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Wissenstransfer im Unternehmen mit Train the Trainer

Wissenstransfer im Unternehmen mit Train the Trainer

Beitrag vom 04.07.2019

Zur Themenwelt Zukunft der Arbeit

Eine wertvolle Ressource

Von Kolleg:innen lernen: Wenn interne Trainerinnen und Trainer ihr Wissen weitergeben, ist das besonders nachhaltig.

Wissen ist eine der wertvollsten Ressourcen im Informationszeitalter. Viele Unternehmen wissen das, können ihr vorhandenes Know-how aber nicht optimal nutzen. Wertvolle Informationen versickern oder wandern ab, wichtige Erfahrungen bleiben ungeteilt. Die Gründe dafür sind vielfältig: Ältere Kolleginnen und Kollegen gehen vermehrt in den Ruhestand, die nachfolgende Generation Y gilt als weniger loyal und wechselt häufiger den Arbeitgebenden. Mit Schnellspur-Ausbildung fehlt ihr oft auch wichtiges Basiswissen. Und nicht jeder gibt Wissenslücken gerne zu und bittet um Informationen. Umgekehrt teilt mancher nicht sein Wissen – etwa aus Angst, sich überflüssig zu machen.

Gleichzeitig sinkt die Halbwertszeit des Wissens rasant: Mitarbeitende sowie Kundinnen und Kunden müssen sich in immer kürzerer Zeit mit Neuem vertraut machen, seien es Produkte, Organisationsstrukturen, IT-Programme oder Dienstleistungen. „Das Wissen muss schnell und effizient von den Köpfen der Wissensträger und von den Servern zu den Kollegen kommen“, sagt Torsten Pyzalski, Trainer bei der TÜV NORD Akademie. Datenbanken mit Powerpoint-Folien und Whitepapers reichen dafür nicht aus: „Menschen lernen nicht nur durch das Lesen, sondern viel mehr durch Selbermachen – kombiniert mit konstruktivem Feedback.“
 

Von Kollegen für Kollegen

Nur mit einem systematischen Wissenstransfer können Unternehmen ihr Know-how bewahren und ausbauen. Eine bewährte Methode dafür sind Präsenz-Trainings, in denen Kolleginnen und Kollegen ihr unternehmensspezifisches Wissen und ihre langjährigen Erfahrungen an andere weitergeben. Immer mehr Unternehmen lassen dafür ausgewählte Mitarbeitende zu Trainer:innen ausbilden.

Denn Fachkompetenz allein reicht nicht aus, um Menschen zum Lernen zu motivieren: Gefragt ist eine fundierte und praxisgerechte Ausbildung, die wichtige Techniken zum Leiten von Seminaren vermittelt – vom Ausarbeiten des Konzepts über den Einsatz von Multimedia-Tools und den Umgang mit den Teilnehmenden bis zur Entwicklung der eigenen Trainer:innenpersönlichkeit.

Firmenwissen weitergeben

Die Unternehmen schlagen mit der Trainerausbildung zwei Fliegen mit einer Klappe: Die internen Trainer:innen verfügen über ein Firmenwissen, wie es nur Mitarbeitende haben. Und sie können Lernkonzepte entwickeln, die genau zur Kultur des Unternehmens passen, seinen „Spirit“ verkörpern. Ein weiterer Pluspunkt: Die internen Trainerinnen und Trainer fühlen sich wertgeschätzt, weil ihr Wissen gefragt ist. Die Fortbildung zum Trainer bzw. zur Trainerin bietet ihnen zudem die Möglichkeit, sich nicht nur beruflich, sondern auch persönlich weiterzuentwickeln. Auch das motiviert – und bindet an das Unternehmen.

Die erfahrenen Mitarbeitenden werden überzeugende und wirksame Multiplikatoren von Wissen oder auch Verhaltensweisen. Sie können wichtige, unternehmensrelevante Themen kompetent und gewinnbringend weitergeben. Das hält das im Unternehmen vorhandene Wissen lebendig und aktuell – und stellt damit die systematische, nachhaltige Weitergabe von Know-how sicher. Insbesondere, wenn Stellenwechsel und Einarbeitungen anstehen – etwa wegen Ruhestand, Kündigung, Neueinstellungen, Elternzeit oder der Neustrukturierung von Aufgaben.

Mehr Qualität – nach innen und nach außen

Natürlich können derart qualifizierte Mitarbeitende nicht nur intern wirken, sondern auch nach außen: Das Weitergeben von Wissen in unternehmenseigenen Seminaren und Workshops ist ein wichtiges Instrument zur Bindung von Kundinnen und Kunden. Vertriebsmitarbeitende, Ingenieur:innen oder Anwendungstechniker:innen beispielsweise, die auf ihrem Fachgebiet Expert:innen sind, können praxisnah und anschaulich Produkte und Anwendungen erklären – und so die Kompetenz ihres Unternehmens nach außen tragen.

Auch im Qualitätsmanagement wird immer häufiger nach der Organisation des internen Wissenstransfers gefragt. Für Unternehmen, die ihre Prozesse zertifizieren lassen (zum Beispiel nach der Normenreihe ISO 9000 ff.), ist ein professionelles Wissensmanagement sogar Pflicht: Sie müssen im Audit die fach- und sachgerechte Weitergabe von Informationen im Rahmen von Verfahrensanweisungen nachweisen.
 

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Oliver Wolter

Oliver Wolter

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owolter@tuev-nord.de

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