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Innovationsmanagement heute: Definition, Prozesse und Methoden

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Beitrag vom 14.07.2020

Innovationsmanagement heute – darum ist es so wichtig für Unternehmen

Innovativ sein gilt heute als zentrale Voraussetzung, um als Unternehmen langfristig wettbewerbsfähig zu sein. Doch wie wird man innovativ und vor allem: Wie bleibt man es? Am besten über ein erfolgreiches Innovationsmanagement. Das ist wichtiger als je zuvor, nicht nur für die Großen, sondern auch für KMU.

Innovationsprozesse und -methoden haben sich über die Jahre verändert. Hier gehen wir darauf ein, was Innovationsmanagement ist, wer es braucht und warum innovativ sein im Zeitalter der Digitalisierung immer ein explorativer Prozess mit unbekanntem Ende ist.

Was bedeutet Innovation/innovativ?

Das Wort „Innovation“ leitet sich vom lateinischen Wort „innovare“ (erneuern) ab. Entsprechend handelt es sich bei Innovationen im weitesten Sinne um Erneuerungen. Eine heute immer noch gern verwendete Definition stammt von Innovationsforscher Jürgen Hausschildt:

„Innovationen sind qualitativ neuartige Produkte oder Verfahren, die sich gegenüber einem Vergleichszustand „merklich“ – wie auch immer das zu bestimmen ist – unterscheiden.“

Innovationen in der Wirtschaft werden unter anderem nach ihrem Gegenstand unterschieden, vor allem in

  • Produktinnovationen und
  • Prozessinnovationen.

In der Praxis ist beides meist eng miteinander verknüpft. Dasselbe gilt für Innovation und Changemanagement. Schließlich führen Neuerungen wie Produktinnovationen häufig zu Veränderungen in Unternehmen, zum Beispiel zu Umstrukturierungen. Wer also Innovationsmanagement denkt, kann Changemanagement gleich mitdenken.

Definition Innovationsmanagement

Dr. Ute Hillmer, Expertin für Change + Innovation und Inhaberin von Better Reality Ventures, meint: „Gutes Innovationsmanagement heißt, die Zukunft für ein Unternehmen erfolgreich vorzubereiten, während die Erfolge der Gegenwart möglichst ungestört weiterlaufen.“ Anders ausgedrückt geht es darum, den aktuellen „Leistungsmotor“ des Unternehmens, wie Hillmer es nennt, am Laufen zu halten und gleichzeitig die Zukunft vorzubereiten.

„An diesem Punkt scheitert Innovationsmanagement häufig: Viele Unternehmen sind zögerlich, wertvolle Ressourcen in die Vorbereitung der Zukunft zu investieren, die sie auch in ihr Kerngeschäft stecken können. Dort bringen sie schneller sichtbare Resultate. Aber die Investition in die Zukunft ist die Überlebensvoraussetzung in unserer schnelllebigen Zeit.“

Warum Innovationsmanagement heute so wichtig ist

Mehrere Entwicklungen in der jüngsten Vergangenheit haben dazu geführt, dass die Bedeutung von Innovationsmanagement rasant gestiegen ist.

  • Zunehmende Veränderungsgeschwindigkeit: Der mit Abstand wichtigste Grund ist für Dr. Hillmer die Zunahme der Veränderungsgeschwindigkeit bei Produkten und Dienstleistungen. „Früher konnten Unternehmen eine Produktserie über Jahrzehnte beibehalten. Im Markt hat sich wenig verändert. Heute verändern sich Märkte im Monatsrhythmus.“ Dabei handelt es sich nicht nur um lineare Veränderungen, also das schnellere Handy oder die App mit den erweiterten Funktionen. Es geht oft um neue Geschäftsmodelle, eine ganz neue Art, das Geschäft zu denken. Aus der CD wird Spotify. Mieten statt kaufen. Zugriffsrechte statt Besitz. Die Digitalisierung hat an der Zunahme der Geschwindigkeit im Markt wesentlichen Anteil. Digitale Produkte sind beliebig und fast ohne Mehrkosten vervielfältigbar, werden online und ohne Zeitverzögerung geliefert und können iterativ verbessert werden. Letzteres bedeutet: Sie können als Betaversion früh auf den Markt gehen und Stück für Stück verbessert werden.
  • Veränderte Kundenhaltung: Der mündige Kunde von heute erwartet Produkte, die ihm einen klaren Vorteil bieten. Kann er seinen Nutzen nicht erkennen, kauft er nicht.
  • Konkurrenzdruck durch Globalisierung: Schließlich sorgt die Globalisierung für wachsende Konkurrenz. Heute konkurrieren Unternehmen mit Wettbewerbern aus der ganzen Welt. Das bedeutet, so Dr. Hillmer, dass sie zu jeder Zeit mit den besten auf dem Markt verglichen werden.

