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Was macht ein Qualitätsmanager? Aufgaben und Ausbildung

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Beitrag vom 28.10.2019

Im Auftrag Ihrer Qualität

Coach statt Wanderprediger: Qualitätsmanager helfen anderen, ihre Arbeit ordentlich zu machen. Dafür brauchen sie eine Menge Fachwissen – und soziale Kompetenzen dazu.

Negative Kundenrezensionen, häufige Reklamationen, teure Rückrufaktionen: der Albtraum eines Unternehmens. Denn sie kosten nicht nur viel Geld, sondern schnell auch den Ruf – und vielleicht sogar die Existenz. Schließlich haben Kunden es dank Internet heute leichter, Produkte und Preise zu vergleichen. Und auf globalen Märkten ist die Auswahl groß: Wer nicht zufrieden ist, kauft bei der Konkurrenz. Damit das nicht passiert, setzen immer mehr Unternehmen auf einen speziell ausgebildeten Fachmann: den Qualitätsmanager.

Das „QM“ – so die interne James-Bond-mäßige Abkürzung für das Qualitätsmanagement – sorgt dafür, dass die Qualität der Produkte oder Dienstleistungen stimmt. Dass dies keine leichte Aufgabe ist, leuchtet ein. Schließlich sind daran sehr viele verschiedene Bereiche eines Unternehmens beteiligt, und im Grunde auch alle Mitarbeiter. Denn wenn irgendwo irgendwer seinen Job nicht perfekt macht, können sich Fehler einschleichen, die später die Qualität des Endprodukts mindern – oder unnötige Kosten verursachen.

Was macht ein Qualitätsmanager?

Der Qualitätsmanager muss darum nicht nur die Produkte und Dienstleistungen selbst im Blick haben, sondern auch sämtliche Prozesse und Arbeitsabläufe – vom Einkauf bis zur Auslieferung. Diese versucht er so weit zu optimieren, dass das Unternehmen schnell auf veränderte Anforderungen der Kunden und Lieferanten reagieren kann. Und dabei die rechtlichen Vorgaben einhält, sowie unternehmensinterne Standards und Qualitätssysteme wie zum Beispiel nach der Norm ISO 9001.

„Früher ging es vorwiegend darum, Fehler zu beheben“, weiß Werner Lobinger, Mitglied des Deutschen Normausschusses für Qualitätsmanagement und Dozent an der TÜV NORD Akademie. „Heute wird die Planung immer wichtiger, um Risiken zu vermindern.“

Und damit auch alle an einem Strang ziehen und das Qualitätsmanagement ernst nehmen, müssen die Kollegen motiviert werden: „Als Qualitätsmanager darf ich nicht wie ein Wanderprediger im Unternehmen unterwegs sein“, sagt Lobinger. „Sondern ich muss wie ein guter Coach ein Bewusstsein dafür schaffen, dass jeder am Qualitätsmanagement beteiligt ist – und nicht nur die eine Stelle im Organigramm.“

Herausragende Qualitäten gefragt

Das gilt auch und erst recht für die Führungsriege: „Manche Chefs betrachten das Qualitätsmanagement lediglich als Kostenfaktor“, so Werner Lobinger. Dabei verwalten moderne Qualitätsmanager längst nicht nur bestehende Normen, sondern tragen maßgeblich zur Unternehmensentwicklung bei.

Dafür braucht ein Qualitätsmanager zwar nicht unbedingt Geheimagent-Qualitäten, wohl aber herausragende Fähigkeiten auf vielen verschiedenen Gebieten. Dazu gehört in aller Regel ein großes Fachwissen, erworben in einem Studium – für höhere Positionen meist mit Master-Abschluss – sowie durch mehrjährige Berufserfahrung in der jeweiligen Branche.

Mitarbeiter mitnehmen und Schwachstellen aufdecken

Hinzu kommt eine hohe Sozialkompetenz: Wer die Mitarbeiter verschiedener Fachabteilungen zur Mitwirkung motivieren will, braucht eine Menge Durchsetzungsvermögen, Kommunikationsstärke und diplomatisches Fingerspitzengefühl. „Mitarbeiter hinterfragen Veränderungsprozesse heute viel stärker als früher“, erzählt QM-Experte Werner Lobinger. „Man muss viel mehr tun, um sie einzubeziehen und ein Bewusstsein zu bilden, damit sie die Prozesse mitgestalten.“

Und natürlich sollte ein Qualitätsmanager auch mit den komplexen gesetzlichen und unternehmerischen Vorschriften umgehen können, die seinen Aufgaben zu Grunde liegen. Hierfür braucht er ausgeprägte analytische Fähigkeiten, gepaart mit einer präzisen Arbeitsweise. Schließlich geht es darum, Schwachstellen im System akribisch aufzudecken und Prozesse zu verbessern.

Wie wird man Qualitätsmanager?

Die nötigen Kenntnisse der QM-Normen und Methoden erwerben Qualitätsmanager in speziellen Schulungen, wie sie unter anderem die TÜV NORD Akademie anbietet. Zum Beispiel sind das klassische Modelle wie das Six Sigma-Verfahren, SWOT-Analysen und Werkzeuge zur Prüfplanung, aber auch Methoden der Mitarbeitermotivation.

Auch zum Qualitätsmanager ausbilden lassen kann man sich: Diese Berufsbezeichnung ist zwar nicht geschützt, doch die TÜV NORD Akademie bietet einen zweiteiligen Lehrgang an, dessen Absolventen ein von der Deutschen Akkreditierungsstelle (DakkS) anerkanntes Personenzertifikat erwerben können. Und wer Audits durchführen will, kann sich hier auch zum international anerkannten Auditor weiterbilden.

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Silke Liehr

Silke Liehr

TÜV NORD Akademie GmbH & Co. KG
Produktmanagerin Qualitätsmanagement
Am TÜV 1, 30519 Hannover

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Fax : +49 511 998-62075

sliehr@tuev-nord.de

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