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Welchen Beitrag leistet Energieeffizienz in Unternehmen zum Klimaschutz?

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  4. Energieeffizienz in Unternehmen – Beitrag zu Klimaschutz und mehr Wettbewerbsfähigkeit

Beitrag vom 31.08.2020

Wenn von Klimaschutz in Unternehmen die Rede ist, fällt schnell das Wort „Energieeffizienz“. Diese nimmt eine Schlüsselrolle auf dem Weg zu einer nachhaltigen und umweltbewussten Wirtschaft ein. Dabei müssen Unternehmen nicht auf morgen warten, um die Früchte ihrer Bemühungen zu ernten. Ein Energiemanagement bringt bereits heute viele Vorteile mit sich. Vorausgesetzt, es wird richtig umgesetzt.

Was bedeutet Energieeffizienz bzw. energieeffizient?

Energie sparen und Energieeffizienz werden häufig gleichgesetzt. Genau genommen handelt es sich dabei um zwei verschiedene Dinge: 

  • Energie sparen: Beim Energiesparen geht es darum, auf Energieverbrauch zu verzichten. Wer eine Maschine ausschaltet bzw. nicht benutzt, spart Energie. 

  • Energieeffizienz: Entscheidend für Energieeffizienz ist das Verhältnis zwischen dem erzielten Nutzen und der dafür eingesetzten Energie. In diesem Fall würde man zum Beispiel die Maschine durch eine Alternative ersetzen, die weniger Strom verbraucht.  

Letzten Endes ist beides miteinander verbunden, denn wer Energie effizient einsetzt, spart auch Energie ein.

Warum ist Energieeffizienz ein Schlüsselfaktor im Kampf gegen den Klimawandel?

Die Nutzung fossiler Ressourcen wie Kohle, Erdgas oder Öl fördert die Freisetzung von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen. CO2 aber spielt eine Schlüsselrolle für den Treibhauseffekt und den Klimawandel mit allen massiven Problemen, die dieser nach sich zieht. 

Um diesen Verbrauch so weit zu reduzieren, dass der Klimawandel einigermaßen beherrschbar bleibt, reicht ein teilweiser Umstieg auf erneuerbare Energien nicht aus. Zusätzlich ist es entscheidend, Energie möglichst effizient einzusetzen. Das gilt umso mehr, als die Weltbevölkerung in den nächsten Jahrzehnten weiter wächst. Dazu kommt, dass moderne, digitale Technologien (viel) Energie benötigen.  

Unternehmen spielen eine wichtige Rolle beim Einsparen von Energie. Laut Angaben des Bundesumweltamtes verbraucht die Industrie etwa ein Viertel des sogenannten Primärenergieverbrauchs in Deutschland. Dazu kommt der indirekte Energieverbrauch, der auf dem Verbrauch von in Kraftwerken erzeugter Wärme und Strom basiert. Dieser Energiebedarf befeuert nicht nur den Klimawandel, er kostet auch Geld. Womit wir bei den wirtschaftlichen Vorteilen von Energieeffizienz wären. 

Auch wirtschaftlich lohnt sich Energieeffizienz für Unternehmen

Neben dem Beitrag zum Klimaschutz und damit zu einer lebenswerten Zukunft hat Energieeffizienz eine Reihe weiterer Vorteile für Unternehmen: 

  • Kosteneinsparung: Maßnahmen, die ein Unternehmen energieeffizienter machen, kosten Geld. Doch in den meisten Fällen amortisieren sich diese Kosten schnell. Schließlich sparen Unternehmen durch Energieeffizienz Energiekosten.  

  • Unabhängigkeit von konventioneller Energie: Für Christoph Holzäpfel, Bereichsleiter beim Energieeffizienz-Lösungsanbieter Limón, ist ein wichtiger Vorteil von Energieeffizienz bzw. Klimaneutralität, dass Unternehmen unabhängiger von konventionellen Energieträgern werden. Damit bereiten sie sich auch auf eine steigende CO2-Steuer vor.  

  • Mehr Wettbewerbsfähigkeit: Mehr Energieeffizienz führt in vielen Fällen zu einer höheren Produktivität und dazu, dass Produkte konkurrenzfähiger sind.  

  • Imagevorteile: Kunden achten immer mehr darauf, ob Unternehmen umweltbewusst handeln. Manche Unternehmen verlangen eine Zertifizierung als klimaneutrales Unternehmen und/oder ein zertifiziertes Umwelt- bzw. Energiemanagement von ihren Zulieferern. 

Der Weg zur Energieeffizienz führt über ein Energiemanagement

Energieeffizienz ist ein langfristiges Projekt. Ein Energiemanagementsystem hilft Unternehmen dabei, dieses Projekt konsequent umzusetzen. Für Christoph Holzäpfel ist es sogar unumgänglich für Unternehmen, die klimaneutral werden wollen. Zusätzlich ist eine Zertifizierung nach DIN ISO 50001 ein wichtiges Zeichen nach außen. 

Ein Energiemanagementsystem folgt wie andere Managementsystem dem PCDA-Zyklus (Plan-Do-Check-Act): Unternehmen legen Ziele und Maßnahmen fest, setzen diese um, überprüfen und optimieren sie. Gerade die regelmäßige Überprüfung spielt dabei eine wichtige Rolle. Auf die sollten, so Christoph Holzäpfel auch Unternehmen nicht verzichten, die kein Energiemanagementsystem einführen und trotzdem Energie effizient einsetzen wollen. „Es hilft, wenn immer wieder mal jemand von extern draufsieht und vielleicht auch mal den Finger in die Wunde legt“. 

Erfolgreiches Energiemanagement braucht Ressourcen und Motivation

Auch kleine Unternehmen können ein Energiemanagementsystem einführen. Entscheidend dabei ist, so Christoph Holzäpfel, die Motivation. Kleine Unternehmen, die wenig Energieverbrauch haben, profitieren vielleicht eher von einem nicht zertifizierten System.  

In jedem Fall braucht ein erfolgreiches Energiemanagementsystem Ressourcen, und zwar finanzielle sowie zeitliche bzw. personelle. Übernimmt ein Mitarbeiter in Personalunion Energie-, Umwelt- und Arbeitssicherheitsmanagement, leidet das Engagement für jeden einzelnen dieser Bereiche. Auf der anderen Seite, so Christoph Holzäpfel, gebe es sehr motivierte Energiemanager, die das notwendige Geld nicht erhielten, um Maßnahmen umzusetzen.  

Ein erfolgreiches Energiemanagement aber lebt von umgesetzten Maßnahmen. Diese motivieren dazu, am Ball zu bleiben. Außerdem profitieren Unternehmen erst so wirklich von all den Vorteilen, die mehr Energieeffizienz mit sich bringt – jetzt und in Zukunft. 

 

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