstellen, tragen aktiv zu einer Begrenzung der Erderwärmung bei. Zusätzlich kommen sie der Erwartung von Verbrauchern, Kunden und Geschäftspartnern entgegen. Denn in Zeiten des Klimawandels legen diese immer mehr Wert auf Umweltfreundlichkeit. Da kann eine Zertifizierung als klimaneutrales Unternehmen den Ausschlag geben oder sogar Voraussetzung für eine Geschäftsbeziehung sein.

Doch was heißt „klimaneutral“, wie erreicht ein Unternehmen diesen Zustand und worauf ist dabei zu achten?

 

Was bedeutet klimaneutrales Unternehmen?

In der Theorie ist Klimaneutralität erreicht, wenn ein Unternehmen die Menge klimaschädlicher Gase in der Atmosphäre nicht erhöht.  „Es ist so, wie wenn es das Unternehmen nicht geben würde“, so Christoph Holzäpfel, Bereichsleiter für Dienstleistungen bei der Limón GmbH, einer der führenden Lösungsanbieter für Energieeffizienz.

Dabei gibt es immer einen Ausstoß an CO2 und anderen Treibhausgasen, der sich nicht „einsparen“ lässt. Kompensationen sind deshalb aktuell kaum vermeidbar auf dem Weg zum klimaneutralen Unternehmen. Doch für Christoph Holzäpfel stellen sie den letzten Schritt in einer Reihe von Maßnahmen dar. Denn nicht nur handele es sich dabei um eine Art „Ablasshandel“. Dieser könne für Unternehmen „langfristig richtig teuer“ werden, vor allem, wenn ihn jeder betreibe.

 

Energieeffizienz als Schlüssel für Klimaneutralität

Für Christoph Holzäpfel spielt Energieeffizienz eine zentrale Rolle für Unternehmen, die sich klimaneutral aufstellen wollen. Sie ist auch wichtig, um sich auf Entwicklungen wie eine steigende CO2-Steuer vorzubereiten.

Dabei lässt sich Energieeffizienz vor allem auf zwei Ebenen erreichen:

  • Optimierung vorhandener Prozesse: Indem Unternehmen Prozesse gezielt optimieren und auf neue, effizientere Technologien umstellen, können sie den CO2-Ausstoß oft deutlich senken.
  • Erneuerbare Energien: Teilweise besteht zusätzlich die Möglichkeit, erneuerbare Energien zu nutzen und/oder selbst zu erzeugen. Hier kommen zum Beispiel Photovoltaik-Anlagen oder Beteiligungen an Windparks ins Spiel.

Erst wenn diese Maßnahmen ausgeschöpft sind, so Christoph Holzäpfel, sollten Unternehmen über Kompensationen nachdenken.

Allerdings spiele es dabei eine Rolle, wo man die Grenze ziehe: „Betrachte ich nur mein Unternehmen oder auch Vorketten? Rohstoffe und Produkte bringen meistens schon einen Rucksack an CO2 mit. Dort für Effizienz zu sorgen, ist meistens schwierig.“ Deshalb sei es gut, an dieser Stelle die Kompensationen einzusetzen und nicht gleich im eigenen Unternehmen.

 

Der Ausgangspunkt – den Istzustand klären

Wo beginnt ein Unternehmen, das klimaneutral werden will? Am besten klärt es zuerst den Status quo. Größere Unternehmen (ab 250 Mitarbeiter oder mit einem Jahresumsatz von mindestens 50 Millionen Euro und eine Jahresbilanzsumme von mehr als 43 Millionen Euro) sind verpflichtet, alle vier Jahre ein Energieaudit durchzuführen – außer sie haben ein Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001 oder ein Umweltmanagementsystem nach EMAS.

Dieses Audit liefert zumindest einen Ansatzpunkt. Kleinere Firmen können auf eine geförderte Energieberatung zurückgreifen.

In jedem Fall spielt hier die Frage eine wichtige Rolle, was ein Unternehmen bilanzieren will.

Gemäß des Greenhouse Gas (GHG) Protocols lassen sich Emissionsquellen in Unternehmen in drei Scopes einteilen:

  • Scope 1: direkte Treibhausgas-Emissionen, die direkt im Unternehmen anfallen
  • Scope 2: indirekte Treibhausgas-Emissionen, die durch den Einkauf von Gas, Strom oder Fernwärme entstehen
  • Scope 3: alle anderen indirekten Emissionen

Scope 3 ist mit den größten Herausforderungen verbunden. Denn hier geht es auch um Materialien, die an anderen Orten hergestellt werden, Geschäftsreisen oder die Art und Weise, wie Mitarbeiter zur Arbeit fahren.

Dafür gilt, so Christian Holzäpfel: „Wenn ich auch Scope 3 erfülle, kann ich mein Unternehmen wirklich als klimaneutral bezeichnen.“

Klimaneutrales Unternehmen werden: Diese Förderungsmöglichkeiten gibt es

Trotz aller damit verbundenen Aufwände ist Klimaneutralität kein Hexenwerk. Christoph Holzäpfel ist überzeugt: „Wenn Unternehmen jetzt beginnen und Klimaneutralität als Projekt ansehen, dann schaffen das viele bis alle.“

Dabei sind Unternehmen, die klimaneutral werden wollen, nicht auf sich allein gestellt. Sie können auf eine Reihe von Fördermaßnahmen zurückgreifen. Zentral für kleine und große Unternehmen sind bundesweite Fördermaßnahmen, die über die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) und BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) beantragt werden. Hier reicht die Unterstützung von Zuschüssen zu Beratungsmaßnahmen bis hin zu Förderungen für einzelne Anschaffungen wie eine neue Wärmepumpe.

Speziell für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) empfiehlt Christoph Holzäpfel die Energieberatung Mittelstand. Diese Förderung beträgt bis zu 80 Prozent der Beratungskosten (maximal 6000 Euro). Zusätzlich lässt sie sich alle zwei Jahre beantragen. So können Unternehmen regelmäßig wertvollen Input von Experten einholen. Auch auf lokaler Ebene existieren Förderprogramme, die es sich lohnt, zu entdecken. Die unterschieden sich zwar, so Christoph Holzäpfel, von bundesweiten Programmen, aber Möglichkeiten gebe es viele.

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