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Arbeit 4.0: Wie Unternehmen die Herausforderungen einer digitalen Arbeitswelt meistern können

Arbeit 4.0: Wie Unternehmen die Herausforderungen einer digitalen Arbeitswelt meistern können

Beitrag vom 22.04.2022

Zur Themenwelt Digitalisierung im Mittelstand

Die Zukunft der Arbeit

Dass die Zukunft der Arbeit von der fortschreitenden Digitalisierung bestimmt ist, bezweifelt kaum jemand. Doch wie diese Arbeit aussehen wird, welche Fachkräfte wichtig werden und wie sich die Strukturen im Unternehmen ändern – dafür gibt es unterschiedliche Prognosen.  

Fest steht nur: „Arbeit 4.0“ ist ein Thema, das die Gesellschaft vor neue Herausforderungen stellt, denen sich auch Unternehmen schon jetzt widmen müssen. 

Die Definition von Arbeit 4.0 – Was verlangt uns die Digitalisierung ab?

Der Begriff Arbeit 4.0 ist untrennbar mit der Digitalisierung der Lebens- und Arbeitswelten verbunden. Im Kern geht es darum, dass sich die Arbeitsabläufe und -strukturen in allen Branchen mehr und mehr den Veränderungen anpassen müssen, die das digitale Leben bestimmen. 

Dabei steht zur Debatte, welche Aufgaben der Mensch übernehmen wird, wenn Routinetätigkeiten und Prozesse zunehmend von integrierten Computersystemen erfüllt werden. Immerhin fürchtet einer Umfrage zufolge jeder achte Beschäftigte in Deutschland, seinen Job an Roboter oder Computer zu verlieren. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, welche Fähigkeiten zukünftige Fachkräfte haben müssen, um in einer digital vernetzten Arbeitswelt für ihr Unternehmen wirtschaftliche Vorteile zu generieren. 

Arbeitswelt 4.0: Eine Herausforderung für Unternehmen

Daraus wiederum ergibt sich die Frage, wie die Unternehmen selbst aufgebaut sein müssen, um für Fachkräfte attraktiv zu sein und im digitalen Wettbewerb bestehen zu können – eine wichtige Rolle spielen hierbei Arbeitsschutz und Wertekultur eines Unternehmens. Auch soziale Verantwortung und der demographische Wandel spielen hier eine tragende Rolle. 

Im Kern beschreibt Arbeit 4.0 ein Konzept, das den Wandel zur Wissensgesellschaft mit Blick auf die Zukunft der Arbeit eingrenzen soll. Wie etwa im Grünbuch Arbeiten 4.0 des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales ersichtlich ist, lässt sich diese Zukunft in keine endgültige Definition pressen. Denn die Arbeit der Zukunft, wie es auch dort heißt, wird immer flexibler, immer durchlässiger und vernetzter. Und das in einer Geschwindigkeit, die Unternehmen dazu zwingt, vorausschauend zu handeln, um wettbewerbsfähig zu bleiben. 

Die zentralen Herausforderungen für die Arbeit der Zukunft: Mehr Möglichkeiten, weniger Sicherheiten

Wie wichtig eine Beschäftigung mit Arbeiten 4.0 ist, zeigt sich auch daran, dass die Politik hierzu komplexe Arbeitsgruppen unterhält und einen entsprechenden Fachdialog anstoßen will. 

Jedes Stichwort im ministerialen Glossar lässt sich als Herausforderung für alle Unternehmen sehen, die für die Zukunft gerüstet sein wollen. Zusammengefasst geht es insbesondere um Datensicherheit und -nutzung, Arbeitsschutz und Arbeits(zeit)gestaltung, mobiles Arbeiten und die Fachkräfteausbildung. 

Auch wenn es noch keine konkreten Antworten auf die zukünftigen Herausforderungen der Digitalisierung gibt, so gibt es doch eindeutige Fragen, die bereits jetzt bearbeitet werden müssen. Für den Bereich Arbeitswelt lauten diese zum Beispiel: 

  • Wie nutze ich die Chancen der digitalen Revolution im Unternehmen und wo muss ich meine Strukturen in Zukunft anpassen? 
  • Welche neuen Geschäftsfelder, Märkte oder Zielgruppen werden für mich zukünftig relevant? Wie erreiche ich sie und wie kann ich meine Mitarbeitenden dabei unterstützen, solche Fragen strategisch zu lösen? 
  • Für welche Fachkräfte muss ich zukünftig attraktiv sein, wie muss ich meine Mitarbeitenden qualifizieren, wie antworte ich als Unternehmen auf den demographischen Wandel? 
  • Wie kann ich die Balance zwischen Arbeit und Leben im Unternehmen zukünftig an digitalen Strukturen ausrichten? Brauche ich eine feste Arbeitszeit oder nutze ich durchlässige, flexible Modelle? 
  • Wie gehe ich überhaupt mit der Flexibilität der modernen Arbeitswelt um? 

Schon an der Komplexität jedes einzelnen Frageblocks lässt sich ablesen, wie schwer es ist, aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen wie den Fachkräftemangel oder die Flexibilisierung der Arbeitszeit auf zukünftige konkrete Bedarfe herunterzubrechen. 

