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Warum Qualitätsmanagement? Diese Vorteile hat ein QM

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Beitrag vom 10.07.2020

Welche Vorteile Qualitätsmanagement hat

Während ein QM-System in vielen größeren Unternehmen eine Selbstverständlichkeit ist, stellen sich Geschäftsführer von KMU oft die Frage: „Warum Qualitätsmanagement? Was nützt das uns und unseren Kunden?“

Tatsächlich hat Qualitätsmanagement Vorteile für Firmen jeder Größe. Allerdings reicht es nicht, ein System einzuführen. Erst der richtige Umgang damit sorgt dafür, dass es den erhofften Nutzen bringt.

Für Werner Lobinger, Geschäftsführer der VIA Consulting Group, ist Qualitätsmanagement ein hervorragendes Führungsinstrument, um Unternehmen gemäß der eigenen strategischen Ausrichtung zu führen und zu leiten.

„Ein großer Vorteil, der häufig in Gesprächen mit Geschäftsführern zur Sprache kommt, wenn es heißt „Warum Qualitätsmanagement, warum brauche ich das?“ besteht darin, dass ein QM-System für Struktur und Systematik sorgt.“ Interne Audits, Kennzahlen oder Begehungen erleichtern die Steuerung und Kontrolle wesentlich. „Geschäftsführer müssen nicht mehr jedem Standard hinterherlaufen, den sie einmal gesetzt haben.“

Dazu kommen

  • höhere Wettbewerbsfähigkeit durch konsequente Kundenorientierung und damit mehr Kundenzufriedenheit,
  • weniger Ausschuss und geringere Kosten durch Fehlervermeidung und
  • Effizienzsteigerung von Prozessen.

Schließlich trägt ein QM-System sogar zur Wissenssicherung bei. Durch die Dokumentation von Verfahren verhindert es, dass wertvolles Know-how verloren geht, und erleichtert die Einarbeitung neuer Mitarbeiter.

Davon abgesehen gibt es Branchen, in denen ein Qualitätsmanagementsystem unverzichtbar ist. Dazu gehören die Automobil-, Pharma- oder Medizinindustrie. Kurz: Alle Bereiche, in denen Menschenleben auf dem Spiel stehen. Firmen, die hier kein zertifiziertes QM-System nach ISO 9001 vorweisen können, sind bei Ausschreibungen schnell außen vor.

Wie kleine Unternehmen ein QM-System umsetzen

Obwohl es viele Gründe gibt, warum Qualitätsmanagement Sinn macht, scheuen gerade kleine Unternehmen davor zurück. Sie fürchten vor allem den Aufwand, den die Dokumentation verursacht.

Für Werner Lobinger ist diese Angst unberechtigt: „Die Normvorgaben lassen viele Freiräume bei der Dokumentation. So können Unternehmen flexibel mit ihnen umgehen.“ Wichtig sei, dass Unternehmen Freiräume nutzen und die Vorgaben an ihre Bedürfnisse und Anforderungen anpassen. Dann, so Lobinger, mache es bereits bei einer Unternehmensgröße von fünf oder sechs Personen Sinn, gemeinsame Spielregeln für die Zusammenarbeit zu definieren.

Warum Qualitätsmanagement Einstellungssache ist

Wer von den Vorteilen von Qualitätsmanagement voll und ganz profitieren will, muss dahinterstehen. Werner Lobinger spricht vor allem Führungskräften eine entscheidende Rolle zu: „Das Führungsverhalten ist das A und O. Arbeitet man mit dem System und nutzt es, dann kommt es gut ins Laufen. Sieht es die Geschäftsführung als Add-on, das ihr von außen aufgedrückt wurde, ist die erfolgreiche Umsetzung schwierig.“

Ebenfalls wichtig sei neben der Einbindung digitaler Technik, dass das Management über den Sinn von Vorgaben Bescheid weiß. Andernfalls bestehe die Gefahr, dass man über das Ziel hinausschießt. Zum Beispiel genüge es bei Fachkräften oft, Verantwortlichkeiten zu benennen, um Qualität zu gewährleisten. „Als Patient wäre ich verunsichert, wenn der Chirurg bei der Blinddarm-OP erst einmal in Arbeitsanweisungen nachschlägt.“

Wer sich in Schulungen mit Methoden, Abläufen und Kennzahlen auseinandersetzt, der kann nicht nur Qualitätsmanagementsysteme von Beginn an an das eigene Unternehmen und seine strategischen Ziele ausrichten. Er hat auch das notwendige Rüstzeug, um sie fortlaufend zu optimieren. Das ist wichtig, denn ein gutes QM bleibt in Bewegung.

Veränderung erwünscht – was Qualitätsmanagement und Innovationsmanagement verbindet

Häufig wird ein Qualitätsmanagementsystem als Innovationsbremse abgelehnt. Der Grund: Man müsse flexibel und agil bleiben. Starre Normen und Vorgaben würden diese Flexibilität behindern.

Dabei ist die Vorstellung von Qualitätsmanagement als rigides Regelwerk schon länger nicht mehr zeitgemäß. Die ISO 9001 sieht vor, dass Unternehmen Entwicklungsprozesse ständig vorantreiben und verbessern. Seit der letzten Revision 2015 gehen die Normforderungen sogar verstärkt auf innovationsfördernde Themen wie die Identifikation von Chancen und Risiken ein.

Werner Lobinger sieht den Menschen als zentralen Grund dafür, warum Qualitätsmanagement in der Realität manchmal weniger beweglich ist, als es sein könnte: „Vielen fällt es schwer, einen Standard, den man schon länger hat, über Bord zu werfen.“ Das Loslassen aber ist wichtig, um Dinge nachhaltig zu verbessern.

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Silke Liehr

Silke Liehr

TÜV NORD Akademie GmbH & Co. KG
Produktmanagerin Qualitätsmanagement
Am TÜV 1, 30519 Hannover

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