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Risikobeurteilung bei Lebensmittelverpackungsherstellern

Die Risikoanalyse als Baustein der Konformitätsarbeit für Lebensmittelverpackungen

Die Sicherstellung der rechtlichen Konformität von Lebensmittelverpackungen ist für Verpackungshersteller ein wichtiger Aspekt, um Vertrauen bei Lebensmittelproduzenten aufzubauen. Die Konformitätsarbeit ist ein wesentlicher Bestandteil aller gängigen GFSI Standards wie BRC Global Standard für Verpackungen, IFS PACSecure, FSSC 22000 sowie entsprechender rechtlicher Anforderungen wie VO 2023/2006 über gute Herstellungspraxis für Materialien und Gegenstände, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen.

Zu den Bausteinen der Konformitätsarbeit gehören:

  • Rechtliche Anforderungen
  • Kommunikation mit den Kunden
  • Rohstoffauswahl und -bewertung
  • Prozessbewertung und -steuerung
  • Bewertung des Endproduktes
  • Dokumentation

Rechtliche Anforderungen

Der Verpackungshersteller muss sich über neue gesetzliche Anforderungen und Änderungen stets auf dem Laufenden halten. Besonders wichtig ist dabei die Interpretation der Anforderungen und die Ermittlung des konkreten Handlungsbedarfs für das Unternehmen.

Kommunikation mit Kunden

Hier empfiehlt es sich, dass zunächst sämtliche Anforderungen der Lebensmittelhersteller oder Abpacker ermittelt und dokumentiert werden. Einige Unternehmen verwenden dazu inzwischen detaillierte Fragebögen. Im Rahmen der Auftragsprüfung und Entwicklung spielt der Verwendungszweck der Verpackung eine wesentliche Rolle: Wichtige Parameter sind Temperatur, Art der Verpackung, Lagerdauer, Erhitzungsprozesse und viele mehr. 

Rohstoffauswahl und Rohstoffbewertung

Die Hauptfrage in diesem Kontext zielt auf die Eignung des jeweiligen Rohstoffs für den geplanten Anwendungszweck. Hierzu müssen detaillierte und aktuelle Dokumentationen des Lieferanten vorliegen und unter folgenden Gesichtspunkten bewertet werden:

  • Welche Stoffe mit welchen Grenzwertvorgaben enthält der Rohstoff?
  • Unter welchen Bedingungen werden die Grenzwerte eingehalten?
  • Welche möglichen Verunreinigungen enthält der Rohstoff?
  • Enthält der Rohstoff Substanzen, die nicht aufgeführt sind im Anhang I der VO 10/2011 über Materialien und Gegenstände aus Kunststoff, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen?
  • Wie erfolgte die Sicherheitsbewertung für diese Substanzen?

Erst nach der positiven Klärung dieser Fragen kann eine Rohstofffreigabe erfolgen. Unter Umständen ist die Freigabe auch mit bestimmten Einschränkungen verbunden. So wäre vorstellbar, dass ein Additiv in einer Folie nur bis zu einer bestimmten Schichtdicke eingesetzt werden kann.

Prozessbewertung und -steuerung

Die Basis der Prozessbewertung und -steuerung ist die Erstellung einer Risikoanalyse (Gefahren- und Risikomanagementsystem). Die Vorgaben für die Risikoanalyse in den GFSI-Standards folgen im Wesentlichen dem HACCP-Konzept des Codex Alimentarius. Die Risikoanalyse berücksichtigt dabei nicht nur Gesundheitsgefährdungen der Endverbrauchenden, sondern ebenso die Funktionalität und Qualität (BRC Globaler Standard für Verpackungen) der hergestellten Verpackung.

Wichtige Fragestellungen in diesem Kontext sind:

  • Welchen Einfluss hat der Prozess auf das hergestellte Verpackungsmaterial?
  • Wie ist sichergestellt, dass nur korrekte Rohstoffe eingesetzt werden?
  • Wie müssen die Prozessparameter gewählt werden? (UV-Trocknung im Offsetdruck, Einhaltung der Rezeptur und Aushärtungszeiten bei Verwendung isocyanathaltiger Kaschierkleber, Validierung der Zwischenreinigung bei Verwendung unterschiedlicher Farbsysteme auf einer Druckmaschine etc.)
  • Wo bestehen Gefahren einer Untermischung und welche Maßnahmen werden dagegen getroffen?

Bewertung des Endproduktes

Die Hauptfrage im Rahmen der Bewertung lautet: Ist das Fertigprodukt für den vorgegebenen Anwendungszweck geeignet und rechtssicher? Als grundsätzliche Untersuchungen haben sich die Globalmigration, das NIAS-Screening und die Organoleptische Prüfung nach DIN 10955 (Sensoriknorm) etabliert. Soweit erforderlich muss auch die Einhaltung spezifischer Migrationsgrenzwerte geprüft werden. Hierbei geht es um die Einhaltung von Grenzwerten für bestimmte Stoffe in Verpackungsmaterialien.

Dokumentation

Die entscheidenden Aufgaben im Rahmen der Dokumentation beziehen sich auf die Erstellung einer rechtssicheren Konformitätserklärung, die Weiterleitung an den Anwender sowie permanente Aktualisierungen der Dokumentation bei Änderungen.

Über die Autorin

Kerstin Bartsch ist Lebensmittelchemikerin und Qualitätsmanagerin und seit vielen Jahren als Auditorin und Umweltmanagementbeauftragte tätig. Wer Frau Bartsch vor Ort treffen möchte, hat hierzu am 06.12.2019 in Köln bei unserem Event für Verpackungshersteller Gelegenheit oder kann hier Kontakt aufnehmen.

                                                                                                                                                                                                                                   Stand: 2.4.2019

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