Darum fokussieren sich Initiativen wie das bundeseigene Förderprogramm unternehmensWert:Menschauch weniger auf definitive Eckpunkte. Sie fördern betriebliche Lern- und Experimentierprojekte, in denen mögliche Szenarien unter geschützten Bedingungen durchgespielt und auf ihre Tragfähigkeit überprüft werden können. 

Die Arbeitswelt 4.0 als Gemeinschaftsprojekt

Derartige Förderprogramme entstehen natürlich nicht zum Selbstzweck. Schließlich braucht auch die Politik verlässliche Praxisdaten, um damit die eigene Rolle in der zukünftigen Arbeitswelt zu konturieren. 

Das gilt zum Beispiel für einen speziellen „Arbeitsschutz 4.0“, mit dem der Mitarbeitende 4.0 seine Rechte angesichts durchlässiger Strukturen und geringerer Sicherheiten wahren kann. Oder für Netzsicherheit, Netzausbau und Datenschutz, deren Bedeutung schon heute klar ersichtlich ist. Schließlich ist die härteste Währung im digitalen Arbeitszeitalter die Information. 

Neue Arbeitsbedingungen erfordern neue Lernformate

Nicht nur die Art und Weise, wie wir arbeiten, verändert sind im Kontext Arbeit 4.0. Auch die berufliche Weiterbildung befindet sich im Umbruch. Vor allem ergänzt eine Fülle neuer Lernformate bisher existierende. 

Warum sich Weiterbildung verändert

Der Bedeutungsgewinn neuer Lernformate in der beruflichen Weiterbildung hat verschiedene Gründe:

  • Digitalisierung: Die Digitalisierung eröffnet neue Möglichkeiten, Wissen zu vermitteln beziehungsweise zu erwerben. Zum Beispiel können sich Mitarbeitende über Online-Lernformate selbstbestimmt Inhalte aneignen. Unternehmen sparen Geld, wenn sie Präsenzseminare mit Anfahrt und Übernachtung durch Webinare ersetzen oder Lernvideos immer wieder nutzen. 
  • Neue Lerngewohnheiten:  Vor allem junge Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nutzen Videos und interaktive digitale Formate, um sich Wissen anzueignen. Lernen geschieht verstärkt auf eigene Faust und gerne als „Häppchen zwischendurch“ statt in geballter Form. 
  • Zunehmende Veränderungsgeschwindigkeit: Nie zuvor haben sich Märkte und Technologien so rasant geändert wie heute. Damit ist lebenslanges Lernen zu einer zentralen Voraussetzung für den persönlichen beruflichen Erfolg und den Unternehmenserfolg geworden. Das spiegeln die Ergebnisse einer Studie von der Bitkom Akademie und HRpepper Management Consultants wieder. Ein Großteil der befragten Fach- und Führungskräfte geht davon aus, dass der Stellenwert von Weiterbildung in deutschen Unternehmen weiter steigen wird. 
  • Hybride Arbeitsformen: Corona hat den Trend hin zu neuen Arbeitsformen beschleunigt. In immer mehr Unternehmen arbeiten Beschäftigte zumindest teilweise zu Hause. Dies Entwicklung macht Weiterbildungsangebote notwendig, die nicht an einen festen Ort gebunden sind.  

Wissensdatenbanken, Learning Nuggets und Online-Seminare – moderne Weiterbildungsformate

E-Learning-Formate sind zu einem festen Bestandteil beruflicher Weiterbildung geworden. Das beginnt bei Online-Seminaren und reicht über Podcasts bis hin zu interaktiven E-Books. 

Gleichzeitig bauen immer mehr Unternehmen interne Wissensdatenbanken mit Videos auf, die Mitarbeitende selbstständig konsumieren können. Bei den sogenannten Learning Nuggets handelt es sich um kurze Lerneinheiten, zum Beispiel Texte, Audiofiles oder Videos, die in wenigen Minuten konsumiert werden können. Serious Games nutzen digitale Spiele als interaktives Weiterbildungsformat.  

Wichtig ist: Die Bedeutung digitaler Lernformate für Arbeit 4.0 wird weiter zunehmen. Experten gehen aber nicht davon aus, dass sie in absehbarer Zeit das endgültige Ende des Präsenzlernens einläuten. Vielmehr erwarten sie ein Miteinander alter und neuer Formate. Auch in der erwähnten Bitkom-Studie gab eine Mehrheit der Befragten an, sich für die Zukunft einen Mix aus digitalen Formaten und Präsenzangeboten zu wünschen.  

Unternehmen müssen beweglich bleiben

Ein Ende der Suche nach den Antworten zum Arbeiten 4.0 ist nicht in Sicht. Schließlich ist der digitale Fortschritt nicht aufzuhalten. Angetrieben wird er von Unternehmen, die sich schon jetzt mit den (rechtlichen) Fallstricken der Arbeit 4.0 auseinandersetzen, alte Arbeitsstrukturen mitarbeiterorientiert aufweichen und neue, digitale Formen des Lernens nutzen.   

Wer sich traut, traditionelle Geschäftsfelder auf Basis der Digitalisierung infrage zu stellen, wird beweglich genug, um neue Branchen zu erobern. Und an dieser Beweglichkeit führt zukünftig kein Weg vorbei. 

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