Letzteres kann gerade für kleine Unternehmen auch von Vorteil sein. Schließlich können sie dank Internet mit vergleichsweise geringem Aufwand den Weltmarkt erobern – immer vorausgesetzt, sie sind innovativ und bieten echten Kundenmehrwert.

Innovationsmanagement heute vs. früher – von linear zu explorativ

Nicht nur die Bedingungen, auch das Innovationsmanagement selbst hat sich stark verändert. Früher basierte es auf einem linearen, wasserfallartigen Innovationsprozess – eine Stufe nach der nächsten. Dieser dauerte ein, zwei oder drei Jahre, in manchen Branchen deutlich länger. Dabei wurde am Anfang festgesetzt, was am Ende herauskommen sollte.

Heute handelt es sich in den Worten von Dr. Hillmer um einen „explorativen Prozess“. Die erste Produktversion deckt die wichtigsten Wünsche oder Probleme der Kunden ab. Dann wird direkt am Kunden getestet, ob der angebotene Lösungsansatz für ihn funktioniert. Falls ja, geht das Unternehmen weiter in der Entwicklung voran. Wenn nicht, wird die Lösung überarbeitet und erneut getestet. Dieser Ansatz ist geprägt davon, dass man dem Kunden das Leben so einfach wie möglich machen möchte. Was ihm nützt, nützt auch dem Unternehmen, denn so gibt es bei Markteinführung keine bösen Überraschungen.

 

Wichtige Innovationsmethoden im modernen Innovationsmanagement sind zum Beispiel Customer Discovery, Design Thinking, Rapid Prototyping, Business Model Canvas oder Lean Startup.

Laut Dr. Hillmer sind klare Prozesse und Methoden eine wichtige Voraussetzung für einen erfolgreichen Innovationsprozess, der nicht im Chaos stecken bleibt. Der Schlüssel für den Erfolg sei jedoch „in die Welt des Kunden einzutauchen und die Beweggründe hinter seinen Handlungsweisen zu verstehen. Dazu kommt, alle Beteiligten anzutreiben, damit diese immer wieder ihr Bestes geben. Wenn das gelingt, gelingt auch das Produkt bzw. die Dienstleistung.“

Wer braucht Innovationsmanagement?

Für Dr. Hillmer ist die Antwort klar: „Jedes Unternehmen, das sich eine erfolgreiche Zukunft wünscht, sollte in Innovationsmanagement investieren. Die Zukunft kommt und entweder ist ein Unternehmen erfolgreich dabei oder nicht.“

Wie Firmen ein Innovationsmanagement am besten umsetzen, unterscheidet sich je nach Ausgangsposition.  Ein großes Budget oder ein teures Innovationszentrum ist glücklicherweise keine Voraussetzung. Es reicht ein umfunktionierter Lagerraum mit Stühlen, einem großen Tisch und viel Wandfläche, an der gearbeitet werden kann. Hier kann ein motiviertes Team von vier bis sechs Personen aus möglichst verschiedenen Disziplinen und Bereichen sich über ca. sechs Monate an einem Tag in der Woche treffen und arbeiten.

Dass es sich um Teams handelt, ist durchaus wichtig. Denn Innovationsmanagement ist Teamarbeit.

Dr. Ute Hillmer trainiert ab November 2020 Innovationsverantwortliche und -interessierte in einem 4-Tages-Workshop, eine passende Innovation-Workshop-Serie für Ihr Unternehmen zusammenzustellen und durchzuführen. Der Workshop: „Top Skills im Innovationsmanagement – Ein Prozess für gelingende Innovationen und digitale Transformation.“

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Oliver Wolter

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