Personalentwicklung
Lesen Sie, wie Unternehmen in Zeiten des demografischen Wandels wertvolles Wissen sichern und geeignete Strukturen dafür schaffen.

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Unter Wissenstransfer versteht man die organisierte Wissensvermittlung von Fachwissen, praktischen Erfahrungen und individuellen Fähigkeiten zwischen Personen oder Teams. Während informeller Austausch oft zufällig geschieht, stellt der systematische Wissenstransfer sicher, dass erfolgskritisches Know-how gezielt von Expert:innen auf Nachfolger:innen übertragen wird. Dies schützt Unternehmen vor Kompetenzverlusten – insbesondere beim Generationenwechsel – und sichert die langfristige Produktivität durch eine effiziente Wissensnutzung.
In Zeiten des Generationenwechsels gehen zahlreiche altgediente Mitarbeiter:innen in den Ruhestand. Weil sie ihre Erfahrung und ihr Wissen mitnehmen, tut sich für Vorgesetzte und Kolleg:innen oft ein Riesenloch auf.
Allerdings haben Unternehmen einen großen Vorteil gegenüber Fußballvereinen: Sie können das Wissen ihrer Stars rechtzeitig sichern und dafür sorgen, dass es in der Mannschaft bleibt.
In diesem Artikel befassen wir uns mit dem Thema Wissenstransfer als wichtigen Bestandteil einer Wissenskultur in Unternehmen. Wir erklären, wie Firmen wertvolles Wissen transferieren, welche Methoden es für die Weitergabe von Wissen gibt und wie Unternehmen durch systematisches Wissensmanagement geeignete Strukturen dafür schaffen.
„Wissenstransfer war schon immer ein wichtiges Thema“, betont Thomas Lehner, VIA Consulting Group. Allerdings merke er in jüngerer Zeit, nicht zuletzt durch die wachsende Teilnehmendenzahl in seinen Seminaren „Wissensmanagement in der Praxis“, ein steigendes Interesse, die Wissenssicherung nicht dem Zufall zu überlassen.
Einen Grund dafür sieht Lehner in der zunehmenden Schnelllebigkeit der digitalen, modernen Welt. Wissen ist heute deutlich schneller veraltet als noch vor einem oder zwei Jahrzehnten. Hinzu kommt der schon angesprochene Generationenwechsel. Er sorgt dafür, dass viele altgediente Mitarbeiter:innen Unternehmen verlassen.
Dabei ist es auf mehreren Ebenen wichtig für Unternehmen, Wissen erfolgreich zu transferieren und zu sichern.
Letztendlich sind Wissenstransfers ein wichtiger Bestandteil einer Wissenskultur in Unternehmen. Diese zeichnet sich durch den lebendigen Austausch von Kenntnissen und der Vermittlung von Fähigkeiten zwischen Mitarbeitenden aus. Idealerweise entsteht eine Schwarmintelligenz, die für mehr Effizienz sorgt und immer wichtiger für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen wird.

Erfolgreiche Wissenstransfers basieren auf mehreren Stufen. Thomas Lehner empfiehlt folgende Herangehensweise:
1. Wissensträger:innen identifizieren: Wer besitzt kritisches Know-how? Eine Nominierung durch Kolleg:innen steigert oft die Motivation zur Weitergabe.
2. Wissensbereiche identifizieren: Wissenslandkarten helfen dabei, wichtige Wissenselemente zu lokalisieren. Wo droht Wissen abzuwandern?
3. Wissenstransfers durchführen: Hierbei wird eine strukturierte Wissenssammlung angelegt, damit Informationen auch langfristig abrufbar bleiben. Methoden & Tools helfen dabei.
Wissenstransfers lassen sich grundsätzlich danach unterscheiden, ob sie im realen Aufeinandertreffen von Wissensträger:in und Wissensnehmer:in stattfinden (personifizierter Wissenstransfer) oder mittels dokumentierten Wissens (kodifizierter Wissenstransfer).
Für Thomas Lehner bringt Ersteres auch im digitalen Zeitalter Vorteile mit. „Wenn es komplexer wird und um viel Erfahrungswissen geht, ist es besser, eine:n Ansprechpartner:in zu haben. Sonst muss man sehr viel aufschreiben und dann ist das Wissen für Neue schwer nachvollziehbar. Manche Fragen ergeben sich auch erst im Gespräch. “ Schwierig werde es nur, wenn die Chemie zwischen Wissensträger:in und Wissensnehmer:in nicht passe.
Bewährte und vielversprechende innovative Methoden für Wissenstransfers sind zum Beispiel folgende:
Wissenstransfers sind nur erfolgreich, wenn die dafür erforderlichen Strukturen existieren.
Thomas Lehner beobachtet, dass der Impuls solche Strukturen zu schaffen, oft aus dem Qualitätsmanagement kommt. Das liege auch daran, dass die ISO 9001 Anforderungen an den Umgang mit Wissen („Wissen der Organisation“) enthalte. Dies verlangt unter anderem, dass Unternehmen notwendiges Wissen für die Durchführung interner Prozesse und die Konformität von Produkten sowie Dienstleistungen bestimmen und aufrechterhalten müssen.
In anderen Fällen erkennen Verantwortliche im Personalbereich, dass wertvolles Wissen verloren zu gehen droht und stoßen deshalb Maßnahmen an.
„Manche Unternehmen setzen mittlerweile auch eigene Wissensmanager:innen ein oder leisten sich sogar eigene Abteilungen, die für die Weiterentwicklung eines systematischen Wissensmanagements zuständig sind. Das ist zum Beispiel in schnelllebigen Branchen der Fall oder wenn Wissen wirklich als Differenzierungsmerkmal zu Wettbewerbern angesehen wird.“ Externe Fachleute hinzuzuziehen, könne ein Vorteil sein. Denn diese wissen oft, wie sich Hürden abbauen lassen.
So oder so sei es entscheidend, betont Thomas Lehner, dass die Geschäftsführung hinter dem Thema stehe. „Manche sehen Wissenstransfers leider immer noch als verzichtbaren Luxus an.“
Wissen war schon immer eine wertvolle Ressource von Unternehmen. Doch der demografische Wandel und eine immer höhere Veränderungsgeschwindigkeit machen es heute wichtiger denn je, einzelne Wissenselemente systematisch zu sichern.
Durch erfolgreiche Wissenstransfers verhindern Unternehmen, dass der Weggang altgedienter Fachkräfte ihre Leistung beeinträchtigt und der Wissensverlust das Qualitätsniveau oder gar die eigene Existenz bedroht.
Dabei gilt auch hier: Übung macht den Meister. Werden Wissenstransfers in die täglichen Abläufe integriert, sind sie irgendwann ein fester Bestandteil der eigenen Wissenskultur und eine Selbstverständlichkeit. Dann verlässt kein:e wichtige:r Wissensträger:in mehr das Unternehmen, ohne dass das Wissen an andere übertragen wird.
Ein erfolgreicher Transfer erfolgt in einem dreistufigen Prozess:
Es wird zwischen personifizierten (persönlichen) und kodifizierten (dokumentierten) Methoden unterschieden.

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